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Digitale Lösungen für die Nahversorgung

Hochschulmitarbeiter Oliver Otto zeigt Christel Wagner und Vasilica Niebling im Verkaufsraum der Schauener Landfleischerei, wie die Abholung von bestellten Waren ablaufen könnte
Hochschulmitarbeiter Oliver Otto zeigt Christel Wagner und Vasilica Niebling im Verkaufsraum der Schauener Landfleischerei, wie die Abholung von bestellten Waren ablaufen könnte
hier mit QR-Code-Scanner und Tablet (v.l.n.r.) Fotos: Hochschule Harz
hier mit QR-Code-Scanner und Tablet (v.l.n.r.) Fotos: Hochschule Harz
Hochschule Harz gewinnt erste Interessenten für regionalen Online-Marktplatz

Vom kleinen Bäckergeschäft bis hin zum Fleischerwagen – die Nahversorgungsangebote im ländlichen Raum sind vielfältig, die Herausforderungen allerdings auch. Hinzu kommen die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Wie können Anbieter ihre Erzeugnisse kurz- und langfristig vermarkten? Mit zunächst zwei Nahversorgern aus Osterwieck entwickelt die Hochschule Harz einen regionalen Online-Marktplatz. Für die Testphase werden weitere Gemeinden und Anbieter gesucht, bevor die Plattform für die Kunden zugänglich gemacht werden kann.

„Für die Sicherung der Nahversorgung in ländlichen Regionen gibt es bundesweit bereits einige gute Beispiele. Dazu gehört die gemeinsame Online-Vermarktung mehrerer kleiner Händler und Erzeuger“, berichtet Prof. Dr. Andrea Heilmann, Dekanin des Fachbereichs Automatisierung und Informatik und Leiterin des Projekts. Für die Osterwiecker Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ geht es darum, „vorhandene Anbieter und ihre Produkte sichtbar und bekannt zu machen – und da hilft eine gemeinsame Plattform“. Testerin Vasilica Niebling von der Schauener Landfleischerei weist darauf hin, dass Online-Kanäle „gerade durch die aktuellen Kontaktbeschränkungen noch relevanter für die Vermarktung“ werden.

Um den Einkauf für die Endkunden zu erleichtern und gleichzeitig – aus aktuellem Anlass – die persönlichen Kontakte zu minimieren, könnte es zusätzlich eine Vorbestellfunktion geben. Ferdinand von Erffa und Johanna Reckleben, Gesellschafter der Biogemüse Ilsetal GmbH und ebenfalls Tester der Plattform, haben mit telefonischen Vorbestellungen bereits Erfahrungen gesammelt. Sie erhoffen sich, „dass diese über die Internetplattform noch einfacher und professioneller abgewickelt werden können“. Für die Abholung könnten QR-Codes und entsprechende Scanner eingesetzt werden.

Die Ideen für die Nahversorgung im ländlichen Raum gehen sogar noch weiter: „Langfristig gesehen könnten beispielsweise durch die Vernetzung mit Verkehrsdienstleistern so genannte Versorgungsnetzwerke entstehen“, erklärt Professorin Heilmann. Der Online-Marktplatz ist nun der erste Schritt, für den weitere interessierte Gemeinden und Anbieter gesucht werden. Über einen eigenen Zugang zum Testsystem kann die Plattform kostenfrei ausprobiert und gemeinsam mit der Hochschule Harz angepasst werden.

Ansprechpartner für Interessierte ist Projektmitarbeiter Oliver Otto (Tel.: 03943 659 881, E-Mail: DiNeNa(at)hs-harz.de). Weitere Informationen gibt es stets aktuell unter https://dinena.hs-harz.de/.

Das Projekt „Digitales Netzwerk Nahversorgung“ (DiNeNa) wird in Kooperation mit den Gemeinden Huy und Osterwieck durchgeführt. Es wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und dem Landkreis Harz gefördert.