Grafik zeigt Menschen als Wissenschaftler und Handwerker verbunden über Ideen

Womit und wie anfangen?

Hochschule Harz vermittelt in Digitalisierungsprozessen des Handwerks

Digitale Bautagebücher, elektronische Rechnungen, 3D-Modellierungen – immer mehr Handwerksbetriebe trauen sich an digitale Lösungen. Wer sich noch nicht dazu entschieden hat, steht vor der Frage: Womit und wie anfangen? In diesen Veränderungsprozessen begleitet Prof. Alena Bleicher von der Hochschule Harz mit ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter Nick Dühr Akteure aus der Handwerkerschaft, kommunale Vertreter sowie aus dem Bildungsbereich in der Altmark. Ihre Projektpartner vor Ort sind die BVH Gesellschaft für angewandte Bildung und Sozialforschung mbH sowie der Altmarkkreis Salzwedel. Über Interviews mit 25 ausgewählten Handwerksunternehmen und Multiplikatoren wie Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft konnten sie ein deutliches Stimmungsbild zeichnen.

BMBF fördert das Projekt „PaGeR“

„Im Grunde versuchen wir, in verschiedenste Richtungen zu übersetzen“, sagt Prof. Alena Bleicher, die das Projekt „PaGeR“ an der Hochschule Harz leitet. Die Abkürzung steht für „Partizipative Gestaltung der digitalen Revolution des Handwerks in der Altmark“. Auf Initiative regionaler Akteure wurde die Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter Federführung der Hochschule beantragt. „Um zu möglichst nachhaltigen digitalen Ideen zu kommen, schauen wir uns die Aussagen der Handwerker systematisch an und bringen unser Wissen zum Thema ein; etwa welche Konzepte es schon gibt“, erklärt die Professorin für Kommunikations- und Sozialwissenschaften.

Der Begriff „Digitalisierung“ kann abschreckend wirken

Und mit dem zusätzlichen Blick von außen stand für das Projektteam fest: Allein der Begriff „Digitalisierung“ wirkt auf viele Betriebsinhaber abschreckend. „Das ist im Grunde Druck“, so Bleicher, „den ein Handwerksunternehmer nicht haben möchte.“ Vielen fehle vor allem die Zeit, um Unternehmensprozesse datengestützt zu organisieren. Und viele hätten ganz andere Sorgen, um Aufträge zuverlässig abwickeln und ihren Betrieb erhalten zu können. Dazu zähle insbesondere der Mangel an Fachkräften. „Darauf sollten sich die Ideen für digitale Projekte konzentrieren“, erklärt Bleicher eine der Säulen, die für eine nächste Projektphase herausgearbeitet wurden. Helfen könnten zum Beispiel Spiele-Apps, um die Altmark als Arbeitsort zu profilieren – auch als Trend zu Gamification bekannt. Der demografisch bedingte Wegfall von Berufsschulklassen und ganzen Berufsschulen erfordert neue Ideen in der Ausbildung wie etwa die Nutzung von Augmented Reality oder Konzepte wie Flipped Learning mit einer Kombination aus digitalen und persönlichen Lehreinheiten.

„Ich bin von den Möglichkeiten des Faches Soziologie zur Erklärung der Welt und dem Verständnis von Gesellschaften überzeugt.“

Dr. Alena Bleicher lehrt und forscht seit Oktober 2020 als Professorin für Kommunikations- und Sozialwissenschaften an der Hochschule Harz. Dieser Artikel auf dem Blog der Hochschule Harz stellt ihren Werdegang und ihre persönlichen Ziele vor: www.hs-harz.de/blog/alena-bleicher-soziologin-aus-ueberzeugung

Wie ein regionales Bündnis helfen könnte

Als weitere wichtige Säule wurde ein starkes regionales Bündnis definiert. „Ich denke, unsere Konkurrenzfähigkeit als Wirtschaftsstandort wird sich auch daran entscheiden, wie gut die Betriebe vor Ort in einem Bündnis zusammenarbeiten und daraus auch Ideen und mögliche Innovationen entstehen“, sagt Julia Schlüsselburg, Wirtschaftsförderin der Hansestadt Gardelegen und eine der interviewten Multiplikatorinnen. Die Ergebnisse aus dem Projekt „PaGeR“ seien für die Hansestadt Gardelegen wichtig, um ein starkes regionales Bündnis richtig anzupacken bzw. entstehen zu lassen. Vorbilder wie die Innovationsakademie des Handwerks in Meißen gibt es bereits. Hier geht es um die Fachkräftesicherung vor Ort, aber auch neue Produkte und Geschäftsmodelle sowie darum, wieder neu in regionalen Kreisläufen zu denken.

Gute Vorbilder

Was davon auch für ein Netzwerk in der Altmark interessant wäre, welche digitalen Möglichkeiten man nutzen wird, das ist Teil der Umsetzung des PaGeR Bündnisses – vorausgesetzt der im November 2021 einzureichende Bündnisantrag erhält den Zuschlag durch das Bundesministerium. „Als Hochschule könnten wir natürlich auch in der konkreteren Umsetzungsphase helfen“, verweist Prof. Alena Bleicher auf die Kompetenzen der Wissenschaftler:innen in Wernigerode, die von digitalen Geschäftsmodellen über Künstliche Intelligenz bis hin zu Gamification in Unternehmen reichen.

 

Mehr Informationen zum Projekt „PaGeR“ gibt es auf den Forschungsseiten der Hochschule Harz: www.hs-harz.de/forschung/pager

Über die Projektpartner: bvh-karriere.de sowie www.altmarkkreis-salzwedel.de

19.10.2021
Author: Claudia Aldinger
Image author: © Hochschule Harz | Grafik A. Gerold
Image rights: © Hochschule Harz

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