
Wie hat deine Schullaufbahn die Wahl deines Studiengangs Ingenieur-Informatik (heute Industrie-Informatik) beeinflusst? Wie bist du auf deinen Studiengang gekommen?
Durch eine sehr gute Ausbildung zum Industrieelektroniker (Produktionstechnik) bei der Robert Bosch GmbH bin ich auf das Fachabitur gestoßen. Mit meinem Interesse zur Elektrotechnik und Programmierung habe ich mich dann für Ingenieurinformatik entschieden. So konnte ich auch meine Erfahrungen aus der Ausbildung weiter nutzen.
Was hat dich dazu bewegt, nach Wernigerode an die Hochschule Harz zu kommen?
Als ich spontan zu einem Besuch in der HS-Harz war, nahm sich ein Laboringenieur genug Zeit, um mir die Hochschule, und die Lehrinhalte zu zeigen. Dies zeigte, dass es eine sehr gute Betreuung gibt. Die Laborausstattung waren auf einen guten neuen Stand, die Professoren waren jung und die Seminargruppen klein - also optimale Bedingungen für das Studium.
Was war im Studium besonders spannend? Was findest du an der Hochschule Harz besser als anderswo?
Alles ist sehr persönlich und es wird auf die einzelnen Studenten eingegangen. Was dazu führt, dass es sofort auffüllt, wenn die letzte Nacht etwas kürzer war. Aber auch hier waren die Dozenten in der Regel human. Außerdem sind die Labore so ausgelegt, dass der Stoff kontinuierlich im Semester praktisch angewendet werden muss. Man beschäftigte sich also nicht erst vor den Prüfungen mit dem Fach, so dass der Prüfungsstress nicht ganz so groß war. Einige Fächer schlossen mit Entwurfsaufgaben ab, in denen man Programmierprojekte umsetzen und dann vorstellen musste. Diese Prüfungsform ist für das Berufsleben eine sehr gute Vorbereitung.
Da die Wohnheime direkt auf dem Campus liegen, kann man am Tag zwischen den Vorlesungen auch eine Runde Mountainbike im Harz fahren, oder mit den Kommilitonen das nächste Labor vorbereiten. Oder auch nur die Parkanlagen genießen.
Wo und als was arbeitest du jetzt?
Ich arbeite jetzt seit sieben Jahren bei der Otto Bock HelthCare GmbH als Elektronikentwickler. Die Otto Bock HealthCare GmbH ist der Weltmarktführer bei der Herstellung von Prothesenteilen für verlorene Gliedmaßen, die durch den kreativen Einsatz von Elektronik und Computersystemen das Leben von Behinderten im Vergleich zu den traditionellen Produkten deutlich erleichtern. Hier entwickle ich Prüfmaschinen und Produktionsvorrichtungen (klassischer Maschinenbau). Ich unterstütze die Forscher, in dem ich ihnen Sensoren und Auswerteelektronik zu Verfügung stelle, mit der sie am Patienten messen können. Meine derzeitigen Arbeitsschwerpunkte bestehen darin, die Sensorik und Aktorik für diese mechatronischen Systeme zu konzipieren sowie die dazugehörigen Elektronik zu entwickeln.
Wie bist du dort hingekommen?
Nach meiner Diplomarbeit war ich 3 Monate an der Hochschule Harz als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Entwicklungsprojekt beschäftigt. Anschließend bin ich zu Otto Bock gegangen, da ich hier mit meinem Wissen behinderten Menschen die Lebensqualität verbessern kann. Hier kann man neue Ideen entwickeln und diese bis zum praktischen Einsatz umsetzen helfen.
Was von dem, was du hier studiert hast, zeichnet dich dort besonders aus?
Otto Bock hat eine hohe Fertigungstiefe und sehr viele Technologien im Einsatz. So kann man fast das gesamte Wissen aus der Hochschulzeit in seine Arbeit einbringen. Die Gruppenarbeit in den Laboren und das Teamprojekt zeigten gut, dass man im Team Aufgaben wesentlich besser löst. Denn für fast alles gibt es Spezialisten und das Ergebnis wird nur gut, wenn diese Spezialisten zusammenarbeiten.
(Stand 2008)