Lebenslagenorientiertes Entwicklungs- und Bedarfskonzept (LEB) für die Stadt Wernigerode

Für Fachkräfte sind Arrangements zur Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Arbeits- und Lebensortes. Neben der in Sachsen-Anhalt bereits sehr gut ausgebauten Kinderbetreuung gewinnt auch die Hilfegestaltung für Menschen, die sich neben dem Beruf um die Pflege von Angehörigen sorgen, zunehmend an Bedeutung. Berufstätige, die eigene Angehörige pflegen, wenden dafür im Schnitt über 30 Stunden pro Woche auf. Diese Doppelbelastung kann zu stark negativen Folgen für die individuelle Belastbarkeit und damit auch für die Unternehmen führen. Um diese Situation zu entschärfen, hat die Hochschule Harz gemeinsam mit der Kommunalverwaltung in Wernigerode ein "Lebenslagenorientiertes Entwicklungs- und Bedarfskonzept" (LEB) erarbeitet. Das Ziel dieses Projekts bestand in der Formulierung und Erprobung von Handlungsempfehlungen für eine pflegesensible Organisationskultur, welche pflegende Beschäftigte angemessen unterstützt und Arbeitgebern zu mehr Handlungssicherheit verhilft.

Auf Basis empirischer Bedarfserhebungen wurden zwei zentrale Handlungsansätze festgelegt:

  • Pflegende Beschäftigte bauen auf die Unterstützung ihres Arbeitgebers. Wesentlich dafür sind das Verständnis für die individuelle Situation und transparente Informationen über mögliche Arrangements der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Der Schlüssel zur Vereinbarkeit ist die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort.
  • Arbeitgeber profitieren von klaren internen Regelungen, die Führungskräften Handlungssicherheit geben. Eine pflegesensible Organisationskultur ermutigt Beschäftigte zudem, ihre Doppelbelastung offen zu thematisieren.

Als praktische Lösung wird die Etablierung eines organisationsinternen Pflegepiloten empfohlen, der als Informationsquelle und Ansprechpartner das Vereinbarkeitsmanagement für Beschäftigte und Arbeitgeber übernimmt. Voraussetzung für eine solide Einschätzung des Bedarfs an einzelnen pflegesensiblen Instrumenten der Personalpolitik ist eine spezifische Risikoanalyse in Verbindung mit einem Risikomanagement auf der Grundlage der vorhandenen Personalressourcen.

Die detaillierten Projektergebnisse lassen sich hier (in zwei Abschnitten) nachlesen:

Teil I: Pflegesensible Verwaltungskultur

Teil II: Ressourcenorientiertes Risikomanagement

Das Projektteam bietet interessierten Kommunen fachliche Begleitung auf dem Weg zur pflegesensiblen Verwaltung an. Das LEB-Projekt erhielt eine Förderung aus dem Programm "Demografie - Wandel gestalten" des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt. Der Eigenanteil wurde anteilig durch Hochschule Harz und Stadt Wernigerode erbracht.

Bild (v.l.n.r.): Rüdiger Dorff, Thomas Schatz, Prof. Dr. Birgit Apfelbaum und Jana Diesener bei einem Workshop zur Vereinbarkeit von Berufsleben und Angehörigenpflege der Projektgruppe „LEB Wernigerode“.

Prof. Dr. Birgit Apfelbaum

Projektleiterin

Professorin für Kommunikations- und Sozialwissenschaften
Tel +49 3943 659 435 Fax +49 3943 659 5435 -5435 Raum D213, Haus D, Halberstadt
Sprechzeiten nach Vereinbarung per E-Mail

Thomas Schatz

Projektmitarbeiter

Fachbereich Verwaltungswissenschaften
Tel +49 3943 659 428 Fax +49 3943 659 5428 -5428 Raum D222, Haus D, Halberstadt

Prof. Dr. André Niedostadek

Professor für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht
Tel +49 3943 659 437 Fax +49 3943 659 5437 -5437 Raum D209, Haus D, Halberstadt
Sprechzeiten Sprechzeiten im WiSe nach Vereinbarung (per E-Mail)

Prof. Dr. Jens-Oliver Weiß

Professor für Verwaltungswissenschaften
Tel +49 3943 659 423 Fax +49 3943 659 5423 -5423 Raum D219, Haus D, Halberstadt
Sprechzeiten nach Absprache per Mail

Prof. Dr. Anne-Dore Uthe

Professorin für öffentl. Medienmanagement und Verwaltungsinformatik
Tel +49 3943 659 420 Fax +49 3943 659 5420 -5420 Raum D214, Haus D, Halberstadt
Sprechzeiten mittwochs 11:00 bis 13:00 Uhr und nach Vereinbarung per Mail