Zukunftstag an der Hochschule Harz

Schülerinnen und Schüler zu Gast auf dem Campus

Am Zukunftstag öffnete der Campus seine Türen für knapp 40 neugierige Schülerinnen und Schüler. Ziel des Tages war es, praxisnahe Einblicke in verschiedene Fachbereiche zu bekommen und den Hochschulalltag hautnah zu erleben.

Warum ist dieses Erleben gerade für die Teilnehmerinnen so wichtig? „Die Bildung von Geschlechterstereotypen setzt in den entwicklungsphysiologischen Stadien von Kindern schon relativ früh an“, erklärt Dr. Sabine Bohlmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin im FEM POWER Projekt. „Schon im Grundschulalter lernen Kinder, welche Verhaltensweisen gesellschaftlich als ‚typisch männlich‘ oder ‚typisch weiblich‘ gelten.“

Wie kann der Girls’Day einen Betrag dazu leisten, diese Geschlechterstereotype aufzubrechen? „Die teilnehmenden Schülerinnen sind zwischen 12 und 15 Jahre alt, also in einem Alter, in dem die Stereotype kritisch hinterfragt werden“, so Bohlmann weiter. „Zudem ist der Einfluss durch die Peer-Gruppe in diesem Alter besonders hoch. Um eine stereotypfreie Förderung zu ermöglichen, bietet der Girls’Day die Chance, individuelle Interessen unter Peers frei zu entwickeln – ganz unabhängig vom Geschlecht. Zudem erleben die Mädchen in den Laboren und durch den Kontakt mit den Studentinnen auf dem Campus vielfältige weibliche Rollenvorbilder, die sie in ihrer Interessenentwicklung unterstützen.“

Prof. Dr. René Schenkendorf, Prodekan des Fachbereichs Automatisierung und Informatik, fragte in seiner Begrüßung: „Braucht es in Zeiten von KI überhaupt noch den Menschen?“ Seine Antwort: „Ja! Schaut, wie viel Planung nötig war, damit ihr beim Gruppenfoto richtig steht. Intelligente Sensoren sorgen bestenfalls für eine gute Bildauflösung – aber dafür, dass am Ende ein gutes Bild entsteht, braucht es Menschen, die das Ganze durchdenken und steuern. Genau das lernt ihr hier im Studium: Abläufe und Technik zu verstehen und KI an der richtigen Stelle einzusetzen.“

Im Anschluss ging es direkt in die Praxis: Drei Stunden lang arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Laboren und konnten selbst aktiv werden. Die Mädchen konnten zwischen den Bereichen Bewegtbilder, Roboter-Programmierung und Umweltlabor wählen. Für die Jungen standen die Angebote Löten, Robotik und Programmieren mit Linux auf dem Programm. Hier wurde nicht nur zugeschaut, sondern ausprobiert, programmiert und experimentiert.

Nach der intensiven Laborphase folgten im persönlichen Gespräch mit Studierenden direkte und ehrliche Einblicke in die Studiengänge und das Campusleben an der Hochschule Harz. In der abschließenden Feedbackrunde zeigte sich, wie positiv der Tag aufgenommen wurde. Nicole, 7. Klasse Gymnasium Wernigerode, berichtet: „Ich fand die Zusammenarbeit in der Gruppe richtig toll – und dass wir am Ende gemeinsam etwas Eigenes geschaffen haben.“ Era, ebenfalls 7. Klasse Gymnasium Wernigerode, ergänzt: „Ich weiß jetzt schon, dass ich später etwas mit Informatik studieren möchte. Es war spannend, eine neue Programmiersprache kennenzulernen.“

Die anschließende Online-Umfrage bestätigte diesen Eindruck: Alle Teilnehmenden würden den Zukunftstag an der Hochschule Harz weiterempfehlen.

„Der Zukunftstag hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig frühzeitige Einblicke in Studium und Beruf für die Interessenentwicklung und den Abbau von Geschlechterstereotypen sind – und wie viel Begeisterung entstehen kann, wenn Theorie und Praxis aufeinandertreffen“, so das Fazit der Organisatoren. 

Jetzt zur Sommerschule anmelden:

Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse mit Interesse an Informatik und Technik können in den Sommerferien praxisnahe Einblicke in moderne Technologien gewinnen: Vom 10. bis 12. August lädt der Fachbereich Automatisierung und Informatik der Hochschule Harz zur Sommerschule nach Wernigerode ein. Eine Anmeldung ist bis zum 24. Juli möglich.

In den Campus-Laboren erwartet die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm mit vier spannenden Projekten, die sich an aktuellen Studieninhalten orientieren. Im vergangenen Jahr gehörten unter anderem das Programmieren von Robotern, das Abwehren von Cyber-Angriffen sowie das autonome Fahren von Modellfahrzeugen zu den Highlights. Auch in diesem Jahr werden neue interaktive Mitmach-Angebote geplant.

Die Kosten für eine optionale Übernachtung in der Wernigeröder Jugendherberge, Verpflegung sowie für das begleitende Freizeitprogramm werden übernommen.

22.05.2026
Author: Janet Anders, Dr. Sabine Bohlmann
Image author: © Dr. Sabine Bohlmann, Luca Joel Obst
Image rights: © Hochschule Harz

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Dr. Sabine Bohlmann

Projektmitarbeiterin Prorektorat Forschung und Chancengleichheit

Prorektorat Forschung
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