KoBe-KMU

Kompetenzorientierte Bewerberauswahl als Basis der Fachkräftegewinnung von KMU in der Pflegebranche

Hinsichtlich des bereits erkennbaren und fortschreitenden Fachkräftemangels fordern Politik und Wirtschaft immer häufiger innovative Konzepte um diesem zu begegnen. So fordert u.a. das BMBF in einer Studie zur Zukunft der Arbeit in Deutschland in (Verbund)Projekten neue Konzepte zu entwickeln, zu erproben und mit übertragbaren Ergebnissen an der Schnittstelle von Organisations- , Kompetenz- und Personalentwicklung in der Arbeitswelt einen Mehrwert im gesamtgesellschaftlichen Interesse zu schaffen (BMBF 2016). Dass der Bedarf an innovativen Konzepten zur Personalgewinnung in der Pflege besonders hoch ist, zeigt sich dabei an zwei wesentlichen Aspekten: Zwar gibt es in der modernen Arbeitswelt einen fortschreitenden Trend zur Digitalisierung, der menschliche Arbeit teilweise ersetzt, dies gilt jedoch explizit nicht für die Pflegebranche. Diverse Untersuchungen stellen unabhängig voneinander fest, dass die Zahl der Erwerbstätigen in der Pflege deutlich steigen wird. Ein weiterer Aspekt, der die Fachkräftegewinnung in der Pflege erschwert, ist dass der Pflegeberuf in seiner momentanen Ausgestaltung mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, aber auch körperlichen und seelischen Belastungen für viele eher unattraktiv ist. Unternehmen, die in der Pflege tätig sind, sehen sich daher bereits heute vor enorme Herausforderungen gestellt, wenn es darum geht, qualifiziertes Pflegepersonal zu finden. Die gilt insbesondere hinsichtlich zweier Aspekte:

  • Bewerberauswahl: fehlende Instrumente zur Bewerberauswahl, die neben fachlichen Qualifikationen auch Kompetenzen, wie soziale Kompetenz, Belastbarkeit, erkennbar und bewertbar machen. Dabei sollten auch „Qualifikationslücken“ identifiziert werden, die sich durch geeignete Trainings schließen lassen, um das Bewerberpotenzial auszuschöpfen.
  • Arbeitgeberattraktivität: fehlendes Know-How und Ressourcenlücken um geeignete Bewerber auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und langfristig an sich zu binden.

Zielstellung

Im Rahmen eines transnationalen, interdisziplinären Ansatzes soll ein wissenschaftsbasiertes und gleichzeitig ein für Praktiker einfach handhabbares Verfahren zur Bewerberauswahl und da-mit zur Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung entwickelt und erprobt wer-den. Insofern soll das Projekt die praktische Herangehensweise mit wissenschaftlicher und wirt-schaftlicher Expertise aus den Disziplinen Dienstleistungs-, Human Ressources Management und Kompetenzmessung zusammenführen und gezielt in die interdisziplinäre Forschungsarbeit an Fragestellungen zum Themenkomplex „Demografie und Pflege“ integrieren. 

The transnational and interdisciplinary approach aims to develop a scientifically-based method which can be easily used by practitioners as a tool when selecting employees for their company: Subsequently, employer attractiveness and employee retention can be developed and tested. Accordingly, the project intends to develop a practical strategy combining science, economic expertise from different perspectives, such as service management, human resources, and skill measurements in order to achieve the interdisciplinary research focus with regard to research questions in the context of demography and nursing (care).

Prof. Dr. Georg Westermann

Projektleiter

Rektorat
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Sprechzeiten nur nach Vereinbarung per E-Mail

Dr. Manuela Koch-Rogge

Projektmitarbeiter
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