Wie hat deine Schullaufbahn die Wahl deines Studiengangs Ingenieur-Informatik (heute Industrie-Informatik) beeinflusst? Wie bist du auf deinen Studiengang gekommen?
In meiner Schulzeit haben mir Fächer, wie Physik und Mathematik immer besonders gut gefallen und auch gelegen. Allerdings hat meine Schulzeit nicht unbedingt den Ausschlag für meine Wahl des Studiengangs gegeben. Ich habe mich schon früh für Computer interessiert. Als wir den ersten Computer bekommen haben, habe ich wie jeder andere auch erstmal mit Spielen begonnen. Es hat dann aber nicht lange gedauert, bis ich meine ersten Basic-Programme geschrieben haben.
Nachdem ich meinen Realschulabschluss gemacht hatte, begann ich eine Berufsausbildung zum Kommunikationselektroniker bei Siemens. Nach meiner Ausbildung habe ich mich dazu entschlossen, ein Studium anzufangen, bei dem ich sowohl meine Berufsausbildung als auch meine Computerkenntnisse anwenden konnte.
Was hat dich dazu bewegt, nach Wernigerode an die Hochschule Harz zu
kommen?
Ich bin in Braunschweig geboren, bin dort zur Schule gegangen und habe auch meine Ausbildung dort gemacht. Daher habe ich mich erst in der Umgebung umgesehen. Die Fachhochschule Wolfenbüttel lag da am Nächsten und machte auf mich auch keinen schlechten Eindruck. Als ich dann allerdings das erste Mal in Wernigerode war, meine Chance von zu Hause auszuziehen, war ich von dem Umfeld und der Ausstattung der Hochschule angetan. Ich habe meine Wahl bis heute auch nicht bereut.
Was war im Studium besonders spannend? Was findest du an der Hochschule Harz besser als anderswo?
Besonders spannend fand ich alles, was mit der Programmierung zu tun hatte z.B. Programm- und Datenstrukturen, Informatikgrundlagen, formale Methoden usw. Die technische Ausstattung der Hochschule ist sehr gut und man hat immer eine sehr gute Betreuung. Fast alle Professoren haben sich um uns gekümmert und bei Problemen, Sorgen oder Fragen weiter geholfen. Man hatte nie das Gefühl, mit irgendetwas alleine dazu stehen.
Wo und als was arbeitest du jetzt?
Nach meinem Abschluss habe ich bei der Firma LINEAS Informationstechnik GmbH als Systemanalytiker angefangen. LINEAS entwickelt individuelle Software für Kunden, wie Volkswagen, MAN oder TUIfly. Mein Einsatzgebiet ist die Entwicklung von Web-Anwendungen. Web-Anwendungen sind Programme, die ausschließlich über einen Browser bedient werden und nur zentral auf einem Server und nicht auf jedem Arbeitsrechner installiert werden.
Für TUIfly haben wir ein Buchungsprogramm entwickelt, welches tausende von Flugbuchungen pro Tag verarbeitet. Bei so einem Projekt hat man als Entwickler eine ziemliche Verantwortung. Fällt das System aus und lässt sich der Fehler nicht innerhalb eines Tages beheben, bedeutet das einen hohen finanziellen Verlust für den Kunden.
Wie bist du dort hingekommen?
Ich habe mein Diplompraktikum in Braunschweig gemacht, da ich wieder zurück zu meinen alten Freunden wollte. In Braunschweig findet regelmäßig eine Messe auf dem Gelände der TU Braunschweig statt, wo sich Firmen vorstellen, die neue Mitarbeiter suchen. LINEAS war ebenso wie viele andere Firmen auf der Suche. Daher habe ich auch eine Bewerbung an LINEAS geschickt. Nach dem Vorstellungsgespräch und einem kleinen Java-Test wurde mir dann eine Stelle angeboten.
Was von dem, was du hier studiert hast, zeichnet dich dort besonders aus?
Mich zeichnen insbesondere ein breites Grundlagenwissen und gute Java-Kenntnisse aus. Durch die Labore und die Praxissemester habe ich auch eine sehr praxisnahe Ausbildung erhalten und bin schnell produktiv einsetzbar gewesen. Interessanter weise haben andere Bewerber auch nicht das Verständnis für objektorientierte Programmierung. Die Hochschule hat hier gute Arbeit geleistet. Während meines Studiums habe ich auch gelernt mich schnell in neue Themen einzuarbeiten, was mir jetzt gerade im Bereich der Web-Entwicklung sehr zu gute kommt. In diesem anspruchsvollen Bereich der Software-Entwicklung muss man sich mit vielen unterschiedlichen Technologien beschäftigen um gute Ergebnisse zu bringen.
(Stand 2008)