Seit dem Wintersemester 2011/12 vergibt die Hochschule Harz Deutschlandstipendien an ihre Studierenden. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten Programm sollen bis zu zwei Prozent der leistungsstarken Studierenden an staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland gefördert werden. Momentan profitieren 34 Studierende der Hochschule Harz von der materiellen und ideellen Förderung durch das Deutschlandstipendium und werden mit 300 Euro im Monat von 26 Förderern unterstützt.

Feierliche Stipendienvergabefeiern

Im Rahmen unserer "Stifterabende" werden die Studierenden feierlich in den Kreis der Deutschlandstipendiaten aufgenommen und die Förderer für Ihr Engagement gewürdigt. Das anschließende "Come Together" bietet ausreichend Raum für Gespräche zwischen Stiftern und Stipendiaten, einen intensiven Austausch zwischen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie den Dialog mit Freunden der Hochschule.


14. Stifterabend auf dem Wernigeröder Campus bietet festliche Atmosphäre


Anlässlich des 14. Stifterabends an der Hochschule Harz kamen am Dienstag, dem 25. September 2018, über 200 geladene Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur im Wernigeröder AudiMax zusammen. Rund um die feierliche Vergabe der Deutschlandstipendien an leistungsstarke, engagierte Studierende wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Der 14. Stifterabend an der Hochschule Harz hat mit Sicherheit zahlreichen Anwesenden Lust auf mehr gemacht. Mehr zu erfahren vom Wandel der Energiewirtschaft, von Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung sowie dem berufsbegleitenden Studium. Aber auch mehr über den Werdegang der 34 Studierenden zu erfahren, die am Dienstag im AudiMax in einem festlichen Rahmen ein Deutschland-Stipendium in Empfang nahmen.

Honorar-Professor berufen

Dazu angeregt wurden die Gäste besonders durch einen Mann, dem an diesem Abend in mehrfacher Hinsicht die Bühne gehörte: Rainer Gerloff aus Wernigeröder und Chef der Halberstadtwerke. Zunächst überreichte ihm Rektor Folker Roland die Honorar-Professur „Energiewirtschaft“, gemeinsam mit Andrea Heilmann, Dekanin am Fachbereich Automatisierung und Informatik.

Energiewirtschaft

Mit herzlichen Worten nahmen die beiden Hochschul-Professoren den „neuen Professor“ in ihren Reihen auf. Seit mehr als fünf Jahren verbinde sie eine Zusammenarbeit, ob bei Projektarbeiten, der Förderung der Hochschulentwicklung oder Fachvorträgen. Besonders im letzten Punkt habe Rainer Gerloff schon mehrmals sein Talent bewiesen, seine profunden Kenntnisse in der Energiewirtschaft verständlich und anschaulich darzustellen, lobte Andrea Heilmann. Rainer Gerloff, Jahrgang 1962, verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes, war nach Studium, Promotion und wissenschaftlicher Arbeit ab 1996 bei den Stadtwerken in Wernigerode und Lübeck tätig. 2012 wechselte er zu den Halberstadtwerken, deren Geschicke er als Geschäftsführer seit 2016 leitet.

Vier neue Förderer

„Das Energieunternehmen in der Domstadt gehöre neben vielen anderen Firmen und Institutionen zu den festen Förderern von Stipendien“, hob der Rektor hervor. Roland freute sich, mit PSFU Wernigerode, den Harzer Wirtschaftsjunioren, der Getriebe- und Antriebstechnik Wernigerode und der pdv-software GmbH Goslar neue Förderer gewonnen zu haben. So sei es mit ihnen und weiteren Unterstützern gelungen, für insgesamt 34 Stipendiaten die erforderlichen je 1.800 Euro einzuwerben. Die gleiche Summe für das einjährige Deutschland-Stipendium steuert der Bund bei.

Wende-Glück

Wie wichtig solch eine finanzielle Unterstützung sei, machte Rainer Gerloff deutlich, als er sich für die Wertschätzung bedankte. Vor 30 Jahren hatte er als junger Familienvater ein Forschungsstudium im Bereich Aluminiumlegierung und Festkörperphysik begonnen. Ziel sei es gewesen, für Westimporte zu sorgen. „Das war 1988“, so Gerloff. Zwei Jahre später mit dem Mauerfall „gab es die DDR und den Auftrag nicht mehr. Es gab nur noch mich und das Thema“. Gerloff hatte Glück, die Konrad-Adenauer-Stiftung bezahlte ihm seine Promotion. „Also meine Damen und Herren, gehen sie ruhig stiften“, motivierte der neue Honorar-Professor freundlich-bestimmend.

Weiterbildung im Unternehmen

Dass er in dieser Hinsicht selbst Vorbild ist, wurde bei seinem Kurzbeitrag „Weiterbildung aus Unternehmenssicht“ deutlich. Die Halberstadtwerke bilden regelmäßig aus, 87 Azubis seit 1997, und geben jungen Leuten eine Zukunftsperspektive, was Gerloff mit 58 Übernahmen in feste Mitarbeiterschaft belegte. Darüber hinaus unterstütze das Unternehmen finanziell bei dualen Studiengängen, Zertifizierungen und Kursen. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Harz sei dabei wichtig, „denn wir wollen die Fachkräfte hier - in Halberstadt - halten“, so Gerloff.

Hochschul-Angebote

Aus Sicht der Hochschule gab Rektor Folker Roland einen Überblick zu Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Dazu gehören neben den berufsbegleitenden Studiengängen, von denen jährlich 300 junge Menschen Gebrauch machen würden, auch kleinere Einheiten wie Modul- und Zertifizierungsangebote. Zudem biete die Hochschule Workshops, Seminare und Tagungen an. „Diese können wir bei Interesse konkret auf die Anforderungen von Unternehmen stricken“, wandte sich Roland speziell an die Vertreter aus der Wirtschaft im Saal. Aus seiner Sicht an „Dynamik gewonnen“, so Roland weiter, habe das duale Studium, das bei der Berufsausbildung in Unternehmen integriert sei. Mit diesem Angebot wolle die Hochschule Harz Studium und Berufsausbildung nicht gegeneinander ausspielen, sondern „ergänzen“.

Studium ohne Abitur

Wie Studieren neben dem Beruf funktionieren kann, darüber berichtete Patrick Ramme. Mit Anfang 30, wie er sagte, sei bei ihm der Wunsch gereift, zu studieren – „obwohl ich kein Abitur in der Tasche habe“. Bis dato hatte sich der Wernigeröder in mehreren Berufen versucht, als gelernter Einzelhandelskaufmann, Werkzeugmacher und Versicherungskaufmann. Bei seinem jetzigen Arbeitgeber, der Krebs- und Aulich GmbH in Wernigerode, habe er damals eine C&C-Maschine bedient und sich gedacht: „Das kann es nicht gewesen sein.“ Den Tipp, doch berufsbegleitend zu studieren, habe Patrick Ramme von der Arbeitsagentur bekommen. Sie verwies ihn an das Transfer-Zentrum der Hochschule Harz, „das mich ausgezeichnet vorbereitete und betreute, besonders Frau Koch“. Unterstützung erhielt er auch von seinem Arbeitgeber, bei dem der verheiratete Familienvater eines zweijährigen Sohnes als Absolvent der Betriebswirtschaftslehre nun als Projekteinkäufer tätig ist.

Drei Buchstaben

Grundvoraussetzung für diese positive Entwicklung seien Fleiß und Disziplin – „eben nicht den Abend mit Freunden oder auf der Couch vor dem Fernseher zu verbringen, sondern die Nase in Bücher zu stecken“ – und vor allem auch Freude. Und da alles noch ausreichend vorhanden sei, „habe ich ein Masterstudium gleich dran gehängt, berufsbegleitend“, sagte der junge Mann und zitierte den großen Dichter Goethe: „Erfolg hat drei Buchstaben: T U N.“

Gewinner und ferne Länder

Stefanie Müller und Sandra Brümmer vom Fachbereich Verwaltungswissenschaften in Halberstadt leiteten musikalisch durch den Abend. Für die Übergabe der Deutschland-Stipendien hatten sie mit „Gewinner“ von Clueso einen passenden Titel gewählt. „Denn nun gehört den Gewinnern des Abends die Bühne“, nahm Janet Anders, Leiterin des Dezernats Kommunikation und Marketing, den Faden auf. Gemeinsam mit ihrem Mitarbeiter Moritz Peters leitete sie die feierliche Übergabe der Urkunden an die 34 Stipendiaten und deren Förderer. Nicht alle Studierenden waren anwesend. Janet Anders entschuldigte sie und wies darauf hin, dass jene ein Praktikum oder Auslandssemester in der Ferne absolvierten. Genannt wurden Länder wie China, Irland, Kanada und Norwegen.

Netzwerken

Solch einen Weg, um im Ausland Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk aufzubauen, möchte Isabell Pflieger auch gern gehen. Die Bachelor-Studentin für Wirtschaftsingenieurwesen bedankte sich im Namen aller Stipendiaten bei den Förderern. Mit dem monatlichen Zuschuss von 300 Euro für ein Jahr sei die Chance gestiegen, die persönlichen Karrierevorstellungen zu verwirklichen. Die erste Gelegenheit dafür bot sich für die junge Hallenserin und allen anderen Stipendiaten noch am Stifterabend. Dieser klang in geselliger Runde mit Gesprächen, bei einem Glas Bier oder Wein sowie einem Imbiss im Foyer des AudiMax aus.

 

 

 

 

Impressionen vom 14. Stifterabend am 25. September 2018

Moritz Peters

stellv. Leiter / Alumni-Management / Deutschlandstipendium

Dezernat Kommunikation und Marketing
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