Deutschlandstipendien-Vergabe und Leitungswechsel plus Kunst und Kultur
Anlässlich des „kleinen Stifterabends“ zu Beginn des Sommersemesters wurden erneut leistungsstarke und engagierte Studierende in den Kreis der Deutschlandstipendiaten aufgenommen. Insgesamt werden derzeit 31 angehende Akademiker in Wernigerode und Halberstadt durch 24 Stifter aus Industrie und Wirtschaft unterstützt. Die Stipendiaten erhalten 300 Euro monatlich, die nicht zurückgezahlt werden müssen, dabei kommt eine Hälfte vom Bund, die andere aus der Privatwirtschaft. Bis zu 1,5 % der Studierenden kann auf diese Weise geholfen werden; an der Hochschule Harz wird das Potential nahezu komplett ausgeschöpft.
Rektor Prof. Dr. Folker Roland eröffnete den Abend in der würdigen Atmosphäre des historischen Festsaals auf dem Halberstädter Campus. Der Hochschulleiter betonte: „Wir sind stolz auf unser aktives Netzwerk. Mit der Förderung im Rahmen des Deutschlandstipendiums sollen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur im Harz noch besser verzahnt werden.“
Das Motto des Abends „Aus Vergangenheit wächst Zukunft“ ließ sich vielfältig anwenden. Mit Semesterbeginn wurden das bisherige Kuratorium sowie die Dekanate aller drei Fachbereiche verabschiedet und die neu gewählten Funktionsträgerinnen und Funktionsträger für die bevorstehende Amtszeit offiziell begrüßt. Seit Anfang März im Amt sind Dekan Prof. Dr. Patrick Hehn für den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Dekan Prof. Dr. Thomas Leich am Fachbereich Automatisierung und Informatik sowie Prof. Dr. Jens Weiß für den Halberstädter Fachbereich Verwaltungswissenschaften.
Das Kuratorium berät und unterstützt die Hochschule, fördert ihre Profilbildung, Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Verabschiedet wurden Andreas Pusch, ehemaliger Nationalparkleiter und langjähriger Hochschulbegleiter, sowie der bisherige Vorsitzende Dr. Franz Mnich, ehemaliger Microvista-Geschäftsführer. Mnich gehörte dem Kuratorium seit Hochschulgründung an und hat, so Rektor Roland, „die Hochschule auch durch schwieriges Fahrwasser begleitet.“ Ihm verlieh der Hochschulleiter den Titel „Ehrensenator der Hochschule Harz“, diese Würdigung wurde erst zum zweiten Mal vergeben. Neu an Bord sind Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Präsidentin der TH Köln, und Dr. Roland Pietsch, Leiter des Nationalparks Harz. Weiterhin im Kuratorium verbleiben Dr. Mario Daberkow, Head of Group Infrastructure & Services at Volkswagen, Dr. Beate Bettecken, Abteilungsleiterin im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, sowie Sybille Reiß, Vorständin der TUI Group für das Resort Personal.
Nach der feierlichen Vergabe der Stipendien stand das Motto auch im Titel. Die aktuelle Foto-Ausstellung „NeuHarz – Aus Vergangenheit wächst Zukunft“, die derzeit am Standort Halberstadt gezeigt wird, präsentiert einen frischen Blick auf eine vielseitige Region. Lars Wiedemann, Fotograf und Mit-Initiator, gab Einblicke in die beeindruckende Transformation von Natur, Wirtschaft, Kultur und Sport, die er und Christian Hille im Harz entdeckt und großformatig abgebildet haben.
In angenehmer Atmosphäre bot sich im Anschluss bei Imbiss und Getränken die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Förderern, Stipendiaten sowie langjährigen Partnern der Hochschule aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Musikalisch stimmungsvoll begleitet wurde der Abend durch den Leipziger Pianisten Max Grimm am neu restaurierten Flügel, den er einweihen durfte.
Mehr Informationen zum Deutschlandstipendium gibt es online unter: www.hs-harz.de/deutschlandstipendium
Bewerbungen für die nächste Förderperiode (die im Wintersemester beginnt) sind bis zum 30. April 2026 im Bewerbungsportal möglich.
Der Flügel stammt aus der Wernigeröder Rektoratsvilla, wurde bereits von Kunststifter Prof. Karl Oppermann bespielt, und hat über 10 Jahre das akademische und kulturelle Leben der Hochschule begleitet. Als klingendes Zeugnis gelebter Hochschultradition steht seine Aufstellung in Halberstadt für die enge Verbindung beider Standorte. Damit erhält das geschichtsträchtige Instrument einen neuen, würdigen Platz, denn auch der Festsaal selbst ist ein Ort mit besonderer Geschichte: Nach der Zerstörung Halberstadts am 8. April 1945 wurde die Dompropstei – in der sich der Festsaal befindet – zeitweise als Ratssaal und Sitz der Stadtverwaltung genutzt. So begegnen sich auch hier Vergangenheit und Zukunft.
Übrigens: Caspar René Hirschfeld, ein gebürtiger Wernigeröder, der zu den interessantesten und vielseitigsten Komponisten seiner Generation gezählt wird, hat die Hochschulleitung 2022 nicht nur bei einer Vernissage darauf hingewiesen, wie besonders dieser Flügel ist – und damit die Grundlage für seine Restaurierung gelegt – er hat auch den Kontakt zu dem Leipziger Pianisten Max Grimm hergestellt, der den 27. Stifterabend nun begleitet und mit einem Stück von Hirschfeld ausklingen lassen hat.
01.04.2026
Author: Janet Anders
Image author: © Svenja Kretzschmar, Marlene Lotz
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