Internationale Lehre in Wernigerode

Weitgereiste Gastdozentinnen zu Besuch an der Hochschule Harz

Im Sommersemester bereicherten Gastdozentinnen aus Kanada, Litauen und Ungarn die Lehre an der Hochschule Harz. Mit ihren fachlichen Schwerpunkten und internationalen Perspektiven boten sie den Studierenden neue Einblicke in aktuelle Themen des Tourismusmanagements. Professorin Anne Terwiel von der Thompson Rivers University in Kamloops (Kanada) leitete ein Blockseminar im Bereich Sport-Event-Management. Daiva Statkuvienė vom Staatlichen Kolleg Klaipėda (Litauen) sowie Dr. Katalin Szalai von der Kodolányi János University in Budapest (Ungarn) hielten Vorträge zu den Themen Nachhaltigkeit, Inklusion und Destinationsmanagement.

Wiedersehen in Wernigerode

Bereits in den Jahren 2014 bis 2019 war Anne Terwiel regelmäßig vor Ort in Wernigerode. Während der Pandemie blieb die Zusammenarbeit auf digitalem Weg bestehen. Umso größer war nun die Freude, wieder persönlich an der Hochschule Harz zu lehren. Ihre Expertise in Sportveranstaltungs-, Freiwilligen- und Risikomanagement brachte sie im Rahmen eines Blockseminars ein. Die Professorin lobt die Studierenden der Hochschule Harz als engagiert, neugierig und fokussiert.

Sarina Lindau, Studentin im Bachelor-Programm International Tourism Studies, schätzt insbesondere die Praxisnähe ihres Kurses: „Wir haben nicht nur in der Theorie gelernt, wie man ein Event richtig organisiert, sondern es auch anhand unseres eigenen Projekts direkt angewendet.“ Auch die unterschiedliche Länderperspektive des Seminars hinterließ Eindruck. Studentin Elisa Meier berichtet: „Dass sich die Sportkultur zwischen Deutschland und Kanada unterscheidet, hatte ich zwar geahnt, wie groß dieser Unterschied tatsächlich ist, hat mich dann aber doch erstaunt: Handball spielt in Kanada zum Beispiel kaum eine Rolle, während er bei uns fest verankert ist.“

Neue Kooperationen eröffnen Möglichkeiten

Daiva Statkuvienė von der litauischen Partnerhochschule konzentrierte sich auf Kommunikation und leitete einen Workshop zu zentralen Aspekten der Inklusion im internationalen Tourismus.

Tourismusmanagement-Studentin Lina Hein hebt insbesondere den internationalen Austausch hervor: „Gut gefallen hat mir, dass der Workshop interaktiv gestaltet war und mit einer spannenden Einleitung über Litauen begann. Dadurch wurde das Thema greifbarer und der Austausch innerhalb der Gruppe intensiver.“

Auch die Dozentin zeigte sich beeindruckt von der Offenheit und aktiven Mitarbeit der Studierenden und freut sich auf zukünftige gemeinsame Projekte, Forschungsaktivitäten sowie den Austausch von Studierenden und Lehrenden.

Doppelabschlussprogramm als Ergebnis langjähriger Zusammenarbeit

Dr. Katalin Szalai aus Budapest hielt Vorträge zum Destinations- und Nachhaltigkeitsmanagement. In ihrem Workshop untersuchten die Studierenden negative Auswirkungen des Tourismus und entwickelten lösungsorientierte Modelle.

Prof. Dr. Harald Zeiss, Koordinator des Bachelor-Studiengangs International Tourism Studies an der Hochschule Harz, betont: „Der besondere Mehrwert solcher Gastaufenthalte liegt in den internationalen Perspektiven und regionalen Fallbeispielen, die den Studierenden praxisnahe Einblicke in unterschiedliche touristische Realitäten ermöglichen.“

Auch Dr. Katalin Szalai zieht ein positives Fazit: „Ich habe in den letzten Jahren an zahlreichen Austauschprogrammen teilgenommen – das an der Hochschule Harz war am besten organisiert.“

Die Hochschule Harz und die ungarische Partnerhochschule bieten seit 2026 gemeinsam ein Doppelabschlussprogramm in den Studiengängen International Business Studies (B.A.) und International Tourism Studies (B.A.) an. Diese Kooperation baut auf der Grundlage erfolgreicher Austauschaktivitäten innerhalb des Erasmus-Programms auf.

Internationale Hochschule

Mit mehr als 60 Partnerhochschulen in rund 30 Ländern verfügt die Hochschule Harz über ein breit aufgestelltes internationales Netzwerk. Studierende profitieren von vielfältigen Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte, internationale Erfahrungen und Doppelabschlüsse.

Wie wertvoll internationale Lehre sein kann, konnten die Studierenden in diesem Sommersemester unmittelbar erleben. Neben fachlichen Impulsen kam es zu persönlichen Begegnungen, die den interkulturellen Austausch greifbar machten.

Eine besonders charmante Erinnerung behielt Elisa Meier aus dem Seminar mit Anne Terwiel: „Ein kleiner, schöner Moment zum Abschluss war, als sie ganz begeistert auf unsere Kippfenster reagiert und diese noch länger bewundert hat.“ Dass sich Fenster nicht nur vollständig öffnen, sondern auch zum Lüften ankippen lassen, ist in Deutschland weit verbreitet. In Kanada sind solche Dreh-Kipp-Fenster hingegen deutlich weniger üblich und daher für viele Menschen ungewohnt. „Gerade solche kleinen Alltagsbeobachtungen machten den kulturellen Austausch besonders anschaulich", findet die Studentin.

Einige Zitate wurden aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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07.08.2026
Author: Leonie Wolff
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