Forschungsnews

Ein erster Schritt auf dem Weg zur Beleuchtung der Zukunft

Im Rahmen des LAKAT-Projekts kartierte Leuchte im Kurpark von Braunlage
Erfolgreicher Beleuchtungs-Workshop in Braunlage

Wie kann die öffentliche Beleuchtung in den beiden Harzorten Braunlage und Clausthal-Zellerfeld energieeffizienter, umweltfreundlicher und für Anwohner wie auch für Touristen optisch ansprechender gestaltet werden? Mit diesen spannenden Fragen befasste sich während der vergangenen Monate ein interdisziplinäres Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Stadtverwaltungen, der Hochschule Harz sowie des Lichtplanungsbüros Volz im Auftrag der Stadt Braunlage. Im Rahmen eines Abschlussworkshops am 20. November 2018 im Braunlager Rathaus wurden die Ergebnisse dieses Vorhabens nun erstmalig vor Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltungsspitzen beider Städte, des Stadtrats von Braunlage sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern präsentiert.

Nach der Begrüßung durch Braunlages Bürgermeister Stefan Grote und Projektkoordinator Thomas Reiß, erinnerte Utz Schmidtko als Vorsitzender der barrierefreien Sternwarte Sankt Andreasberg an die Fragestellung, die den eigentlichen Anstoß zum Projekt gab: Wie lässt sich der besonders dunkle Himmel über dem Harz – einer der sieben attraktivsten Beobachtungsregionen für Hobyastronominnen und -astronomen in Deutschland – langfristig durch besser abgeschirmte Beleuchtung schützen und erhalten? Hierfür muss, so Schmidtko, nicht unbedingt weniger, dafür aber intelligenter beleuchtet werden. So geben etwa voll abgeschirmte Straßenlampen ihr Licht nur dorthin ab, wo es auch tatsächlich benötigt wird und helfen damit bei der Eindämmung der zunehmenden Lichtverschmutzung.

Als ersten Schritt zu einer systematischen Optimierung der kommunalen Beleuchtung wurde durch Studierende der Hochschule Harz unter der fachlichen Anleitung von Prof. Dr. Ulrich H.P. Fischer-Hirchert eine Lichtpunktkartierung durchgeführt, deren Ergebnisse von Christian Reinboth aus der Stabsstelle Forschung vorgestellt wurden. Im Rahmen dieser Katalogisierung wurden alle Straßenzüge durch Teams begangen, die sowohl die Position der Lichtpunkte per GPS erfassten als auch eine Lichtpunkttabelle führten, die Angaben zu wesentlichen Lichtpunktparametern wie etwa Leuchtenform, Leuchtmittel und Masthöhe enthält. Von Straßenzügen und einzelnen Leuchten wurden - u.a. zur Dokumentation von Schäden - zudem georeferenzierte Fotos angefertigt. Im Rahmen der Erstellung dieses Katasters wurden insgesamt 4.067 Lichtpunkte kartiert sowie 954 georeferenzierte Fotos aufgenommen.

Die durch die Hochschule erhobenen Daten wurden an den Lichtplaner Mathias Volz übergeben, der auf dieser Basis Vorschläge zum mittel- bis langfristigen Austausches der existierenden Beleuchtung gegen moderne, energieeffiziente und voll abgeschirmte Leuchten erarbeitete. Im Rahmen seines Vortrags ging Volz neben den grundsätzlichen Kriterien guter Beleuchtung auch auf für Braunlage sinnvolle Leuchtenformen sowie die baulichen Rahmenbedingungen vor Ort wie etwa Masthöhen und -abstände ein.

Im Anschluss an die drei Fachvorträge wurde mit den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern über die Zukunft der kommunalen Straßenbeleuchtung in Braunlage und Clausthal-Zellerfeld diskutiert und eine gemeinsame Begehung der Bismarckstraße in Braunlage durchgeführt, in der durch die HarzEnergie Netz GmbH im Rahmen des LEADER-Projekts zu Testzwecken bereits eine Reihe moderner, voll abgeschirmter und energiesparender LED-Leuchten installiert wurde.

Das Projekt „Beleuchtungskonzept Oberharz – Kartierung, Evaluation, Optimierung und Modernisierung der Straßenbeleuchtung in Braunlage und Clausthal-Zellerfeld“ wurde aus Mitteln des Programms zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum Niedersachsen und Bremen (PFEIL, Fördermaßnahme LEADER) sowie aus Eigenmitteln der Städte Braunlage und Clausthal-Zellerfeld finanziert.