Eine Million Erasmus-Studierende – und Franziska ist eine von ihnen

#OneInOneMillion feiert Meilenstein des Erasmus+-Programms

Eine Million Studierende aus Deutschland haben seit Start des Erasmus-Programms internationale Erfahrungen gesammelt. Eine von ihnen ist Franziska Alicia Knöchel. Im Rahmen der DAAD-Kampagne „#OneInOneMillion“ steht sie stellvertretend für diesen Meilenstein – und für all das, was ein Auslandssemester bewirken kann.

Ein Semester, das mehr verändert als den Studienort

Franziska studiert Tourismusmanagement (B.A.) und entschied sich im Wintersemester 2025/26 für ein Erasmus+-Semester auf Mallorca – an der Universitat de les Illes Balears. Eine Entscheidung, die für sie schnell mehr wurde als nur ein Ortswechsel.

„Ich wollte raus, etwas Neues sehen und mich weiterentwickeln“, erzählt sie. Dass sie dabei nicht nur ein anderes Hochschulsystem kennenlernen würde, sondern auch sich selbst neu, war ihr zu Beginn noch nicht bewusst.

An der spanischen Universität erwartete sie ein Studienalltag, der sich deutlich von ihrem gewohnten unterschied: mehr Gruppenarbeit, kontinuierliche Prüfungsleistungen und ein enger Austausch mit internationalen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Gerade am Anfang sei es eine Herausforderung gewesen, Anschluss zu finden. „Aber genau das hat mir geholfen, offen auf andere zuzugehen und neue Kontakte zu knüpfen.“
Neben dem Studium war es vor allem das Leben im Ausland, das Franziska prägte. Neue Sprachen, neue Wege, neue Lösungen: „Schon einfache Dinge wie Busfahren oder organisatorische Fragen wurden plötzlich zu kleinen Herausforderungen.“ Diese eigenständig zu meistern, habe ihr Selbstvertrauen enorm gestärkt.

Begegnungen, die bleiben

Mit der Zeit wuchs nicht nur ihre Sicherheit im Alltag, sondern auch ihre interkulturelle Kompetenz. Sie lernte Menschen aus unterschiedlichsten Ländern kennen, tauschte sich über Perspektiven und Lebensweisen aus – und knüpfte Freundschaften, die immer noch bestehen. „Ich bin auf jeden Fall weltoffener geworden“, sagt sie heute über sich.

Auch fachlich konnte Franziska profitieren: Der Fokus auf nachhaltigen Tourismus an ihrer Gasthochschule passte ideal zu ihrem Studiengang und eröffnete ihr neue Blickwinkel auf Themen, die sie künftig beruflich begleiten werden.

Natürlich kam auch das Leben außerhalb des Hörsaals nicht zu kurz: Wanderungen in den Bergen, Tage am Strand, internationale Kochabende und spontane Treffen mit Freundinnen und Freunden machten das Semester zu einer rundum intensiven Erfahrung.

Erasmus+ als Türöffner

Dass ein solcher Aufenthalt überhaupt möglich ist, verdankt Franziska auch der finanziellen Unterstützung durch Erasmus+. „Das Stipendium hat mir sehr geholfen, mir das Leben vor Ort leisten zu können“, sagt sie. Den Rest organisierte sie pragmatisch selbst – unter anderem durch die Zwischenvermietung ihrer Wohnung in Deutschland.

Zurück in Wernigerode – und weitergeben, was bleibt

Heute ist Franziska zurück an der Hochschule Harz – und gibt ihre Erfahrungen weiter. Sie arbeitet im International Office der Hochschule Harz und unterstützt Austauschstudierende beim Ankommen, schließlich kennt sie genau die Herausforderungen, die ein Aufenthalt in einem neuen Land mit sich bringt.

Ihre Bilanz fällt eindeutig aus: „Ich habe gelernt, Probleme zu lösen, selbstständiger zu sein und mich in neuen Situationen zurechtzufinden. Und ich habe Menschen kennengelernt, die ich ohne Erasmus nie getroffen hätte.“ Ihr Tipp für alle, die noch überlegen: „Traut euch. Es ist am Anfang vielleicht ungewohnt, aber genau darin liegt die Chance. Man wächst an jeder Herausforderung.“

Als „eine von einer Million“ steht Franzi damit nicht nur für eine beeindruckende Zahl, sondern für die vielen individuellen Geschichten, die hinter diesem Meilenstein stehen – und für den bleibenden Wert internationaler Erfahrungen.

Erasmus+ an der Hochschule Harz

„Seit ihrer Erasmus-Akkreditierung im Jahr 1996 ist die Hochschule Harz fest im europäischen Austausch verankert. 649 Studierende wurden seit 2019 über Erasmus+ gefördert. Besonders beliebte Zielländer sind Finnland, Spanien und Norwegen. Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften stellt dabei den größten Anteil an Studierenden im Ausland“, verrät Katja Betker, Leiterin des International Office der Hochschule Harz. Die Erasmus-Beauftrage erklärt: „Das Programm fördert Studierende durch einen finanziellen Zuschuss, vor allem für Reise- und Wohnkosten; die Höhe richtet sich nach Gastland und Dauer. Einsemestrige Aufenthalte werden aktuell durchschnittlich mit 2.500 Euro unterstützt.“

Prof. Dr. Louisa Klemmer, seit 2017 Prorektorin für Studium, Lehre und Internationalisierung an der Hochschule Harz, ist sicher: „Mit der Beteiligung an Erasmus+ trägt die Hochschule Harz aktiv zu einem offenen, vernetzten und zukunftsfähigen Europa bei. Die Marke von einer Million geförderter Studierender unterstreicht die nachhaltige Bedeutung des Programms für Bildung, Mobilität und interkulturellen Austausch.“

Erasmus+ kompakt erklärt

Erasmus+ ist das Förderprogramm der Europäischen Union für Bildung, Jugend und Sport und wird in Deutschland vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) koordiniert. Studierende erhalten die Möglichkeit, für ein Semester oder Praktikum ins europäische Ausland zu gehen.

Gefördert werden unter anderem:

  • Studienaufenthalte an Partnerhochschulen
  • Praktika in Unternehmen oder Organisationen im Ausland
  • Sprachliche und interkulturelle Vorbereitung

Teilnehmende profitieren von:

  • Monatlicher finanzieller Förderung
  • Befreiung von Studiengebühren an der Gasthochschule
  • Organisatorischer Unterstützung durch die Heimathochschule
  • Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen

22.06.2026
Author: Gesine Legler
Image author: © Lennart Kühl, Franziska Alicia Knöchel
Image rights: © Hochschule Harz

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Katja Betker

Erasmus+ Koordinatorin
Tel +49 3943 659 150
Room 4.018, Haus 4, Wernigerode