
Wie hat deine Schullaufbahn die Wahl deines Studiengangs beeinflusst? Wie bist du auf deinen Studiengang gekommen?
Die Frage finde ich recht komisch, wenn man bedenkt, dass ich geplant hatte, Krankenschwester zu werden. Erst durch die Teilnahme an der "Sommerschule" hatte ich mich bestärkt gefühlt, an der HS Harz in Werni zu studieren. Dass ich mich für die Kommunikationsinformatik entschieden hatte, lag daran, dass ich in der Schule im Fach Informatik eine sehr gute Note hatte und auch im Privaten Interesse am Umgang mit Computern hatte. Mein Vater hatte durch seine Arbeit schon Anfang der 90er Jahre einen PC zu Hause, den ich auch ab und zu nutzen durfte. Klingt für heutige Verhältnisse echt komisch. Aber ich war das erste Mädel in der Klasse, die einen Computer hatte und damit umgehen konnte. Ausschließlich Technik wollte ich nicht studieren, und nur die Informatik auch nicht, also habe ich mich für die Mischung entschieden.
Was hat dich dazu bewegt, nach Wernigerode an die Hochschule Harz zu kommen?
Die "Sommerschule" war für mich der ausschlaggebende Punkt. In der einen Woche habe ich einige Räumlichkeiten mit deren Infrastruktur nutzen können, Professoren und Studenten kennen gelernt. Ich glaube, dies sind beste Vorraussetzungen, sich für diesen Standort zu entscheiden. Zumal ich in der Nähe von Quedlinburg wohnte und der Weg nach Hause nicht sehr weit war.
Was war im Studium besonders spannend? Was findest du an der Hochschule Harz besser als anderswo?
Ja ja, spannend. Für mich persönlich? Waren immer die Bekanntgaben der Klausurergebnisse. Der Adrenalinanstieg wenn man durch den Gang auf die Listen zuging und das verzweifelte Suchen nach der Matrikelnummer, um dann das nächterne Ergebnis abzulesen.
Ich weiß nicht, wie es in anderen Hochschulen so läuft, ich habe mich immer sehr wohl gefühlt an der HS Harz. Geschätzt habe ich, dass unsere HS nicht so "groß" ist, somit kannte man alle Professoren seines Bereichs mit denen man auch außerhalb der Vorlesungen immer ein nettes Gespräch führen konnte. Für mich bot die HS einen idealen Rahmen zu studieren und den gelernten theoretischen Teil in "Laboren" anzuwenden. Die HS bot mir die Möglichkeit, auch in meiner Freizeit mein theoretisches Wissen zu vertiefen und auszubauen. So habe ich in einem Entwicklungsprojekt (TaBu) mitgearbeitet und auch durch verschiedene Studentenjobs auf dem Campus noch etwas Geld dazu verdient. Mir persönlich haben diese "Freizeitjobs auf dem Campus" den Einstieg in das Berufsleben erleichtert (das sah auf dem Lebenslauf immer gut aus :_)).
Wo und als was arbeitest du jetzt? (kurze Beschreibung des Unternehmens und deiner Tätigkeitsbereiche)
Ich habe eine Stelle als "Systemingenieurin" (laut Stellenbeschreibung) bei der EADS in Friedrichshafen (Bodensee) im Bereich "Military Air Systems". Und arbeite in einem großartigem Team, welches sich mit der Entwicklung einer Bodenstation für unbemannte Flugzeuge zur Luftlage-Aufklärung befasst. Mein Aufgabenfeld erstreckt sich von der Analyse der Anforderungen, der Spezifikation eines Teilsystems, Erarbeitung einer Architektur bis hin zur Umsetzung und Wartung des Systems.
Wie bist du dort hingekommen? (Werdegang nach dem Studium)
Oh, diese Frage zu beantworten dauert etwas. Fangen wir mal vorne an. Zu Studienzeiten wurde in der Projektwoche von Prof. Dr. Zimmermann eine "Fahrt zum Bodensee" angeboten. Während der Reise wurden verschiedene Firmen besucht, unter anderem die EADS Friedrichshafen. Dort habe ich im Jahre 2003 meine Diplomarbeit absolviert und wurde leider wegen Einstellungstop nicht übernommen.
Zurück in den Harz wollte ich nicht, zumal mein Freund (den ich beim Studium kennen gelernt habe) und ich uns hier ein Leben aufbauen wollten. Also begann der Bewerbungsmarathon. Zwischendurch arbeitete ich als "Tellerwäscherin" in der Gastronomie, die Miete musste irgendwie bezahlt werden.
Nach einen halben Jahr intensiver Suche habe ich eine Stelle in einem Startup Unternehmen gefunden. Hier hatte ich einen "sofort ins kalte Wasser" Einsteig. Ich wurde Projektleiterin mehrerer Projekte die in Zusammenarbeit mit Kunden wie der T-Systems, der Lufthansa Systems oder der Deutsche Flugsicherung SLM-Lösungen umsetzten. Nach 3 Jahren dieser Arbeit suchte ich neue Herausforderungen bei der EADS.
Was von dem, was du hier studiert hast, zeichnet dich dort besonders aus?
Was mich auszeichnet ist das, was mir die HS-Harz und mein Studium mitgegeben haben. Wie löse ich strukturiert Problemstellungen und Aufgaben? Wie lassen sich Prozesse in Teilprozesse gliedern, damit das Ziel, z.B. Fertigstellung eines Systems, erreicht werden kann? Es sind heutzutage nicht die verschiedenen Technologien, wie Programmiersprachen oder Entwicklungstools, die mich auszeichnen, sondern wie ich mit einer bestimmten Herangehensweise Anforderungen und Problemstellungen meistere.
Wie heißt es so schön: "Ein Fachmann weiß, wie es geht. Ein Techniker weiß, wo es steht. Der Ingenieur kennt jemanden der weiß, wo es steht."
(Stand 2008)