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Deutsche und amerikanische Studierende lernen gemeinsam, Brücken zu bauen

Als Nevina Cabboi und Pruthvirajsinh Jhala davon hörten, wollten sie sofort dabei sein: Über das DAAD-Projekt „Virtual Exchange+“ bot die Hochschule Harz in Kooperation mit der Hochschule Ruhr West im Wintersemester 2020/2021 erstmals verschiedene Units an, in denen deutsche Studierende gemeinsam mit amerikanischen Studierenden lernen sollten. Und zwar virtuell. Auch die Leitung war international besetzt: jeweils mit einer Dozentin der Hochschule Harz und einer Dozentin der amerikanischen Partnerhochschulen Wayne State University, Iowa State University oder Michigan State University.

Die Chance auf einen Studierendenaustausch

„Das war meine Chance auf einen Studierendenaustausch in den USA“, sagt Nevina Cabboi. Sie studiert im ersten Semester Europäisches Verwaltungsmanagement am Halberstädter Fachbereich der Hochschule Harz. Den Studiengang wählte sie vor allem, um Erfahrungen in verschiedenen Ländern zu sammeln. Das sei innerhalb von Europa unkompliziert, aber der Weg über den Atlantik – ihr großer Traum – stellte sich finanziell schwierig dar. „Deshalb war mir ein Platz in dem Projekt so wichtig“, sagt Nevina Cabboi, auch wenn angesichts der Corona-Pandemie zurzeit nicht ganz klar ist, ob es den ursprünglich geplanten persönlichen Austausch der Studierenden mit Flug in die USA geben wird.

Cultural Awareness und Nachhaltigkeit

Zum Thema „Cultural Awareness“ tauschte sich Nevina Cabboi mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen aus.

„What diet will look like in the next 20 years for the subject Technology assessment and Sustainability“ war die Frage der international-virtuellen Unit des Master-Studierenden Pruthvirajsinh Jhala. Er ist seit März 2020 im englischsprachigen Studiengang Technology and Innovation Management eingeschrieben und musste sich als international Studierender aus Indien zumindest sprachlich nicht umstellen.

„The main interest of this assignment was learning about how to do a PESTEL analysis for any given current world problem or current megatrends and assess the future trends and movement in the next twenty years“, erzählt der Student von seiner eher fachlichen Motivation, die Unit zu belegen.

In drei Fachbereichen...

werden die Kurse im Rahmen des Projekts Virtual Exchange+ angeboten. Im Wintersemester 2020/2021 profitierten bereits Studierende am Fachbereich Verwaltungswissenschaften (mit Prof. Dr. Katja Michalak zum Thema „Cultural Awareness“) und am Fachbereich Automatisierung und Informatik (mit Prof. Dr. Andrea Heilmann zum Thema „Sustainability in Technical Innovations“) – jeweils im Austausch mit Studierenden der Wayne State University. Weitere Kurse sind schon für das Sommersemester 2021 geplant.

Digital lernen via Videokonferenz

Und wie war es, komplett virtuell zu studieren? Unkompliziert, finden beide. Zur Vorbereitung stellten die Dozentinnen Material zur Verfügung. Die Vorlesungen gab es via Videokonferenz-Plattform, die auch Gruppenarbeiten in Breakout-Sessions zuließ. „Es gab überhaupt kein fremdeln, ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass wir uns schon begegnet sind“, sagt Nevina Cabboi, die sich selbst eher für einen analogen Menschen hält. „From time to time it turns out a little difficult to collaborate with everyone due to different time zones and provided that few students were working part-time/full-time“, merkt Pruthvirajsinh Jhala lediglich an, der mit seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen auch eine Abschlusspräsentation erarbeitet hat.

Das Projekt mit dem DAAD – Virtual Exchange+ 

Der internationale Blick gehört seit der Gründung der Hochschule Harz zum festen Bestandteil der Lehre. Mit dem DAAD-Projekt „Virtual Exchange+“ hat er eine neue, digitale Dimension bekommen. Mit der „Internationalsierung@Home“ könnten zukünftig noch mehr Studierende vom Studierenden-Austausch profitieren – so die Hoffnung von Prof. Dr. Louisa Klemmer, Leiterin des Projekts und Prorektorin für Studium, Lehre und Internationalisierung.

Wie denken wir – wie denken sie

Nevina Cabboi, die bereits eine journalistische Ausbildung in der Tasche hat und nach ihrem Studium als Korrespondentin im Ausland arbeiten möchte, fühlt sich schon jetzt gut gewappnet: „Ich konnte erleben, wie Menschen aus unterschiedlichen Nationen auf eine Alltagssituation reagieren oder Dinge unterschiedlich wahrnehmen, und habe gelernt, wie man interkulturelle Differenzen überbrückt. Das war sehr wertvoll.“

Das Projekt „Virtual Exchange+“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit September 2020 für 13 Monate gefördert. Das Konsortium um die Hochschule Ruhr West und die Hochschule Harz hatte sich im Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) „International Virtual Academic Collaboration (IVAC)“ unter mehr als 100 Bewerbern durchgesetzt. Auch für das Sommersemester sind weitere international-virtuelle Units geplant.

Wer sich via Social Media mit den Virtual-Exchange-Studierenden austauschen will, kommt hier weiter: https://www.instagram.com/virtualexchange_mission

10.02.2021
Author: Claudia Aldinger
Image author: © Hochschule Harz
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Prof. Louisa Klemmer, Ph.D.

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