Das war die Nachhaltigkeitswoche 2026
Von Radeln bis zur Imkerei – wie vielfältig Nachhaltigkeit und Umweltschutz gelebt werden können, zeigte einmal mehr die Nachhaltigkeitswoche der Hochschule Harz im Sommersemester. Mit einem bunten Programm machte das Team des Umweltmanagements deutlich, dass sich Nachhaltigkeit als Querschnittsthema in alle Bereiche des (Hochschul-)Lebens erstreckt. Neben informativen Workshops und Vorträgen kamen so beispielsweise auch Kunst und aktivierende Sportangebote nicht zu kurz. Seit zehn Jahren gibt es die Nachhaltigkeitswoche bereits. Das Programm demonstriert jedes Jahr aufs Neue, wie tief verankert Umweltschutz, ressourcenschonendes Verhalten und Co. an der Hochschule Harz sind.
Bereits vor Beginn der Themenwoche konnten die Teilnehmenden die Natur mit allen Sinnen erleben. Am frühen Samstagmorgen stand eine Vogelstimmenwanderung in Kooperation mit dem Nationalpark Harz auf dem Programm, bei der die heimische Tierwelt im Mittelpunkt stand. Teilnehmerin Charlotte Repp berichtet: „Es war echt schwer, um 4 Uhr morgens aufzustehen, aber es hat sich gelohnt. Normalerweise schlafe ich da und kann so viele Vogelstimmen um die Uhrzeit gar nicht hören.“
Spannende Einblicke in die faszinierende Welt der Honigbienen gab es bei einem Workshop mit dem hochschuleigenen Imker. Dabei konnten die Teilnehmenden selbst den Hochschul-Honig, auch „Campusgold“ genannt, schleudern und den Alltag eines Imkers kennenlernen. Hochschulmitarbeiterin Mara-Lisa Da Silva verrät: „Ich bin schon das dritte Mal dabei und jedes Mal begeistert, weil es unglaublich viel Spaß macht und ich ein richtiger Honig-Fan bin.“
Kreativ werden beim Upcycling
Später stand praktischer Klimaschutz auf dem Programm. In einem Upcycling-Workshop lernten Studierende und Mitarbeitende, wie ausgediente Hochschul-Planen zu individuell gestalteten Taschen werden. Unter Anleitung der Hobbyschneiderin Melanie Köllmann entstanden kreative Unikate. Besonders die Verarbeitung von Reißverschlüssen stellte für viele zunächst eine Herausforderung dar. Die Kursleiterin zog dennoch ein positives Fazit: „Ich war etwas nervös, ob alles klappt, aber alle haben ihre Reißverschlüsse am Ende selber eingenäht.“ Der Workshop machte deutlich, wie durch Wiederverwendung von Materialien Ressourcen geschont und gleichzeitig neue Produkte geschaffen werden können.
In der Aktionswoche stand auch die GenerationenHochschule ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Bärbel Amels, GenerationenBeraterin und Testamentsvollstreckerin, warf in ihrem Vortrag einen Blick auf das digitale Erbe. Im Mittelpunkt stand die Frage, was mit Online-Konten, E-Mails und digitalen Daten geschieht, wenn Menschen versterben. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen erhielten Einblicke in praktische Aspekte digitaler Nachlassregelung. Der Livestream der Veranstaltung ist weiterhin auf dem YouTube-Kanal der Hochschule Harz abrufbar.
Gemeinsam in Bewegung
In der Nachhaltigkeitswoche fiel zugleich der Startschuss für das Stadtradeln. Die Aktion wurde vom Landkreis Harz initiiert und motiviert dazu, Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Insgesamt beteiligten sich 28 Fahrerinnen und Fahrer der Hochschule Harz in fünf Teams und erradelten im Zuge der dreiwöchigen Aktion 7112 Kilometer. Seit 2024 nimmt die Hochschule am Stadtradeln teil und setzt damit ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Mobilität und aktiven Klimaschutz.
Passend dazu hielt das Gesundheitsmanagement verschiedene Bewegungs- und Gesundheitsangebote bereit: Stretching-Einheiten, Workshops und Fitnessmessungen luden dazu ein, sich mit dem eigenen Gesundheitsverhalten auseinanderzusetzen.
Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung
Im Rahmen des vom Team des Qualitätsmanagements der Hochschule Harz organisierten Tags der Lehre standen KI-Kompetenzen in der Lehre im Mittelpunkt. Ergänzt wurde das Programm durch einen Beitrag von Prof. Dr. Andrea Heilmann, der Umweltbeauftragten der Hochschule. Sie thematisierte den Ressourcenverbrauch digitaler Technologien sowie deren Auswirkungen auf die Umwelt und hob dabei sowohl Herausforderungen als auch Vorteile hervor: „Künstliche Intelligenz kann einen wertvollen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz leisten z.B. in Frühwarnsystemen, in intelligenten Bewässerungssystemen für Stadtbäume oder als Teil von Verkehrssimulationen. Die verstärkte KI-Nutzung trägt aber auch zu einer höheren Umweltbelastung beispielsweise durch den stärkeren Energieverbrauch bei", so Heilmann.
Wald im Wandel
Einen kulturellen Akzent setzte die Eröffnung der Fotoausstellung "Geformt von Sturm und Käfer - Der Harzwald wandelt sich" von Bertram Kösler in der Rektoratsvilla. Die Vernissage widmete sich den Veränderungen der Harzer Wälder infolge von Sturmereignissen und Borkenkäferbefall. Thematisch knüpft dieser Abend unmittelbar an die Partnerschaft der Hochschule Harz mit dem Nationalpark Harz an.
Fairtrade und Empowerment
Bei fair-gehandeltem Kaffee bot das „faire Frühstück“ Raum zum Austausch zwischen Studierenden, Mitarbeitenden und Gästen. Unter den Besuchern war auch Roman Müller, stellvertretender Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH. Er hob die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule Harz hevor: „Jede zusätzliche Aktion der FairTradeTown Wernigerode, bei der die Hochschule mitwirkt, ist bereichernd.“ Unterstützt wurde der Programmpunkt von der Wernigeröder Thomas-Müntzer-Schule, die selbst das Label "Fairtrade Schule" trägt.
Das Gleichstellungsbüro gestaltete zudem einen Empowerment-Tag mit verschiedenen Angeboten und Austauschmöglichkeiten zu sozialer Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung. Erstmals konnten die Teilnehmenden der Nachhaltigkeitswoche in diesem Jahr Stempel für den Besuch von Workshops, Vorträgen und Co. sammeln. Ab fünf gesammelten Nachhaltigkeitsstempeln wartete ein Kapuzenpullover auf die Teilnehmenden. Insgesamt sechs Stempeljäger konnten sich am Ende über ihren Preis freuen.
Zum Abschluss zog die Organisatorin der Nachhaltigkeitswoche, Jeannette Israel-Schart aus dem Team des Umweltmanagements der Hochschule Harz, ein positives Fazit: „Die diesjährige Nachhaltigkeitswoche zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Nachhaltigkeit gedacht und gelebt werden kann - von Naturerlebnissen über Gesundheitsförderung und Upcycling bis hin zu Fragen der Digitalisierung und Mobilität. Durch die Kooperationen innerhalb und außerhalb der Hochschule entstand ein Programm, das Wissen vermittelte, zum Mitmachen einlud und neue Perspektiven eröffnete.“
Nachhaltigkeit rückt auch in der Wirtschaft immer stärker in den Vordergrund, während datenbasierte Entscheidungsprozesse, Künstliche Intelligenz und neue methodische Ansätze Unternehmen dabei unterstützen, ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden. Hier setzt der Studiengang Nachhaltiges Management (B.Sc.) an. Darin lernen Studierende, wie man wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbindet – und dabei moderne Technologien sinnvoll nutzt.
Interessiert? Die Bewerbung ist noch bis zum 31. August möglich. Mehr Informationen zum Studiengang gibt es auf der Studiengangs-Website.
13.07.2026
Author: Jeannette Israel-Schart
Image author: © Marlene Lotz; Jeannette Israel-Schart
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