Neuigkeiten

CyberSecurity: Gemeinsames Hochschul-Projekt in Sachsen-Anhalt

IT-Experten entwickeln Sicherheitskonzepte für regionale Unternehmen

Die Digitalisierung ist aus dem privaten Alltag und den Strategien von Betrieben und öffentlichen Einrichtungen nicht mehr wegzudenken. Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen des Landes fehlen jedoch oftmals die Ressourcen, IT-Sicherheit von Anfang an mitzudenken und zeitgemäß zu integrieren. Informatiker und IT-Experten der Hochschule Harz, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) wollen das nun in dem gemeinsamen Forschungsprojekt „CyberSecurity-Verbund Sachsen-Anhalt“ ändern, auch als Teil der Digitalen Agenda des Landes. Jede Hochschule erhält hierfür rund 640.000 Euro vom Land und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Ende August fand an der Hochschule Harz die Auftaktveranstaltung statt. Prof. Dr. Hermann Strack, Experte für Netzwerke und praktische Informatik in Wernigerode, ist Koordinator des gemeinsamen Vorhabens. Er erklärt: „Informationstechnik wird oft im Do-it-yourself-Verfahren aus Komponenten verschiedenster Anbieter zusammengestellt ohne konsequente Vorsorge bezüglich IT-Sicherheit.“ Sein Mitstreiter Dr. Sandro Wefel, Projekt-Leiter am Institut für Informatik der MLU, ergänzt: „Geräte kommunizieren im Internet ohne menschliches Zutun miteinander. Das sind nicht nur Smartphones und andere Alltagsgegenstände – auch in der Industrie gibt es viele Anwendungsbereiche für das sogenannte ‚Internet der Dinge‘. Das stellt jedoch ein beliebtes Angriffsziel für Hacker dar, es drohen nicht nur Datenklau und finanzielle Verluste, sondern auch rechtliche Sanktionen. Den Bedarf nach besseren Sicherheitsmechanismen gibt es eigentlich in allen Wirtschaftsbereichen.“ Prof. Dr. Jana Dittmann, Informatik-Professorin an der OVGU, betont, was die Wissenschaftler antreibt: „IT-Sicherheit und Datenschutz werden wesentlich zur Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Sachsen-Anhalt beitragen.“

Sehr oft sei das Internet im Alltag eher mit Konsum, Spaß und Unterhaltung verbunden, das Bewusstsein um sensible Datenverkehre und der Schutz komplexer digitaler Prozesse kommen zu kurz. Hermann Strack zieht als Beispiel die Architektur heran: „Ein Haus soll schön aussehen und stilsicher eingerichtet sein, gleichzeitig muss es Wind und Wetter standhalten und Schutz bieten – dafür integrieren Architekten, Statiker und Bauingenieure schon im allerersten Schritt der Planung die Sicherheit in ihre Konstruktion.“ In der IT nennen die Experten das „Security by Design“. „Und das ist auch unser Ziel“, so Strack. Der Professor blickt auf zahlreiche Projekte zurück, die unter anderem den Einsatz des neuen Personalausweises im Bildungsbereich - wie z.B. bei Prüfungsmeldungen oder im Zeugniswesen - untersucht haben. Dies ist ein Beispiel für den konstruktiven Einsatz von vertrauenswürdigen und hochwirksamen Sicherheitskomponenten.

Die Wissenschaftler besuchen derzeit Unternehmen und Einrichtungen – darunter auch Schulen und öffentliche Verwaltungen – um dort den Bedarf nach modernen und wirksamen Lösungen zu analysieren. Gemeinsam entwickeln die drei Projektpartner im Anschluss passende Beratungs- und Schulungsangebote. Dabei geht es auch darum, Mitarbeiter zu sensibilisieren und entsprechende Lösungskompetenzen aufzubauen. Großen Wert wird auf Unabhängigkeit und Anbieterneutralität gelegt. „Bereits Anfang 2020 ist eine Informationsveranstaltung geplant“, erklären die Hochschulvertreter. Das Projekt läuft noch bis 2022.

Kontakt und Ansprechpartner:
Verbundprojekt: netlab@hs-harz.de
Prof. Dr. Hermann Strack, HS Harz: hstrack(at)hs-harz.de
Prof. Dr. Jana Dittmann, OvGU: jana.dittmann(at)iti.cs.uni-magdeburg.de
Dr. Sandro Wefel, MLU: sandro.wefel(at)informatik.uni-halle.de