Professor Dr. Christoph Goos trifft Abdelkarim

Professor Christoph Goos trifft Abdelkarim

Demokratie und Coronakrise

Comedy und Verfassungsrecht – auf den ersten Blick scheint der Deckungskreis der Beiden gering. Ein Format der Bundeszentrale für politische Bildung will diese Welten nun aber zusammenbringen. Unter dem Titel „Abdelkratie“ informiert der deutsch-marokkanische Komiker und Kabarettist Abdelkarim unkonventionell über die Grundlagen unserer Demokratie. Prof. Dr. Christoph Goos vom Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz war einer der Experten, die Texte und Videobeiträge beisteuerten.

Alles begann mit einer E-Mail. Der Fachbereich Extremismus der Bundeszentrale für politische Bildung wolle junge Menschen ansprechen, die sich bisher wenig mit politischen Themen auseinandergesetzt haben. Ziel sei es, auf diese Weise die Demokratie zu stärken. Aufgrund seines Forschungsschwerpunktes und zahlreicher Veröffentlichungen zum Thema Menschenwürde könne man sich sehr gut vorstellen, dass er, Prof. Dr. Christoph Goos, einen Beitrag zum Thema verfasse, der auch als Grundlage des Videos von Abdelkarim diene. Über seine Unterstützung würde man sich sehr freuen.

Nach anfänglicher Skepsis sagte Christoph Goos schließlich seine Mitarbeit zu. Kurz vor dem Veröffentlichungstermin warf die Corona-Pandemie die langfristigen Planungen jedoch über den Haufen. Die Entwicklungen hatten die vorübergehende Einschränkung von Grundrechten nötig gemacht, sodass entschieden wurde, die erstellten Inhalte durch Video-Interviews mit den Experten zu ergänzen. Die behandelten Themen konnten zum aktuellen Geschehen in Bezug gesetzt und die erforderlichen Maßnahmen aus rechtlicher Sicht eingeordnet werden. Eine Praxis, die sich in vielerlei Hinsicht mit den Erfordernissen an das ungewöhnliche „Corona-Semester“ der Hochschule Harz ergänzte. Professor Goos erläutert: „Die aktuelle Corona-Krise spielte natürlich in den Lehrveranstaltungen am Fachbereich Verwaltungswissenschaften eine große Rolle: Grundrechte wurden gravierend beschränkt, man sah plötzlich, was die grundrechtliche Schutzpflicht ganz praktisch bedeutet, Rechtstexte mussten schnell geschrieben, angepasst und geändert werden. Dies lieferte zahlreiche Beispiele für unsere Lehrveranstaltungen. Grundsätzlich versuchen wir aktuelle Themen aufzugreifen und in unsere Vorlesungen und Lehrveranstaltungen zu integrieren, in diesem Semester wurden unsere Studierenden jedoch in besonderer Weise damit konfrontiert, da die Pandemie auch Verwaltungen vor neue Herausforderungen stellt und als Katalysator für Digitalisierung und andere Entwicklungen dient.“

Krisen als Katalysator für Innovation

Bei aller Hoffnung nach einer schnellen Rückkehr zur Normalität sieht Professor Goos im erzwungenen Einsatz neuer Medien eine Chance für die Zukunft des Verwaltungshandelns: „Es gibt noch viel zu tun. Die Kommunikation von Verwaltungen basiert immer noch sehr stark auf langen Texten, das wird sich ändern. Die Bundesregierung und einige Landesregierungen nutzen bereits jetzt verstärkt Video-Formate, das wäre auch in der Fläche möglich und wurde in der Corona-Zeit nun schon teilweise umgesetzt. Die Hochschule kann hier als gutes Beispiel gesehen werden, da sie den Anteil der Video-Kommunikation in der Krisensituation schrittweise erhöht und die Studierenden so ständig auf dem neusten Stand gehalten hat.“ Auch das Spiel mit ungewöhnlichen Ideen, sei ein Weg Kommunikationsstrategien zu überarbeiten und etwa junge Menschen an komplexe Themen heranzuführen, wie beim Format „Abdelkratie“ geschehen.

Beim „YouTube GOLDENE KAMERA Digital Award“ ist der Kanal „Abdelkratie“ in der Kategorie „Best Newcomer“ nominiert. Der Beitrag von Prof. Dr. Christoph Goos zum Thema Menschenwürde findet sich auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung unter dem Link https://www.bpb.de/lernen/projekte/311966/menschenwuerde. Das Videointerview zur Menschenwürde in der aktuellen Corona-Krise ist auf dem Youtube-Kanal direkt abrufbar: https://www.youtube.com/Abdelkratie/videos

20.08.2020
AutorIn: Tim Bruns
Bildrechte: © Hochschule Harz / Abdelkarim

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