Berufswege unserer AbsolventInnen

Denise Hohenstein, Europäisches Verwaltungsmanagement (B.A.) - Abschluss SoSe 2014

Welchen Weg haben Sie nach dem Studium des Europäischen Verwaltungsmanagement eingeschlagen? Nach Abschluss des Bachelors habe ich ein sozialwissenschaftliches Master-Studium an der Maastricht University (Niederlande) begonnen.

Zu welcher Thematik haben Sie Ihre Abschlussarbeit geschrieben? Meine Abschlussarbeit thematisierte die Deutsch-Britischen Beziehungen während der Europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise in der Zeit von 2008 bis 2013. Vornehmlich wurde hier der Frage nachgegangen, ob die deutsch-britische Partnerschaft im Rahmen der EU Wirtschaftspolitik verlässlich war.

Welche bleibenden Eindrücke hat das Studium bei Ihnen hinterlassen? Das Studium wird mir in erster Linie wegen der guten Beziehungen zwischen Kommilitonen und Studenten im Gedächtnis bleiben. Wie in jeder Beziehung kann auch diese an der einen oder anderen Stelle kriseln (organisatorische Fragen, Inhalte), jedoch hatten die Dozenten stets ein offenes Ohr für studentische Anliegen. Wenn Sie auf Ihre Studienzeit zurückblicken, wie lautet Ihr Fazit? Das integrierte Auslandsjahr (Auslandspraktikum und -semester an einer Partnerhochschule) ist eine wunderbare Gelegenheit persönlich zu reifen, neue Kulturen und Länder kennenzulernen, sowie praktische und theoretische Aspekte des Studiums zu verknüpfen.

Wie fühlen Sie sich, durch das Studium, auf die Praxis vorbereitet? Die obligatorischen Praktika (26-wöchtiges Praktikum im vierten und min. 13-wöchiges Praktikum im siebten Semester) haben einen großen Beitrag zur Vorbereitung auf die Praxis geleistet. Besonders Kommilitonen, die vor Studienbeginn keine Berufserfahrung sammeln konnten, haben hier einen ersten Einblick erhalten und konnten persönliche Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Eigenständigkeit, ziel- und zeitorientiertes Arbeiten, Umgang mit Vorgesetzen oder sprachliche Fertigkeiten ausbauen. Da ich zum Antritt der Praktika bereits über praktische Erfahrungen aus dem Privatsektor verfügte, boten mir diese die Möglichkeit direkt als gleichwertige Mitarbeiterin in die jeweiligen Teams aufgenommen zu werden. In meinem Fall ermöglichen die Praktika, theoretisches und analytisches Wissen in der politischen Praxis zu testen.

Welche Ratschläge würden Sie den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben? Ein generalisiertes Studium – wie jenes des „Europäischen Verwaltungsmanagements“ – verbirgt seine Vor- und Nachteile. Insbesondere die Tatsache, dass eine Tätigkeit nach Beendigung des Studiums nicht nach einem „typischen“ Berufsbild, wie Jurist oder Ingenieur, zugeordnet werden kann, hat einigen Kommilitonen Kopfschmerzen bereitet. Der Vorteil eines solchen breit gefächerten Ansatzes liegt darin, diverse Perspektiven auf die Politik der Europäischen Union zu erhalten. Ich persönlich sehe diese Studienausrichtung als vorteilhaft, da Eigeninitiative das Erkunden der eigenen Persönlichkeit fordert. So kann jeder Student im Laufe des Studiums seine eigenen Schwerpunkte, Stärken und Schwächen (z.B. Interkulturalität, Recht oder Ökonomie) für die spätere Karriere definieren. Insbesondere im Hinblick auf den interkulturellen Teil des Studiums, würde ich raten, dass Engagement, Selbstbewusstsein und Aufgeschlossenheit nicht nur helfen das Studium erfolgreich zu meistern, sondern ebenfalls Hilfestellung für die spätere Berufswahl geben können.

Können Sie sich vorstellen am Fachbereich Verwaltungswissenschaften ein berufsbegleitendes Masterstudium zu absolvieren? Aufgrund des begrenzten Master-Studienangebotes am Fachbereich Verwaltungswissen-schaften zur Zeit meines Studienabschlusses, war ein berufsbegleitendes Master-Studium keine Option. Wie glauben Sie, werden die Absolventen des Fachbereichs Verwaltungswissenschaften in der Praxis aufgenommen? Da die Mehrheit der ehemaligen Kommilitonen, die sich im direkten Anschluss an das Bachelor-Studium für einen Berufseinstieg im In- oder Ausland entschieden haben, eine Anstellung gefunden hat, scheint der Einstieg für Absolventen (unabhängig von vorheriger Berufserfahrung) allein von persönlichen Job-Präferenzen abhängig zu sein. Dies scheint zu bestätigen, dass ein generalisiertes Studium nicht zwangsläufig negativ zu bewerten ist.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Nach Abschluss des Master-Studiums im Juli 2015, werde ich strebe ich eine Anstellung in der Privatwirtschaft oder dem öffentlichen Sektor an. Die Bewerbungen laufen momentan.    

*Der Text wurde unverändert von der Verfasserin übernommen. Für etwaige Unstimmigkeiten liegt die Verantwortung bei der Verfasserin.

Sarah Kirn, Europäisches Verwaltungsmanagement (B.A.) - Abschluss SoSe 2015

Im folgenden Bericht möchte ich ein Fazit über mein absolviertes Studium „Europäisches Verwaltungsmanagement“ sowie die darauffolgende Jobsuche geben. Im Juli 2015 absolvierte ich meinen Bachelor „Europäisches Verwaltungsmanagement“. Im Anschluss arbeitete ich ab Dezember an der Handwerkskammer Cottbus im Bereich eines Mobilitätsförderprojekts zur Förderung der Migration spanischer Auszubildender nach Deutschland. Auf Grund dortiger schlechter Erfahrungen wechselte ich jedoch die Stelle und bin seit August 2016 bei der Stadt Stuttgart als Objektverwalterin für Flüchtlingsunterkünfte tätig.

Im Vergleich zu den Studiengängen „Verwaltungsökonomie“ und „Öffentliche Verwaltung“ gestaltete sich die Suche als Absolventin des Studiengangs „Europäisches Verwaltungsmanagement“ als schwierig. Bei fast allen ausgeschriebenen Stellen in Behörden der öffentlichen Verwaltung passten jeweils immer nur einzelne Anforderungen und Bewerber mit reiner öffentlicher Verwaltung konnten die Anforderungen besser erfüllen. Meine erste Stelle in Cottbus erlangte ich zufällig und mit viel Glück, da die Stelle thematisch sehr gut zu meiner Bachelorarbeit zum Thema spanische Arbeitsmigration nach Deutschland passte. Auf die 2. Stelle als Objektverwalterin wurde ich durch einen Vermittlungsvorschlag der Bundesagentur für Arbeit aufmerksam.

Generell ist meine derzeitige Tätigkeit bei der Stadt Stuttgart sehr abwechslungsreich, da eine der Haupttätigkeiten in der Vorortbegehung von Unterkünften liegt. Zu den Aufgaben vor Ort zählen beispielweise die Berechnung der Bewohnerzahl pro Zimmer, die Überprüfung von Brandschutzverordnungen, die Dokumentation von Schäden und Mängeln oder teilweise die Dokumentation bei Zwangsräumungen. Dabei besteht der Kontakt mit einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure wie Heimleiter, Baurechtsamt, Polizei oder Gesundheitsamt. Neben der Objektverwaltung der bereits laufenden Unterkünfte gehört zu meiner Tätigkeit auch die Besichtigung und Protokollierung neuer infrage kommender Anmietobjekte. Des Weiteren gehören administrative Aufgaben zu meinen täglichen Aufgaben, wie die Arbeit mit der Flüchtlingsmanagement-Datenbank der Stadt Stuttgart oder die Korrespondenz mit diversen Akteuren. Insgesamt gefällt mir der Job auf Grund der Abwechslung sehr gut. Hilfreich aus dem Studium ist die generelle Kompetenz juristische Texte und Verordnungen und Richtlinien anzuwenden und zu verstehen. Ansonsten hat der Job inhaltlich wenig mit meinem Studium zu tun, da der Schwerpunkt auf den Bereichen Immobilien- und Baurecht sowie Liegenschaftsangelegenheiten liegt. Mit oben genannter Kompetenz läuft der Job jedoch dennoch gut, da man sich schnell in neue Rechtsgebiete einlesen kann.

Abschließend möchte ich noch einen generellen Rückblick auf mein Studium geben. Die Studienbedingungen wie insbesondere kleine Kurse und persönliche Atmosphäre zu Dozenten und Kommilitonen empfand ich als sehr positiv. Den Studiengang fand ich im Hinblick auf die vielen Auslandsaufenthalte und dadurch die persönliche Horizonterweiterung als sehr gut. In Bezug auf die Erlangung reiner Verwaltungskenntnisse würde ich den Studiengang aber vermutlich nicht mehr wählen, sondern stattdessen den Studiengang „Verwaltungsökonomie“ oder „Öffentliche Verwaltung“. Denn diese Studiengänge hatten deutlich tieferen Fokus auf Fächer der öffentlichen Verwaltung (beispielsweise Kommunalrecht, Finanzmanagement etc.). Außerdem gab es für die reinen Verwaltungsstudiengänge deutlich bessere berufliche Netzwerke und Unterstützungsangebote seitens der Hochschule.

In dieser Hinsicht wurde der Studiengang „Europäisches Verwaltungsmanagement“ meiner Meinung nach leider vernachlässigt, da kaum Stellenangebote für Absolventen dieses Studiengangs versendet wurden und man auch bei der Praktikasuche fast komplett auf sich allein gestellt war. Des Weiteren sollte man sich vor Beginn des Studiums überlegen in welchen Bereich man später gerne hinmöchte. Im Bereich der Privatwirtschaftsehe ich mit dem Studiengang eher begrenzte Möglichkeiten, da der Anteil an Wirtschaftsfächern minimal war.


*Der Text wurde unverändert von der Verfasserin übernommen. Für etwaige Unstimmigkeiten liegt die Verantwortung bei der Verfasserin.

Kolja Becher, Europäisches Verwaltungsmanagement (B.A.) - Abschluss WiSe 2016/2017

Welchen Weg haben Sie nach dem Studium eingeschlagen? Nach dem Studium suche ich direkt den Berufseinstieg. Also kein Masterstudium.  

Zu welcher Thematik haben Sie Ihre Abschlussarbeit geschrieben?   Kommunale Verwaltungen und der Umgang mit EU-Regelungen am Beispiel der EU-Dienstleistungsrichtlinie - SWOT Analyse.  

Welche bleibenden Eindrücke hat das Studium bei Ihnen hinterlassen?   Der Studiengang Europäisches Verwaltungsmanagement war durchaus fordernd. Englisch und Französisch von Semester 1 an haben viele Kommilitonen schon nach dem ersten Semester zu anderen Studiengängen wechseln lassen. Da ich vor meinem Studium eine Ausbildung zum Europa-Kaufmann absolviert habe, war Englisch für mich kein Problem. Mit Französisch hatte ich allerdings  zu kämpfen. Auch Fächer wie Economics & Economic Policy waren eine echte Herausforderung.  

Wenn Sie auf Ihre Studienzeit zurückblicken, wie lautet Ihr Fazit?   Insgesamt war es eine gute und lohnende Zeit. Gerade das Erasmussemester in Krakau hat mir persönlich außerordentlich viel gebracht. Aber auch die Zeit vor Ort in Halberstadt war gut. Günstiger Wohnraum und zunehmend renovierter Plattenbau haben einen gewissen Charme. Einziger Makel war das Semesterticket, mit dem man nicht kostenlos mit dem Zug zum Hauptsitz nach Wernigerode fahren konnte. Der Bus braucht über die Dörfer ca. 1,5 Stunden.  

Wie fühlen Sie sich, durch das Studium, auf die Praxis vorbereitet?   Da kann ich nur für meine Praktika in Brüssel beim Deutschen Landkreistag und in Berlin bei der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales sprechen. Beide Praktika waren „ein Sprung ins kalte Wasser“. Natürlich ist es von Vorteil, theoretisch zu wissen, wie die EU-Institutionen in Brüssel "ticken", wenn man dann selber im Ausschuss der Regionen sitzt oder bei Beamten der Kommission. Das sind Erfahrungen, die man nicht so schnell vergisst. Einen 8-Stunden-Arbeitstag abzubilden-- schafft die Hochschule jedoch nicht. Da heißt es, Zähne zusammen beißen und durchhalten.  

Welche Ratschläge würden Sie den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?   Wenn es euch hinaus in die Welt zieht, erfüllt euch diesen Traum. Es lohnt sich. Aber unterschätzt nicht den Preis, den ihr dafür bezahlen müsst.  

Wie glauben Sie, werden die Absolventen des Fachbereichs Verwaltungswissenschaften in der Praxis aufgenommen?   Schwer zu sagen. Ich kann mir da noch kein Urteil bilden, da ich keine Vergleiche mit anderen Verwaltungshochschulen und deren Absolventen habe.  

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?   Ich suche den direkten Berufseinstieg. Und dabei bin ich flexibel.  

Maria Heinemann, Europäisches Verwaltungsmanagement (B.A.) - Abschluss SoSe 2017

Beschäftigung: Werksstudent bei Gauly Advisors GmbH – Unternehmensberatung für Strategie und Kommunikation

Welchen Weg haben Sie nach dem Studium des Europäischen Verwaltungsmanagements eingeschlagen? Nachdem ich mein Auslandssemester als Free-Mover an der Högskolan Väst in Trollhättan, Schweden verbracht hatte, formte sich bei mir der Wunsch, mein Masterstudium an einer schwedischen Universität zu absolvieren. Für mich stand bereits zu Beginn meines Studiums fest, dass ich ein solches in jedem Fall meinem Bachelorstudium folgen lassen würde. Im Januar habe ich mich daher über universityadmissions.se an der Universität Göteborg um einen Studienplatz für das Masterprogramm „International Administration and Global Governance“ beworben, Mitte März bekam ich eine Zusage. Mein Masterstudium wird Ende August beginnen.

Zu welcher Thematik haben Sie Ihre Abschlussarbeit geschrieben? In meiner Abschlussarbeit thematisierte ich die innereuropäischen Effekte der Außenhandelspolitik der Europäischen Union. Konkret untersuchte ich, inwiefern außenhandelspolitische Entscheidungen der EU die Handelsbeziehungen nordhessischer Hersteller von Metallerzeugnissen beeinflussen und wie diese die Außenhandelspolitik wahrnehmen.

Welche bleibenden Eindrücke hat das Studium bei Ihnen hinterlassen? Das Studium war sehr vielseitig. Der Praxisbezug und die Möglichkeiten, Praktika zu absolvieren haben mich karrieretechnisch einen großen Sprung weitergebracht. Bezogen auf das reine Studium sind es die Vertiefungen im siebten Semester, die mir in jedem Fall in Erinnerung bleiben werden.

Wenn Sie auf Ihre Studienzeit zurückblicken, wie lautet Ihr Fazit? Das Studium ermöglichte es mir Praktika in London, im Bundestag sowie bei einer der besten Unternehmensberatungen Deutschlands zu absolvieren, im Ausland zu studieren und meine eigenen thematischen Schwerpunkte zu setzen. Dank des Studiums stehen mir nun viele Türen offen. Kurzum: Es war die absolut richtige Entscheidung, Europäisches Verwaltungsmanagement zu studieren.

Wie fühlen Sie sich, durch das Studium, auf die Praxis vorbereitet? Sehr gut. Nach dem Grundstudium hatte ich keinerlei Probleme, mich in den folgenden Praktika zurecht zu finden. Wenn ich wollte, könnte ich sicherlich auch direkt nach meinem Bachelorstudium in die Praxis gehen.

Welche Ratschläge würden Sie den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben? Zum einen: Traut euch, als Free-Mover ins Ausland zu gehen! Für mich war das Auslandsemester an der Högskolan Väst die beste Entscheidung, da ich fachlich genau das studieren konnte, was ich auch studieren wollte. Zum anderen: Kümmert euch frühzeitig um Praktikumsstellen! Persönlich habe ich im vierten Semester drei Praktika absolviert; eines in einem deutschen Unternehmen, eines in einer Unternehmensberatung in London und eines im Deutschen Bundestag.

Wie glauben Sie, werden die Absolventen des Fachbereichs Verwaltungswissenschaften in der Praxis aufgenommen? Grundsätzlich gut, dabei kommt es allerdings auch auf die Praxis- und Auslandssemester an. Wer Praktika in honorierten Unternehmen oder Institutionen absolviert hat, die Wahl des Auslandsemesters gut begründen und zusätzlich noch einen guten Durchschnitt vorweisen kann, hat gute Chancen.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Ich werde im August mein Masterstudium in „International Administration and Global Governance“ an der Universität Göteborg beginnen und nebenbei als Werksstudent bei meinem ehemaligen Praktikumsunternehmen Gauly Advisors arbeiten. Ich plane noch nicht die Zeit nach meinem Studium, da ich mir sicher bin, dass sich auch in Schweden noch weitere Möglichkeiten ergeben werden. Grundsätzlich kann ich es mir aber gut vorstellen, in einer internationalen Organisation oder der Unternehmensberatung zu arbeiten.

 

 


*Die Texte wurden unverändert von der/dem Verfasser/in übernommen. Etwaige Unstimmigkeiten liegen in der Verantwortung der/des Verfassers/in.