Exkursion nach Norderney: Lernen mit Meerblick

Deutsch lernen mitten im Wattenmeer: Während der Projektwoche führte eine Exkursion des Sprachenzentrums Studierende nach Norderney. Angeboten wurde die Studienfahrt von Regina Bernhardt, Deutschdozentin im Sprachenzentrum, unterstützt durch Mittel aus dem STIBET-Programm des DAAD.

An der Begegnungsreise nahmen Studierende aus Indien, Bangladesch, Indonesien, Mexiko und Deutschland teil. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg an die Nordsee, um das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer hautnah zu erleben und zugleich in authentischen Alltagssituationen Deutsch zu sprechen — im Zug, auf der Fähre und während der gemeinsamen Aktivitäten vor Ort.

Schon die Anreise war für viele Teilnehmende ein besonderes Erlebnis. Samiksha Eknath Unhale aus Indien beschreibt die Fährüberfahrt als Moment, der ihr besonders in Erinnerung geblieben ist: „Auf dem Deck zu stehen und zu beobachten, wie sich das Meer endlos in die Ferne erstreckte, war etwas, das ich noch nie zuvor erlebt hatte“. Auch die gemeinsame Reise selbst wurde als bereichernd empfunden, denn sie bot Zeit für Gespräche und neue Begegnungen. Rafii Prasetya aus Indonesien blickt zurück: „Schon während der Anreise konnte ich Zeit mit anderen Studierenden verbringen und neue Menschen kennenlernen“.

 

Wattenmeer und Sprachpraxis

Ein Ziel der Exkursion war es, das Wattenmeer als einzigartigen Naturraum kennenzulernen. Vor Ort erhielten die Studierenden nicht nur Einblicke in das Ökosystem, sondern konnten ihre bisher erlernten Sprachkenntnisse anwenden und vertiefen. Rafii fasst diese Erfahrung so zusammen: „Besonders wichtig war für mich der Austausch mit anderen und die Möglichkeit, meine Deutschkenntnisse in einer realen Situation anzuwenden.“

Gerade außerhalb des Unterrichts entstehen oft besonders lebendige Sprachmomente. Die Gespräche in der Gruppe, gemeinsame Mahlzeiten und der Austausch unterwegs machten die Reise zu einer intensiven Lernerfahrung. Samiksha beschreibt diese Atmosphäre mit den Worten: „Das gemeinschaftliche Essen, die Gespräche und die gemeinsamen Erlebnisse mit den Kommilitonen haben eine herzliche Atmosphäre geschaffen, die den Ausflug zu einem ganz persönlichen Erlebnis gemacht hat“.

Wattwanderung und Fahrradtour

Zu den Höhepunkten der Exkursion zählten die Wattwanderung und eine geführte Fahrradtour über die Insel. „Die Wattwanderung war ohne Zweifel eines der unvergesslichsten Erlebnisse der Exkursion“, berichtet Samiksha begeistert und führt fort: „Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Leben an Orten steckt, die auf den ersten Blick leer wirken“. Auch Jesika Jariwala ergänzt: „Es war erstaunlich, was unter dem Matsch alles lebte – es fühlte sich so an, als würde ich eine geheime Welt entdecken.“ Die Wanderung machte deutlich, wie sensibel und schützenswert dieser Lebensraum ist.

Auch die Fahrradtour hinterließ bleibende Eindrücke. Mit dem Fahrrad erkundete die Gruppe Dünen, Strand und weitere Teile der Insel. Samiksha berichtet: „Die Radtour durch die Dünen, entlang der Küste und durch Naturschutzgebiete hat mir die Schönheit der Insel noch nähergebracht.“ So wurde die Fahrt nicht nur zu einer praktischen, sondern auch zu einer sehr eindrucksvollen Form des Inselerlebens.

Eindrücke, die bleiben

Die Exkursion nach Norderney verband Naturerlebnis, Gemeinschaft und Sprachpraxis auf besondere Weise. Für die internationalen und deutschen Studierenden bot die Reise zahlreiche Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und Deutsch als gemeinsame Sprache im Alltag zu nutzen.

Die Fahrt war daher nicht nur ein Ausflug, sondern auch eine persönliche Erfahrung, die über den Aufenthalt hinauswirkt. Eva Paschold, Studentin der Öffentlichen Verwaltung, beschreibt rückblickend: „Die Reise war ein großer Erfolg und definitiv die richtige Entscheidung. Anfangs war ich unsicher, wie ich mich in die Gruppe integrieren kann, doch im Laufe der Zeit fiel es immer leichter, ins Gespräch zu kommen. Ich konnte über mich hinauswachsen, etwa in ungewohnten Situationen wie dem Tanzen am Strand. Besonders prägend war für mich die Offenheit der Gruppe und die vielen neuen Perspektiven, die ich kennenlernen durfte. Solche Erfahrungen sind wertvoll und absolut empfehlenswert – auch wenn es gelegentlich kulturelle Unterschiede gab, war die Reise insgesamt sehr bereichernd.“

Rafii resümiert: „Die Exkursion hat mir gezeigt, dass es manchmal gut ist, die eigene Komfortzone zu verlassen.“ Samiksha ergänzt: „Vor allem hat mir diese Reise vor Augen geführt, dass man einige der wertvollsten Lektionen nicht im Hörsaal lernen kann.“ Dem stimmt auch ihre Mitstudentin Sharda Narwade aus Indien zu und ergänzt mit einem Augenzwinkern in Richtung ihrer Sprachdozentin: „Ich bin froh, dass ich daran teilnehmen durfte, und würde Norderney gerne wieder besuchen.

So bleibt Norderney für die Teilnehmenden mit vielen besonderen Momenten verbunden – mit der Weite der Nordsee, dem Leben im Wattenmeer, mit guten Gesprächen und neuen Perspektiven.

Einige Zitate wurden aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

 

Das STIBET-Programm des DAAD unterstützt Hochschulen dabei, internationale Studierende in ihrem Studienalltag zu begleiten und zu fördern. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen für besseren Studienerfolg, internationale Begegnung und die Integration an der Hochschule.

11.06.2026
Author: Gesine Legler
Image author: © Amit Thorat
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Regina Bernhardt

Sprachenzentrum

Koordinatorin für Deutsch als Fremdsprache
Tel +49 3943 659 166
Room 9.336, Haus 9, Wernigerode
Visiting Times Dienstag 14.45 - 15.15 Uhr