Forschungsnews

Gutbesuchte Fachtagung zur digitalen Vermittlung in Museen an der Hochschule Harz

AudiMax Hochschule Harz
Anke von Heyl
Prof. Daniel Ackermann
Daniel Mouratidis
Diana Schmidt
Freifunk Harz e.V.
Heike Hinke
Ines Cieslok
Interview MDR Kultur
Max Mischorr
Handmade Sushi
Susanne Kopp-Sievers
Hochschule sieht sich als strategischer Partner der Digitalisierung im Kulturbereich

Am 21.08.2017 fand – nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr – die zweite gemeinsame Fachtagung des Museumsverbands Sachsen-Anhalt e.V. und der Hochschule Harz auf dem Wernigeröder Campus der Hochschule statt. Über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Museen in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Niedersachsen informierten sich über neue Formen der digitalen Vermittlung in kulturellen Einrichtungen - vom Einsatz mobiler Apps über die Nutzung von Spielen wie Minecraft bis hin zu komplexen Virtual Reality- und Mixed Reality-Anwendungen.

Eröffnet wurde die Tagung durch Prof. Dr. Georg Westermann, den Prorektor für Forschung und Wissenstransfer der Hochschule Harz, der zunächst einige besonders erfolgreiche Kooperationen zwischen Hochschule und Museen hervorhob und das grundsätzliche Interesse der Stabsstelle Forschung an gemeinsamen Projekten mit regionalen Kultureinrichtungen betonte: „Gerade im Hinblick auf den Einsatz neuer Medien können die unverstellte Perspektive und das Know-How unserer Studentinnen und Studenten schon in der Phase der Projektentwicklung eine große Bereicherung sein“.

Nach einem kurzen Auftaktvortrag von Christian Reinboth über das Vokabular der Digitalisierung, betonte die Kulturbloggerin und Social Media-Expertin Anke von Heyl in ihrer Keynote Speech die Bedeutung der Dialogorientierung in der digitalen Wissensvermittlung. Das Museum mit Zukunft, so von Heyl, müsse über seine physischen Begrenzungen hinauswachsen und sich Fragen und Kritik auf Augenhöhe stellen. Wichtig sei insbesondere das Ablegen der Angst, das digitale könne das physische Museum ersetzen: „Das wird nie passieren“, so die Kunsthistorikerin. „Vielmehr kann die Erweiterung auf den digitalen Raum das physische Museumserlebnis sogar noch intensivieren.“

In mehreren Vorträgen aus der Praxis wurde anschließend deutlich, wie weit die Digitalisierung in einigen Museen bereits vorangeschritten ist. So berichtete Max Mischorr vom Freifunk Harz e.V. von der Einrichtung eines WLAN-Netzwerks im Wernigeröder Harzmuseum, während Diana Schmidt und Stephan Meurer demonstrierten, wie das bekannte Videospiel „Minecraft“ in der museumspädagogischen Arbeit des Kreismuseums Bitterfeld zum Einsatz kommt. Heike Hinke vom Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt schließlich stellte eine Tablet-App des Technikmuseums Magdeburg vor, die Schülerinnen und Schülern mit Hilfe von Animationen und kleinen Spielen einen niederschwelligen Einstieg in die Geschichte der DDR-Industriekultur vermittelt.

Nach einer kurzen Pause entführte Prof. Daniel Ackermann vom Fachbereich Automatisierung und Informatik der Hochschule die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Welt der Augmented und Virtual Reality und illustrierte, wie eine museale Anwendung des Jahres 2020 aussehen könnte. Eine eigens von ihm für die Tagung entwickelte Augmented Reality-App, die einen kleinen Dinosaurier über die Tische des AudiMax laufen ließ, sorgte für viel Begeisterung. Als besondere Zugabe präsentierten drei Studierende aus dem Master-Studiengang Medien- und Spielekonzeption anschließend ihre Ideen für „Museumsgames“. Die beiden letzten Vorträge waren den Vertretern der Landesregierung vorbehalten: Während Ines Cieslok vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung zum Zwischenstand der „Digitalen Agenda für Sachsen-Anhalt“ referierte, in die auch etliche Anregungen aus den Museen des Landes aufgenommen wurden, forderte Vize-Regierungssprecher Daniel Mouratidis die vertretenen Einrichtungen auf, sich noch intensiver als bisher in die Öffentlichkeitsarbeit des Kultusministeriums über die verschiedenen Social Media-Kanäle einzubringen.

Ein wichtiges Fazit stand für Susanne Kopp-Sievers, Geschäftsführerin des Landesmuseumsverbands und Moderatorin der Tagung, bereits bei der Verabschiedung fest: Das Tagungsformat mit einer Mischung aus musealer Praxis und Hochschulforschung hat sich erneut bewährt: „Der wechselseitige Austausch zwischen Hochschule und Museum liefert Denkanstöße und Anknüpfungspunkte für gemeinsame Vorhaben – ein Format, dass wir auf jeden Fall weiter fortsetzen sollten.“

Die Vorträge der Fachtagung werden unter folgender URL zum Download angeboten:

https://www.hs-harz.de/forschung/tagungen/museumstagung-2017/