Ravensburger Gebäude und Logo

Studentin und Alumna entwickeln Spiele bei Ravensburger

Lernen von den Profis

Weiße Schrift auf blauem Dreieck. Wer einen Blick ins eigene Spiele-Regal wirft, findet bestimmt das Logo von Ravensburger. Sabine Heyne und Karoline Weber dürfen beim allseits bekannten Spieleverlag hinter die Kulissen blicken. Sabine schreibt ihre Master-Arbeit und entwickelt ein Lernspiel für den Tiptoi. Karoline macht ein Praktikum in der Redaktion für Familienspiele.

Testen und beraten

„Es werden Prototypen aus der ganzen Welt eingeschickt“, erzählt die 24-Jährige und beschreibt ihre Aufgaben: „Ich schaue mir die Spiele und die Anleitungen an, organisiere Spieletests, entscheide mit, ob das Spiel Potenzial hat und ob es einen Programmplatz dafür gibt.“ Das Wichtigste bei der Spieleentwicklung sei das Testen, sagt Karoline, so könne das Spiel schrittweise verbessert werden. Die Bremerin ist Absolventin des Master-Studiengangs Medien- und Spielekonzeption. Nach dem Praktikum möchte sie beruflich in der Spielebranche Fuß fassen, was sie zunächst gar nicht vorhatte.

Mechaniken, Regeln, Komponenten

„Ich bin nach Wernigerode gekommen, um den Medienteil von Medien- und Spielekonzeption zu studieren“, sagt sie rückblickend. Aber im Kurs „Game Elements“ bei Prof. Dominik Wilhelm habe sie „Feuer gefangen“. Das Angebot gehört zu einer von vielen wählbaren Spezialisierungen innerhalb des Master-Studiums. Hier lernen Studierende, dass Gesellschaftsspiele unter anderem aus Spielmechaniken, Regeln und Komponenten aufgebaut sind. „Die Komponenten bilden die Welt des Spiels, das können Spielsteine, Würfel, das Spielbrett oder die Charaktere sein“, erklärt Dominik Wilhelm. Über die Spielmechaniken ergänzt er: „Was kann man im Spiel tun, wie kann man es tun, und welche Regeln begrenzen das Ganze.“ Was die Studierenden bei dem Professor für Medieninformatik und Angewandte Spielkonzepte lernen, wenden sie an, wenn sie eigene Spiele entwickeln. So wie Sabine, die ihre Master-Arbeit schreibt und in Zusammenarbeit mit Ravensburger ein Aktionsspiel für den Tiptoi Active konzipiert.

Spiel für Jung und Alt

Bei dieser Variante des interaktiven Lernspiels steckt der Digitalstift, der Geräusche, Sprache oder Musik wiedergeben kann, in einem Lautsprecher, sodass die Hände frei für Aktionen sind. „Das Spiel soll in Richtung Motorik und Gedächtnisleistung gehen“, sagt Sabine. Zu ihrer Zielgruppe gehören die Bewohner von Mehrgenerationenhäusern. Jung und Alt sollen durch das Spiel Zeit miteinander verbringen können, so ihre Idee. Unterstützt wird sie dabei per Mentoring aus Ravensburg. Wäre nicht gerade Pandemie, würde die 24-Jährige hin und wieder dorthin fahren, um sich im Verlag umzusehen, Leute kennenzulernen und Spiele auszuprobieren.

Der Master-Studiengang Medien- und Spielekonzeption ist für Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen aller Disziplinen zugänglich. Bewerbungen für das Sommersemester 2021 können bis 28. Februar eingereicht werden. Hier geht's direkt zur Online-Bewerbung.

Brettspiele als Basis für Videospiele

Zu wissen, wie Brettspiele entwickelt werden sei auch eine gute Grundlage für die Konzeption von Videospielen, sagt Dominik Wilhelm. Deshalb hat der Professor den Kontakt zum Ravensburger Spieleverlag angebahnt und lädt nun regelmäßig zu virtuellen Gastvorträgen an die Hochschule Harz ein. „Die Studenten quetschen die Gastdozenten mit ihren Fragen richtig aus. Sie wollen so viel Input wie möglich bekommen“, erzählt er.

Kartenspiel für Schulen

Karoline Weber hält dieser Tage ihren ersten Erfolg in der analogen Spielebranche in Händen. Im Rahmen eines Commerzbank-Umweltpraktikums hat sie ihre Master-Arbeit geschrieben und beim Regionalverband Harz ein Kartenspiel für den Geopark entwickelt. Das Lernspiel über Gesteinsarten mit dem Titel „Was für Brocken?“ kommt in Schulen zum Einsatz.

12.01.2021
Author: Katharina Reif
Image rights: © Ravensburger, Karoline Weber, Hochschule Harz

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