Zimmerpflanzen als Onboarding-Instrument

Was Onboarding mit Zimmerpflanzen zu tun hat

Wie man Mitarbeiter findet, hält und qualifiziert

In Zeiten von Fachkräftemangel, neuen Arbeitsmodellen und Überalterung des Mitarbeiterstamms stehen Personalverantwortliche vor spannenden Herausforderungen. Anregungen, wie man diese meistern kann, gab die zweijährige Workshopreihe „HR Risikomanagement“ an der Hochschule Harz.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Elisabeth van Bentum wurden in Online-Befragungen Kennzahlen erhoben, ausgewertet und daraus nützliche Hinweise für die teilnehmenden Unternehmen abgeleitet. So war ein Tipp im Workshop zum Thema ‚Onboarding‘, neuen Kolleginnen und Kollegen zum Start in den Job eine Pflanze zu schenken, die gehegt und gepflegt werden muss. Dies hat durchaus eine symbolische Bedeutung und verbindet im Team. Rückmeldung von Ilka Reulecke, Personalverantwortliche bei der MBH Metallbearbeitung Harz GmbH in Elbingerode: „Wir setzen diesen Tipp seit knapp zwei Jahren um und bisher haben alle Pflanzen überlebt und auch die Mitarbeiter sind noch bei uns und fühlen sich wohl.“

Nach dem letzten Workshop im September trafen wir uns mit Tina Voigt, Personalreferentin bei der Evangelischen Stiftung Neinstedt, um über ihre Erkenntnisse aus den Seminaren zu sprechen. Sie resümiert:

„Es sind die kleinen Schritte, die wir gehen. Egal wie klein sie sind, aber wir gehen sie.“

 

Die Wernigeröderin hat an vier der insgesamt fünf Workshops zu den Themen Employer Branding und Recruiting, Onboarding, Personalentwicklung und Talentmanagement, Retention und Führung sowie Nachfolge- und Wissensmanagement zwischen Juni 2018 und September 2020 teilgenommen. Die Abstände zwischen den Veranstaltungen wertet sie positiv: „Es ist gut, dass die einzelnen Blöcke nicht direkt aufeinander folgten. So war zwischen den Workshops genügend Zeit, die Ergebnisse zu reflektieren und – wo möglich – auch schon in die Praxis zu übernehmen.“ 
Welche Schritte ist die Evangelische Stiftung Neinstedt bereits gegangen? Stellenanzeigen wurden überarbeitet und bei der Mitarbeitersuche wird verstärkt auf Social-Media-Kanäle gesetzt – so konnte die Bewerberquote als neue Performance-Kennzahl innerhalb der Stiftung bereits signifikant gesteigert werden.

Als Alumna des Studiengangs Wirtschaftspsychologie wusste Tina Voigt bereits im Vorfeld, dass der Wissenstransfer zwischen akademischer Forschung und unternehmerischer Praxis besonders im Fokus der Hochschule Harz steht. „Die enge Vernetzung der Hochschule mit regionalen Unternehmen habe ich bereits als Studentin als enormen Vorteil empfunden. Als Unternehmensvertreterin weiß ich den Wert der Hochschulaktivitäten nun noch aus ganz anderen Gründen zu schätzen: man profitiert von praxisnahen, fachlichen Erkenntnissen, die wissenschaftlich fundiert und auf dem aktuellstem Stand sind.“

Als positiv hob die 34-jährige darüber hinaus den familiären Charakter hervor, der die Hochschule Harz per se auszeichnet und der sich auch in der Workshopreihe widerspiegelte. Durch kleine Teilnehmergruppen sei ein intensiver Austausch, auch in den Pausen, möglich gewesen. Die Teilnahme von Vertretern aus unterschiedlichsten Branchen eröffnete einen guten Blick über den Tellerrand und das Absetzen der eigenen „Unternehmensbrille“, wodurch neue Impulse für die eigene Arbeit aufgenommen werden konnten.

Langfristig wünscht sich Tina Voigt eine Fortführung der Reihe, um herauszufinden, wie die Forschungsergebnisse in der Praxis angewendet wurden und wie sich die erarbeiteten Zahlen – besonders unter Einfluss der Corona-Pandemie – entwickeln. „Bis dahin setze ich weiterhin die Erkenntnisse um – Schritt für Schritt“.

Die Workshopreihe wurde durch das Projekt „Wissenschaftliche Weiterbildung für KMU in Sachsen-Anhalt 2019 - 2021“ im Rahmen des Operationellen Programms aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

16.10.2020
AutorIn: Franziska Hain
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Prof. Dr. Elisabeth van Bentum

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