BWL-Student schwimmt bei Weltmeisterschaft der Studierenden

Finswimmer Noah Dalichow tritt bei den FISU-Games in Ägypten an

Wenn bei den FISU World University Games das Startsignal ertönt, geht es für Noah Dalichow um Medaillen. Der 23-jährige BWL-Student der Hochschule Harz tritt am 28. und 29. Oktober im ägyptischen Sharm-El-Sheik im Finswimming, auch bekannt als Flossenschwimmen, an und ist einer von neun Athletinnen und Athleten im deutschen Finswimming-Team. Der Wernigeröder wird in vier Einzeldisziplinen und in vier Staffelentscheidungen um einen Platz auf dem Siegerpodest kämpfen. An den Weltuniversitätsspielen können studentische Sportler im Alter von 17 bis 25 Jahren teilnehmen. Sie finden alle zwei Jahre statt und sind mit zuletzt 6.200 Teilnehmenden aus 113 Nationen das größte Multisportereignis neben den Olympischen Sommerspielen.

Das Finswimming gilt als schnellste Fortbewegungsart des Menschen im Wasser durch die eigene Muskelkraft. Geschwommen werden hier verschiedene Distanzen entweder mit einer Monoflosse, also einer einzelnen großen Flosse, oder BiFin, mit zwei einzelnen Flossen. Noah Dalichows Lieblingsdisziplin sind die 50 Meter Apnoe, die er in 15,78 Sekunden mit Monoflosse durchschwimmt ohne Luft zu holen. „Ich bin ein kompletter Sprinter. Das heißt, mir liegen vor allem die kurzen Distanzen“, sagt der Student. In der Disziplin 50-Meter-BiFin wurde er 2026 Deutscher Vizemeister. Kurzzeitig hielt er außerdem 2025 den Deutschen Rekord über die langen 400-Meter-BiFin.

Ob es bei den FISU-Games auch zu einer Medaille reicht, kann der 23-Jährige nicht einschätzen: „Es kommt sehr stark auf das Teilnehmerfeld an und welche Schwimmer die anderen Nationen ins Rennen schicken. Wenn es mir gelingt, wäre das schon ein Wahnsinnserfolg.“ Seine Flossenschwimmkarriere hatte Noah Dalichow eigentlich schon beendet, bevor er zum Jahreswechsel den Anruf vom Bundestrainer erhielt. „Die Nominierung hat mir nochmal ein Ziel gegeben, auf das ich hintrainieren konnte“, erklärt er. Durchschnittlich vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche hat er in der Vorbereitung absolviert – die Krafteinheiten sogar direkt im Hochschul-Gym auf dem Wernigeröder Campus. „Zum Glück wurden die Öffnungszeiten etwas angepasst, sodass ich schon vor der ersten Vorlesung trainieren konnte. Training und Studium ließen sich ohne große Probleme kombinieren“, erzählt der Leistungssportler. Nach den Lehrveranstaltungen ging es oft weiter in die Schwimmhalle.

Aufgrund regionaler Unsicherheiten mussten die Wettkämpfe kurzfristig von April auf Oktober verlegt werden, damit ging eine große Verunsicherung der Athleten einher, wie Dalichow berichtet: „Die mentale Vorbereitung war etwas schwierig, weil man sich auf die Wettkämpfe im April vorbereitet hat. Nach der Absage war es anspruchsvoll, die Spannung hochzuhalten. Lange war überhaupt nicht klar, ob die Wettkämpfe angesichts der weltpolitischen Lage und der Spannungen im Nahen Osten wirklich noch ausgetragen werden.“ Trotzdem brachte er die Saison zu Ende und freut sich jetzt umso mehr auf den Höhepunkt seiner Schwimmkarriere. Dass sich die Trainingseinheiten gelohnt haben, zeigen indes vier neue persönliche Bestleistungen, mit denen er national in die Top 4 schwimmen konnte.

Gefördert wurde der Sportler in der Vorbereitung durch den Förderkreis der Hochschule Harz e.V. Genutzt hat er die Förderung unter anderem für Trainingseinheiten in Erfurt. „Durch die Unterstützung konnte ich mehrmals mit einem der besten deutschen Finswimmer auf einer 50-Meter-Bahn trainieren und mir wertvolle Tipps abholen“, sagt Dalichow. Angela Gorr, Vorsitzende des Förderkreises, betont zudem die positiven Effekte für Hochschule und Stadt, die mit der Teilnahme Noah Dalichows an den FISU-Games einhergehen: „Die Teilnahme an den Weltuniversitätsspielen trägt dazu bei, das positive Image nicht nur der Hochschule Harz, sondern auch Wernigerodes als Sport- und Kulturstadt in die Welt zu tragen. Wir haben uns als Vorstand des Förderkreises daher sehr über den Antrag auf Förderung gefreut und wünschen Noah Dalichow ein gutes Ergebnis bei den FISU-Games.“

Noah Dalichow nach der Teilnahme an den FISU-Games:

Wie hast du die FISU-Games erlebt? Wie war die Teilnahme für dich?

Die Wettkämpfe waren für mich relativ anstrengend, aber es war eine sehr schöne Zeit. Da wir nur zwei männliche Schwimmer im Team waren, bin ich in allen Staffeldisziplinen angetreten. Mit Vorläufen und Finals bin ich so auf zwölf Starts gekommen.  

Wie ordnest du dein sportliches Abschneiden ein? 

Das Teilnehmerfeld war sportlich unglaublich gut besetzt, weswegen wir die Erwartungen mit Bekanntwerden der Startliste etwas heruntergeschraubt haben. Zudem hat die neue Schwimmsaison erst begonnen, sodass wir sind noch nicht wieder vollständig im Trainingsrhythmus sind. Körperlich waren die Vielzahl der Rennen für mich sehr herausfordernd. Mit der Staffel bin ich aber trotzdem dreimal ins Finale geschwommen und konnte drei neue persönliche Bestzeiten mit nach Hause nehmen. Sowohl wir als Team, als auch ich als Sportler, sind mit unserer Leistung sehr zufrieden. 

Die Platzierungen im Überblick:

  • 4x100m FS-Staffel: Platz 7
  • 4x50m BF-Staffel: Platz 10
  • 4x100 BF-Staffel: Platz 7
  • 4x50 FS-Staffel: Platz 8
  • 50m AP: Platz 17
  • 50m BF: Platz 12
  • 200 m BF: Platz 14
  • 100m BF: Platz 15

27.10.2026
Author: Mark Winter
Image author: © Noah Dalichow
Image rights: © Noah Dalichow

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