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GenerationenHochschule aktuell mit Sondervorlesung am Domplatz

BU: Tief unter der Erde: Neue archäologische Funde geben Aufschluss über die Siedlungsgeschichte Halberstadts. Foto: Dr. Matthias Sopp
Verborgene Geheimnisse – neue archäologische Funde in Halberstadt

Am Dienstag, dem 26. März 2019, von 17 bis 19 Uhr, findet im Hörsaal N113 (Domplatz 16) auf dem Halberstädter Campus der Hochschule Harz eine Sonderveranstaltung der beliebten Vorlesungsreihe GenerationenHochschule statt – alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Dr. Matthias Sopp, Archäologe des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, spricht über „Halberstadt vor 4.000 Jahren – neue archäologische Funde entführen in die früheste Bronzezeit“. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei; Anmeldung unter: www.generationenhochschule.de.

 

Bei fast jedem Bauvorhaben im Halberstädter Sonntagsfeld und dem angrenzenden Goldbachtale gibt die Erde Schätze aus längst vergangenen Zeiten preis. „Allein bei den aktuellen Grabungen seit Oktober 2018 konnten wir 22 Gräber mit 30 Individuen aus der jüngsten Jungsteinzeit und der frühesten Bronzezeit bergen. Die Grabstätten sind den Kulturen der Glockenbecher sowie der Aunjetitzer zuzuordnen“, so Dr. Matthias Sopp. In der Menschheitsgeschichte ist es eine Besonderheit, dass hier in Halberstadt West und Ost aufeinandertrafen. Das Verbreitungsgebiet der Aunjetitzer Kultur zog sich von Thüringen und Sachsen-Anhalt bis hin zu Böhmen und Niederösterreich. Die Glockenbecherkultur, die in der Forschung als eine Gemeinschaft von Reiterkriegern angesehen wird, stammte aus den westlicheren Regionen Europas.

 

Zu den seltenen Artefakten, die Dr. Sopp und sein Team bergen konnten, zählen neben den typischen bauchigen Keramikgefäßen, die der Kultur ihren Namen gaben, unter anderem drei wertvolle Bronzedolche und eine sogenannte Armplatte. Diese wurde am Unterarm zum Schutz vor der zurückschnellenden Bogensehne getragen. Ein bedeutsamer Fund, bedenkt man, dass Kupfer in dieser Zeit als kostbar und schwer zu beschaffen galt, so Dr. Sopp. Derzeit werden die Objekte im Landesmuseum für Denkmalpflege und Archäologie in Halle weiter untersucht.