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„Berufliche Fortbildung und Studium sind für uns kein Widerspruch“

Berufliche Fortbildung oder Studium? Diese Frage stellt sich für Berufstätige, die eine Ausbildung abgeschlossen haben und sich weiterentwickeln wollen. Dass hinter der Frage gar kein Entweder oder Oder stehen muss, klären wir im Interview mit Prof. Folker Roland, amtierender Rektor der Hochschule Harz und gleichzeitig verantwortlich für den Bereich Studium, Qualitätsmanagement und Weiterbildung.

Herr Prof. Roland, wer hat größere Karrierechancen: Techniker/-in und Meister/-in oder Bachelor?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Welche Positionen ich besetze und wie viel ich verdiene, hängt unter anderem stark von der Branche ab. Berufliche Fortbildung und Studium sind für uns auch kein Widerspruch. Die Absolventinnen und Absolventen unserer Weiterbildungsstudiengänge BWL und Wirtschaftsingenieurwesen können oft beides vorweisen.

Sie empfehlen beide Wege?

Bei einer Weiterbildung geht es immer um den passenden Kompetenzerwerb. Je nach Fachgebiet kann eine berufliche Fortbildung oder ein Studium das Richtige sein. Bei unseren berufstätig Studierenden sehen wir, dass sich beides auch gut ergänzen kann. Hat eine Bewerberin oder ein Bewerber bereits eine berufliche Fortbildung absolviert, rechnen wir Kompetenzen auch an.

Welche Kompetenzen werden angerechnet?

Je nach Abschluss rechnen wir pauschal oder individuell an. Mit der Teutloff Akademie Braunschweig kooperieren wir schon seit längerem, das heißt aus deren Lehreinheiten rechnen wir Lernergebnisse pauschal an. Weitere solcher Kooperationen mit verschiedenen Einrichtungen aus Sachsen-Anhalt sind in Vorbereitung.

Es ist immer wieder zu lesen, dass Techniker- und Meister-Abschlüsse und der Bachelorabschluss gleich einzuschätzen seien. Stimmt das?

Bachelor- und Masterabschlüsse als Ergebnis eines Studiums vergeben nach wie vor ausschließlich Hochschulen. Auf diesen Nachweis bestehen viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Auch damit begründen unsere Studierenden, dass sie bereit sind, in ein Studium zu investieren.

Die Hochschule Harz arbeitet im Rahmen des Projekts „Wissenschaftliche Weiterbildung für KMU in Sachsen-Anhalt 2015 - 2017“ gemeinsam mit den Hochschulen Anhalt und Merseburg sowie dem Ministerium für Arbeit und Soziales an strukturellen und konkreten Fragen der Themen Weiterbildung, Anrechnung und Studienabbruch.

Weiterführende Links:

Anrechnungsseiten der Hochschule Harz:

www.hs-harz.de/anrechnung/

www.hs-harz.de/studium/fb-wirtschaftswissenschaften/berufsbegleitend-bwl/anrechnung/

»Unser Ziel ist ein Miteinander in der Weiterbildung, kein Nebeneinander« Interview mit Dr. Beate Hörr, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) e.V.: www.bildungsspiegel.de/news/weiterbildung-bildungspolitik/839  

Bild: Prof. Dr. Folker Roland.