Stiftung Karl Oppermann

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Zur Stiftung und Ausstellung

Karl Oppermann fühlt sich der Hochschule Harz aus unterschiedlichen Gründen nahe und verbunden. Daher konnten wir an der Hochschule Harz zum „krummen Jubiläum“ des 15-jährigen Bestehens im Herbst 2006 eine kleine Auswahl seines Werks in der Rektoratsvilla präsentieren. Unter dem Titel „Schwimmen lernen. Schüler – Meisterschüler – Meister“ machte Oppermann mit der Entwicklung seines Werks über einen längeren Zeitraum vertraut und bezog auch das Oeuvre seiner Schüler ein. Auf diese Weise wurde – ganz dem genius loci verpflichtet – der akademische Lehrer Oppermann einer breiten Öffentlichkeit in der Region, aber auch Studierenden und Lehrkörper der Hochschule Harz vertraut.

Schon damals entstand am Rande der Vernissage der Gedanke, auf dem Gelände der Hochschule einen Ort zu finden, an dem besondere Werke Oppermanns dauerhaft präsentiert werden können. Seitdem sind die Gespräche darüber nie abgerissen, wurden Örtlichkeit und Themen diskutiert. Es ist der besonderen Offenheit des Künstlers zu danken, bei der Auswahl der Werke die Erwägungen der „Empfängerin“ zu berücksichtigen und deren Wünschen zugleich Rechnung zu tragen. Auch dafür hat die Hochschule Harz Karl Oppermann zu danken!

Die zur Stiftung gehörenden Arbeiten repräsentieren einige Besonderheiten in der künstlerischen Intention Oppermanns, auf die hier hinzuweisen ist.

Oppermann hat sich stets mit Themen seiner unmittelbaren Umgebung befasst, hat scheinbar Alltägliches in künstlerische Form gegossen und zugleich Zeit-Themen berücksichtigt. Mit Blick auf den internationalen Anspruch der Hochschule Harz und deren besondere interkulturelle Verpflichtung haben wir gemeinsam vier Bilder ausgewählt, die diese Idee auch im Werk Oppermanns spiegeln. Zugleich sollte mit der Örtlichkeit für die dauerhafte Ausstellung der Bilder eine breite Öffentlichkeit erreicht und das vom Künstler wie von der Hochschule verfolgte Anliegen verdeutlicht werden. Die vier großformatigen Werke fügen sich mit ihrer expressiven Kraft ideal in die nüchterne, sachliche Architektur und die großen Wandflächen der erst im Jahre 2004 fertig gestellten Bibliothek unserer Hochschule.

Das Anliegen von Künstler und Hochschulleitung mit dieser Präsentation wird in den der Stiftung Karl Oppermann zugeordneten Bildern deutlich.

 

Oppermann wurde zu Zeiten der Weimarer Republik in einer alteingesessenen Handwerker-Familie geboren und wuchs in Wernigerode auf. Der Vater war Ingenieur und Elektromeister, der Großvater Böttcher- und Küfermeister. Am Ende des Zweiten Weltkriegs fixierte Oppermann als Fünfzehnjähriger seine Berufswahl auf die Malerei und begann gleichzeitig zu schreiben.

Nach dem Abitur am Städtischen Fürst-Otto-Gymnasium, dem heutigen Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode, verließ Oppermann aus politischer Überzeugung die DDR und studierte ab 1950 an der Hochschule für bildende Künste im damaligen West-Berlin. Zunächst widmete sich Oppermann der Kunsterziehung bei Ludwig Gabriel Schrieber (Bildhauerei) und Curt Lahs (Malerei) und wechselte sodann als Meisterschüler von Ernst Schumacher zur freien Malerei. 1952 lernte er anlässlich einer Paris-Reise Günter Grass kennen, den späteren Literaturnobelpreisträger, mit dem er seit den gemeinsamen Studienjahren an der Hochschule für bildende Künste, Berlin, befreundet ist.

In den 60er Jahren wurde Oppermann durch erste Ausstellungen in Berlin bekannt. In seiner Kunst strebte er die Übermittlung einer „humanen Mission“ an. In diesem Sinne fühlte er sich der mitteldeutschen Maltradition verpflichtet. In die Zeit um 1960 fiel auch der Beginn der Freundschaft mit dem polnischen Literatur- und Theaterkritiker Andrzej Wirth. Ferner wirkte Oppermann in der „Berliner Neuen Gruppe“ mit und veröffentlichte 1962 seinen ersten literarischen Gedichtband mit Radierungen „Altea“. Er verbrachte Arbeitsaufenthalte in Spanien, in der Villa Romana in Florenz und ab 1967 auf der Insel Elba. Von 1970 bis 1985 betrieb Oppermann ein Atelier auf Elba. Anlässlich einer ersten Lateinamerika-Reise mit Ausstellungen in Bogotá und Caracas fand sich in einer Zeitungskritik von Luis Freres erstmals die Bezeichnung Oppermanns als „Prusiano-Latino“. Der Begriff ist zurückzuführen auf die eingehende Auseinandersetzung Oppermanns mit der preußischen Vergangenheit, die aus seinem Anspruch auf politisch-historische Aufklärung resultierte, als auch auf seine emotionale Verbundenheit mit Spanien (dt.: „engagierter Preuße und Lateinamerikaner“). Zahlreiche Einzelausstellungen führten Oppermann in Folge u. a. nach Caracas, Lima, New York, São Paulo und in viele europäische Hauptstädte wie Berlin, Brüssel, Paris, London und Prag.

1971 wurde er an seiner Alma Mater, der heutigen Universität der Künste (UdK), zum Professor berufen. Hier lehrte Oppermann 25 Jahre freie Malerei. Er arbeitete viele Jahre in der Hochschulpolitik, war Senator der UdK, vertrat Hochschulen und Universitäten im Rundfunkrat. Seit 1989 betreibt Oppermann neben seiner Werkstatt in Berlin ein Atelier an der Rambla de las Flores von Barcelona. Seine Arbeiten befinden sich heute in vielen Museen, so im Jüdischen Museum in Berlin, Kupferstichkabinett Berlin, Landesmuseum Bonn, Kupferstichkabinett Dresden, Biblioteca Nacional de Madrid, Stiftung Berlin Museum sowie in öffentlichen Institutionen und Banken. 1995 erschien im Gebrüder Mann Verlag, Berlin, eine umfangreiche Biografie des Malers unter dem Titel „Karl Oppermann – Prusiano-Latino“.

1996 verlegte er seinen Lebensmittelpunkt von Berlin nach Veckenstedt im Harzvorland. Seit Sommer 2007 ist Oppermann Vorsitzender des Vereins Kinder-Atelier Harz e. V. mit Sitz in Wernigerode. Nach zahlreichen kleineren Lyrik-Publikationen veröffentlichte er 2005 zudem seinen ersten Erinnerungsband unter dem Titel „Klatschmohn und Silberstift“. 2007 erschien der Folgeband „Wechselgesang“, 2010 „Nachschlag“. Im September 2010 schenkte Oppermann der Kulturstiftung Wernigerode sein gesamtes druckgrafisches Werk.

 

Einrichtung der Stiftung am 28. Oktober 2008

  • Die Aussteiger (1986), Öl auf Leinwand, 300 x 200 cm
  • Die Einsteiger (1987), Öl auf Leinwand, 300 x 200 cm
  • Imagenes de la Rambla (1992), Öl auf Leinwand, 300 x 200 cm
  • Boat-people (1986), Öl auf Leinwand, 300 x 200 cm

Erweiterung I der Stiftung am 2. Juni 2009, anlässlich des 150. Todestages Alexander von Humboldts

  • Alexander von Humboldt (2004), Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Erweiterung II der Stiftung am 28. Oktober 2009, anlässlich des einjährigen Bestehens

Afrikanische Tragödie (2006), Öl auf Leinwand, Triptychon
— Die roten Kreuze (1986), Öl auf Leinwand, 150 x 200 cm
— Teneriffa Transfer (2006), Öl auf Leinwand, 150 x 400 cm
— Wer schafft es? (2006), Öl auf Leinwand, 150 x 200 cm

Erweiterung III der Stiftung am 15. November 2011, anlässlich des ersten Stifterabends 

  • Teneriffa Transfer - Gestrandet (2007), Öl auf Leinwand, 115 x 90 cm

Erweiterung IV der Stiftung am 15. Mai 2012, anlässlich des zweiten Stifterabends  

  • Wilhelm von Humboldt (2004), Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Erweiterung V der Stiftung am 28. Oktober 2012, anlässlich des vierjährigen Bestehens der Stifung 

  • Die Flucht (2006), Öl auf Leinwand, 130 x 150 cm

Erweiterung VI der Stiftung am 8. April 2014, anlässlich des fünften Stifterabends  

  • Die Freiheit geht weiter (2013), Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm
  • Syria, Syria (2013), Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm

Erweiterung VII der Stiftung am 1. November 2015, im Rahmen des Festakts "Prusiano-Latino"  anlässlich des 85. Geburtstags mit Verleihung der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt

  • Selbstbildnis mit Schlips (1986), Öl auf Sperrholz, 60 x 30 cm

Erweiterung VIII der Stiftung am 26. März 2019, anlässlich des fünfzehnten Stifterabends 

  • Gilgamesch (2015), Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm

Annett Leopold

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