Das Gütesiegel EMAS feierte Ende September sein 25-jähriges Jubiläum, auch die Hochschule Harz war dabei und hat mit dem Hissen der EMAS-Flagge gezeigt, dass die Umweltziele weiter verfolgt werden.

Fast 10 Jahre zertifizierte Nachhaltigkeit

Recyclingpapier, Solar-Energie, Campusbienen und Aufforstung im Stadtwald – neue Ideen gesucht!

Seit über 10 Jahren stehen Nachhaltigkeit und Umweltschutz kontinuierlich im Fokus an der Hochschule Harz, begleitet durch eine engagierte Arbeitsgemeinschaft. Im Sommersemester 2020 wurde die AG in eine Senatskommission überführt, in der gewählte Vertreter aller Hochschul-Statusgruppen – Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende – gemeinsam über das Nachhaltigkeitsmanagement beraten und entscheiden.

Zertifiziert von der Europäischen Union
Im Jahr 2011 wurde das wichtige Thema fest verankert und zertifiziert durch das Siegel der Europäischen Union: EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Das Gemeinschaftssystem aus Umweltmanagement und Betriebsprüfung richtet sich an Organisationen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen.

„Seit 2011 haben wir viel erreicht!“, erklärt Prof. Dr. Andrea Heilmann. Die Ingenieurin ist Dekanin des Fachbereichs Automatisierung und Informatik sowie Hochschullehrerin für Umwelttechnik und Umweltmanagement. Viele Jahre hat sie die „AG Nachhaltige Hochschule Harz“ geleitet, heute ist sie Vorsitzende der neugegründeten Senatskommission.

 

Preisgekrönte Recyclingpapier-Quote und eine eigene Photovoltaikanlage
Besonders stolz ist die Professorin – gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen Friederike Herrmann und Jeannette Israel-Schart – auf die Recyclingpapierquote von 100%. Im Oktober wurde die Hochschule dafür im Bundesumweltministerium in Berlin geehrt. „Wir haben beim Papieratlas-Hochschulwettbewerb der Initiative Pro Recyclingpapier den dritten Platz belegt. Im Vergleich zu Frischfaserpapier ist die Herstellung deutlich ressourcenschonender. So konnten wir 2019 über 152.000 Liter Wasser und mehr als 31.000 Kilowattstunden Energie einsparen“, berichtet Heilmann.

Auch der pro Kopf Verbrauch von 706 Blatt Papier im Jahr 2011 wurde auf 294 Blatt pro Mitarbeiter gesenkt. „Damit haben wir seit der Zertifizierung 6 Millionen Blatt eingespart und 26,5 Tonnen CO2 vermieden, das Ziel bleibt natürlich das ‚papierlose Büro‘“, sagt Friederike Herrmann. Zeitgleich wird auf moderne Serverarchitektur geachtet und Rechentechnik wird gespendet, wenn sie für die Hochschule nicht mehr nutzbar ist. Auch Büromobiliar wird an gemeinnützige Organisationen gegeben.

Die Hochschule geht sogar noch einen Schritt weiter und erzeugt selbst Energie: Vor 10 Jahren wurde auf dem Dach der „Papierfabrik“ durch den „HS Harz Solar e.V.“ eine Photovoltaikanalage errichtet. Sie ist 450 m² groß, hat bisher 232 Megawattstunden erwirtschaftet und damit bei der Energieerzeugung rund 162 Tonnen CO2- Emissionen eingespart. Bei allen Campus-Umbaumaßnahmen und -Neubauten wird heute auf energiesparende Technik und nachhaltige Bauweise Wert gelegt.

 

Umweltpreis für das Repaircafé
Aber das ist nicht alles: Studentische Initiativen engagieren sich für den Klimaschutz, an allen drei Fachbereichen gibt es Forschungs- und Studierendenprojekte, die sich Nachhaltigkeitsthemen verschreiben. Öffentlichkeitswirksame Erfolge werden vor allem mit Veranstaltungsreihen gefeiert: Das Repaircafé, das Tüftler der Hochschule Harz mit Besitzern von reparaturbedürftigen Geräten aus der Region zusammenbringt, wurde als Hochschul-Initiative gestartet und erreichte den 1. Platz beim Umweltpreis der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt. Bei der beliebten GenerationenHochschule ist die Nachhaltigkeit mit all ihren Facetten regelmäßig Thema für monatlich bis zu 600 Gäste und Online-Zuschauer.

 

Alltagshelden im Tauschrausch
Die Nachhaltigkeitswoche ist fest im Sommersemester verankert mit zahlreichen Aktionen und Workshops, besonders beliebt: Der „Tauschrausch“, bei dem Fehlkäufe oder Sattgesehenes den Besitzer wechseln. Für Drogerieartikel gibt es ganzjährig ein Tauschregal in Hörsaalnähe. Absolventinnen haben in der Wernigeröder Innenstadt einen „Foodsharing Fair-Teiler“ stationiert und den Campus auf die „Refill“-Landkarte gesetzt: Seit 2019 gibt es für alle zugängliche Wasserspender. Neue Mitarbeiter werden mit Getränkebechern und nachfüllbaren Wasserflaschen begrüßt.

Zielgruppengerecht wird auch kommuniziert: Die Plakataktion „Helden des Alltags“ inspiriert zu umweltfreundlichem Verhalten – Hochschullehrer werden dabei augenzwinkernd zu Superhelden.

 

Eigener Campushonig ist ein Hit
Tierische Superhelden werden ebenso bedacht: Seit Mai 2017 hat die Hochschule Harz eine Bienenpatenschaft über drei Völker übernommen. Besitzer und Betreuer ist Imker Enrico Kretschmar, der in der Saison (April bis September) wöchentlich in Wernigerode vor Ort ist. Dabei steht das pädagogische Imkern im Vordergrund und Besucher sind ausdrücklich erwünscht. Der Campushonig ist schon jetzt ein Verkaufsschlager. Bei der KinderHochschule konnten sich Junior-Studenten bereits über die nützlichen Insekten informieren und ein Online-Imkerworkshop sorgte in Corona-Zeiten für Begeisterung unter Naturschützern jeden Alters. Übrigens: Auch andere Nützlinge sind in mehreren Insektenhotels auf dem parkähnlichen Campus willkommen, an das Buffet wurde auch gedacht – etliche Blühstreifen bleiben Rasenmäher-freie Zonen.

 

Ideen sind immer willkommen
Die nächsten Projekte sind in den Startlöchern: Im November wird dem Harzer Wald geholfen. Unterstützt durch den Stadtförster bekommen zukunftsfähige Arten wie die Europäische Lärche, Hainbuche und Robinie eine neue Heimat im Wernigeröder Stadtwald durch die Hände von Hochschulmitarbeiter*innen. Und bei diesem tollen Projekt soll es nicht bleiben. „Immer wieder werden gute Ideen an uns herangetragen, wie wir unseren Campus und das tägliche Miteinander umweltfreundlicher gestalten können“, sagt Friederike Herrmann und betont: „Nur wer sichtbar ist wird auch gesehen! Daher sind Vorschläge immer herzlich willkommen unter: umweltmanagement(at)hs-harz.de“.

 

Informationen zur Nachhaltigkeitsmanagement an der Hochschule Harz: www.hs-harz.de/umweltmanagement

12.10.2020
AutorIn: Janet Anders
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Prof. Dr. Andrea Heilmann

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