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KinderHochschule widmet sich tierischen Therapeuten

Therapiehund Imo war der Star bei der März-Vorlesung der KinderHochschule. Katrin Liebelt von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Harzklinikum D.C. Erxleben, Wernigerode, stellte „Tiere als Therapeuten“ vor. Fotos: Hochschule Harz
Therapiehund Imo begeistert 250 Junior-Studenten

Zur ersten Vorlesung der KinderHochschule im Jahr 2017 strömten Ende März rund 250 Mini-Studiosi im Alter von acht bis zwölf Jahren in das AudiMax auf dem Wernigeröder Campus. Als Dozentin für die Vorlesung „Was macht das Schwein in meinem Bett? Tiere als Therapeuten“ wurde Katrin Liebelt von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Harzklinikum D.C. Erxleben, Wernigerode, begrüßt. Die Kinderkrankenschwester kam nicht allein: neben Hasen und Meerschweinchen war Therapiehund Imo der Star der Vorlesung. Passend dazu hatte die Dozentin für alle Nachwuchsakademiker Plätzchen in Hundeform gebacken.

Die Referentin gab den jungen Zuhörern zu Beginn Einblicke in die historische Entwicklung der Tierassistierten Therapie, kurz TAT: „In den USA wurden in den 1960er Jahren erste Studien durchgeführt, ab 1980 forschte man auch in Deutschland. Inzwischen hat sich die Tiergestützte Therapie hierzulande bereits an 120 Krankenhäusern etabliert“, so die Expertin. Einsatzgebiete sind sowohl körperliche als auch seelische Erkrankungen; behandelt wird im Rahmen von Physiotherapie, Geriatrie oder Logopädie. Katrin Liebelt erklärt: „Tiere bringen uns zum Lachen, sie fördern eine positive Denkweise, steigern das Selbstwertgefühl und regen zum Bewegen an. Mit ihrer Hilfe sprechen Patienten sogar besser auf Medikamente an.“

In der Wernigeröder Kinderklinik wird seit 2001 mit Tieren therapiert; aber wie kann man sich einen solchen Tag vorstellen? „Vormittags bringen wir unseren Patienten kleine Tiere, wie zum Beispiel Kaninchen oder Meerschweinchen, direkt ins Zimmer. Größere Tiere wie Ziegen oder Schafe können die Kinder in den Ställen des Klinik-Gartens besuchen“, verrät Liebelt. Der Einsatz für Therapiehund Imo beginnt 15 Uhr - die Kinder können ihn kämmen, spazieren oder in den „Schmuseraum“ gehen.

Im zweiten Teil der Vorlesung durften die Schüler Spiele für Imo vorbereiten und Belohnungen verstecken. Der sanftmütige, clevere und disziplinierte Hund fand schnell den Weg ins Herz jedes Junior-Studenten. Um die Ausbildung zum Therapiehund zu bestehen, müssen die Vierbeiner etliche Voraussetzungen erfüllen: „Sie dürfen keine Angst vor Rollstühlen oder großen Menschengruppen haben. Außerdem dürfen sie nicht ‚futterneidisch‘ sein und müssen lernen, nicht wahllos alles zu fressen – zum Beispiel Tabletten“, erklärt die Dozentin.

Die KinderHochschule ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule Harz und des Internationalen Bundes; sie zielt darauf ab, bereits die Jüngsten frühzeitig für wissenschaftliche Themen zu begeistern. Die nächste Veranstaltung findet am Samstag, dem 17. Juni 2017, von 10 bis 12 Uhr, im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9, Am Eichberg 1) auf dem Wernigeröder Campus statt. Jens Klimek, Solveig Siede und Gabriele Warmke vom Landesgymnasium für Musik Wernigerode referieren zum Thema „KOMPONIEREN - nichts leichter als das!? Die Zutaten der Musik“. Anmeldung unter: www.kinderhochschule.eu.