Screenshot des Programms EVOK (Echtzeit-Vor-Ort-Aufklärung und Einsatzmonitoring)

Absolventin koordiniert Projekt für das LKA

Forscherteam gewinnt Hugo-Junkers-Preis

Vom Studium Medien- und Spielekonzeption an der Hochschule Harz zum Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt – für Maria Mendat hat sich ein Studienkonzept bewährt, bei dem die eigene Persönlichkeit und eigenverantwortliches Handeln im Mittelpunkt stehen. „Viele Projekte habe ich selbst organisiert und stand dafür im engen Austausch mit unseren Profs“, sagt sie. In ihrem ersten Job nach dem Studium arbeitet sie als Projektkoordinatorin und nennt sich selbst die „Schnittstelle zwischen Polizei und Forschung“.

Im Auftrag des LKA

Mit Professor:innen spricht Maria Mendat auch jetzt, aber nicht mehr im Namen eines studentischen Teams, sondern im Auftrag der Einsatzbeamten der Polizei. Die 27-Jährige unterstützt die Koordination eines Forschungsprojekts mit dem Namen „EVOK: Echtzeit-Vor-Ort-Aufklärung und Einsatzmonitoring“. Wenn das Spezialeinsatzkommando (SEK) bei Einsätzen wie Geiselnahmen in unbekannte Gebäude vordringt, soll es sich mit Hilfe von Umgebungsmodellen schneller orientieren und einen Überblick über die Gefahrenlage gewinnen können. Dafür arbeitet EVOK in Echtzeit mit Algorithmen der Künstlichen Intelligenz.

Kommunikation und User-Experience

Maria Mendat vermittelt den Forschenden, welche Anforderungen die Einsatzkräfte des SEK an die Soft- und Hardwarelösung stellen. Umgekehrt erläutert sie den Polizisten, wie die Technik von EVOK arbeitet. Damit wendet die junge Absolventin nicht nur ihre im Studium erworbenen Kompetenzen in der Kommunikation an, sondern auch ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der User-Experience. Was Anwender bei der Nutzung eines Produkts brauchen, hat sie sich schon zum Thema ihrer Master-Arbeit gemacht.

Wie EVOK funktioniert

Maria Mendat erklärt, wie EVOK funktioniert und wie es das SEK unterstützen soll: „Die Einsatzkräfte bekommen Sensoren, die direkt anfangen aufzuzeichnen, wenn sie ein Gebäude betreten. Infrarotpunkte laufen über Wände, Daten werden gesammelt, auf Umgebungsmodelle übertragen und an die Leitstelle weitergegeben.“ Hier lässt sich dann etwa entscheiden, ob Einsatzkräfte nachgeführt werden müssen. „Kräfte, die später dazukommen, können sich sofort einen Überblick über das Gebäude verschaffen und erkennen, wo sich die Kollegen befinden.“

Erster Platz in der Kategorie Sonderpreis

An der Entwicklung von EVOK arbeiten drei Verbundpartner: Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt, die Metop GmbH – ein An-Institut der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg (OvGU) – und die OvGU selbst, hier im Speziellen die Arbeitsgruppe Software Engineering des Instituts für Intelligente Kooperierende Systeme. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bei der Verleihung der Hugo-Junkers-Preise 2020 Anfang April dieses Jahres wurde das Projektteam mit dem ersten Platz in der Kategorie Sonderpreis ausgezeichnet. Sie trägt den Titel „Innovativste Projekte aus dem Bereich APITs – Applied Interactive Technologies“. Die Jury des Hugo-Junkers-Preises hebt den „gelungenen Technologietransfer“ des Forschungsprojekts hervor, die „gesellschaftlich hohe Relevanz“ und die „klare Verbesserung des aktuellen Status quo mit Hilfe von Technologie“.

„Die Arbeit hat einen großen Nutzen“

Der Berufseinstieg beim Landeskriminalamt hat sich für Maria Mendat bei einem Tag der offenen Tür an der Hochschule Harz angebahnt. Nachdem sie von dem Forschungsprojekt erfahren hatte, war ihr erster Gedanke: „Die Arbeit hat einen großen Nutzen.“ Nun ist es ihre Aufgabe, EVOK vom Prototypen zur Marktreife zu begleiten.

Wer sich für ein Studium der Medien- und Spielekonzeption interessiert, kann sich hier über die Inhalte informieren. Bewerbungsschluss für das kommende Wintersemester ist der 31. August 2021.

25.05.2021
Author: Katharina Reif
Image rights: © Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt

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