Forschungsnews

Hochschule Harz präsentierte aktuelle Projektergebnisse auf der 19. NWK

Christian Reinboth
Dr. Matthias Haupt
Projekt fast care
Application im Gespräch
Unser wissenschaftlicher Nachwuchs war mit vier Vorträgen und zwei Posterpräsentationen vertreten

Mit vier Vorträgen und zwei Posterpräsentationen war der wissenschaftliche Nachwuchs der Hochschule Harz erneut auf der Mitteldeutschen Nachwuchswissenschaftlerkonferenz vertreten, die in diesem Jahr bereits zum 19. Mal stattfand und - hervorragend organisiert - am 05. und 06. Juni am Köthener Standort der Hochschule Anhalt ausgerichtet wurde.

In seinem Vortrag über die Erfassung von Vitalparametern in technikgestützten Pflegeassistenzsystemen berichtete Dr. Matthias Haupt aus dem von Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert geleiteten Projekt tecLA LSA am Fachbereich Automatisierung und Informatik. Im Rahmen dieses Projekts wird an der Hochschule Harz, an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein sowie an der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg eine benutzerfreundliche und auf die speziellen Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren ausgerichtete Softwareplattform entwickelt, über die bereits marktverfügbare Systeme und Softwareapplikationen aus den Einsatzbereichen Ambient Assisted Living (AAL), Telepflege und Kommunikation integriert und damit über eine gemeinsame Oberfläche verfügbar gemacht werden sollen. Der derzeit noch im AAL-Labor der Hochschule getestete Prototyp dieser Plattform soll noch im laufenden Jahr in einem stationären Pflegeheim der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.im praktischen Einsatz erprobt werden. Mit der Frage, wie genau das menschliche Gehirn Töne wahrnimmt, und ob etwa dissonante Tonfolgen dort andere Reaktionen als harmonische Tonfolgen hervorrufen, befasste sich der Vortrag von Maria Heinze vom gleichen Fachbereich, die derzeit im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens an der Universität Maastricht sowie - betreut von Prof. Dr. Frieder Stolzenburg - an der Hochschule Harz forscht. Die sich im Gehirn abspielenden Prozesse werden dabei mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) identifiziert, die hierdurch gewonnenen Daten werden anschließend unter Einsatz von Methoden des maschinellen Lernens auf das Vorhandensein von Mustern geprüft. Über die Verbesserung der Lebensbedingungen für Fischarten wie Bachforelle und Groppe in den beiden Harzer Gebirgsflüssen Holtemme und Zillierbach referierte Christian Reinboth aus der Stabsstelle Forschung, der sich im Rahmen eines berufsbegleitenden Masterstudiums an der FernUni Hagen mit der Bedeutung der ökologischen Durchlässigkeit für heimische Fließgewässer befasst hat. Reinboth ging im Rahmen seines Vortrags insbesondere darauf ein, warum ein erster Versuch, die durch die mit großem baulichen Aufwand geschaffene ökologische Durchlässigkeit eingetretenen Verbesserungen auf Basis geolokalisierter Daten aus mehreren hundert Elektrobefischungen zu belegen, die über einen Zeitraum von fast 15 Jahren durchgeführt wurden, aus methodischen Gründen vorerst nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Als zweite Vertreterin der Stabsstelle Forschung präsentierte Corinna Langhans die InnoToolBox - ein neuartiges Instrument zur Evaluation der Innovationsfähigkeit von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU), das an der Stabsstelle unter Leitung von Prof. Dr. Westermann entwickelt wurde. Die InnoToolBox gestattet über den dreidimensionalen InnoKubus einen unmittelbaren grafischen Vergleich von Prozesskapazitäten und Know-How entlang des gesamten Innovationszyklus. 

Die vier Fachvorträge wurden durch zwei Poster ergänzt. Während Sabrina Hoppstock 3D-Modelle für die Neuplanung der Beleuchtung der historischen Kaiserpfalz in der UNESCO-Welterbestadt Goslar präsentierte, stellte Jens-Uwe Just den durch die HarzOptics GmbH - ein An-Institut der Hochschule Harz - entwickelten Prototypen eines Sensorsystems zur spektroskopischen Untersuchung von Raumluft vor, der im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts „fast care“ in ein Sensornetzwerk zur Überwachung von Reha-Patientinnen und -Patienten integriert werden soll.

Die nächste und damit bereits 20. NWK wird am 18. und 19. Juni 2019 an der Hochschule Merseburg stattfinden.

Fotos: Hochschule Anhalt