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Promotionsrecht an forschungsstarke Hochschulen in Sachsen-Anhalt verliehen

Promotionsrecht Hochschule Harz
Minister Prof. Dr. Armin Willingmann (Mitte) hat das Promotionsrecht an zwei hochschulübergreifende Promotionszentren verliehen, die von den Hochschulen Harz, Anhalt, Merseburg und Magdeburg-Stendal getragen werden; hier bei der Übergabe an Rektoratsmitglieder und Vertreter der beteiligten Hochschulen auf dem Wernigeröder Campus.
Promotionsrecht Hochschule Harz
Prof. Dr. Folker Roland, Rektor der Hochschule Harz und Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, bei der Verleihung des Promotionsrechts. Fotos: Hochschule Harz
Wissenschaftsminister übergibt Urkunde an Hochschule Harz

Ein Promotionsrecht für forschungsstarke Fachrichtungen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften – das ist in Sachsen-Anhalt seit 2021 möglich. Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, hat nun erstmals das Promotionsrecht an zwei hochschulübergreifende Promotionszentren verliehen. Somit wird auch kleineren Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) die Möglichkeit geboten, ihre Absolventinnen und Absolventen zum Doktorgrad zu führen. Voraussetzung dafür ist eine Mindestanzahl von Wissenschaftlern mit gesteigerten Forschungsaktivitäten; die Promotionszentren werden von den Hochschulen Harz, Anhalt, Merseburg und Magdeburg-Stendal getragen.

Die Hochschule Harz erhält das Promotionsrecht für die Fachrichtungen Ingenieurwissenschaften sowie Informationstechnologien und im Bereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Somit sind alle drei Fachbereiche der Hochschule eingebunden – hochqualifizierte Alumni haben künftig die Chance, in Wernigerode oder Halberstadt einen Doktortitel zu erwerben. Rektor Prof. Dr. Folker Roland erklärt: „Der eigene Weg zur Promotion ist insbesondere in Disziplinen dringend notwendig, die nicht oder nur punktuell an Universitäten vertreten sind. Hierzu zählen bei uns u.a. Tourismusmanagement und Verwaltungswissenschaften, an anderen HAWs stehen z.B. Fachrichtungen wie Gesundheitswissenschaften im Fokus.“

Nach Hessen (2016) und Nordrhein-Westfalen (2019) ist Sachsen-Anhalt das dritte Bundesland, das HAWs ein eigenständiges Promotionsrecht ermöglicht. Basis dafür ist eine Verordnung des Wissenschaftsministers Prof. Dr. Armin Willingmann, die auf der Novelle des Hochschulgesetzes des Landes aus dem Sommer 2020 fußt und Anfang Mai 2021 in Kraft getreten ist. Den Minister, der auch ehemaliger Rektor der Hochschule Harz ist, freute es, den Bescheid des Promotionsrechts an alle beteiligten Hochschulen auf dem Wernigeröder Campus zu überreichen. „Es ist eine tiefgreifende Neuerung des Hochschulsystems. Der Zugang zur Promotion wird erleichtert, um Nachwuchsqualifizierung zu sichern und leistungsstarke Menschen zu binden. Selbstverständlich müssen sich die künftigen Dissertationen einer strengen Qualitätskontrolle unterziehen. Mein Wunsch ist es jedoch, dass Promotionen an HAWs in den nächsten zehn Jahren zur Normalität werden“, so Willingmann.

Die Attraktivität der Hochschulen im Land steigt mit den eigenen Promotionsmöglichkeiten. Prof. Dr. Folker Roland begrüßt den neuen Weg, wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden, der dann auch die Berufungsvoraussetzungen für HAW-Professuren erfüllt: „Dieser Punkt ist in Zeiten des Generationenwechsels von großer Bedeutung, da in den nächsten Jahren viele Professorinnen und Professoren in den Ruhestand gehen. Wir benötigen auch in Zukunft Lehrende mit einer ausgeprägten Forschungsorientierung – gerade in den Disziplinen, auf die sich eher Hochschulen für angewandte Wissenschaften konzentrieren.“