
Prof. Dr. Harald Zeiss studierte Betriebswirtschaft in Nürnberg, Politikwissenschaften in Straßburg und erwarb einen MBA in den USA. An der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar wurde Zeiss promoviert.
Seine berufliche Karriere startete er 2001 bei der Unternehmensberatung Q_Perior in München. 2005 wechselte er zum Reiseveranstalter TUI Deutschland nach Hannover, wo er elf Jahre lang in verschiedenen Verantwortungsbereichen tätig war: u.a. im Qualitätsmanagement, in der Produktentwicklung und im Einkauf. Von 2010 bis 2016 leitete er das Nachhaltigkeitsmanagement der TUI.
Harald Zeiss ist seit 2011 Professor an der Hochschule Harz in Wernigerode mit den Forschungsschwerpunkten Nachhaltiger Tourismus und Internationaler Tourismus. Er leitet den Studiengang International Tourism Studies (ITS) und das Institut für Tourismusforschung der Hochschule Harz (ITF). Von 2018 bis 2022 war er Studiendekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften.
2011 gründete Prof. Zeiss das Institut für Nachhaltigen Tourismus GmbH (inatour) mit Sitz in Wernigerode, dessen alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer er ist. inatour berät Unternehmen und Destinationen bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Tourismusstrategien. Von 2017 bis 2022 war Zeiss Vorsitzender des Vorstands der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris. Er engagiert sich ehrenamtlich als Vorsitzender des Ausschusses Nachhaltigkeit beim Deutschen Reiseverband (DRV) sowie als Vorsitzender des Umweltbeirats des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt (LTV). Von 2020 bis 2024 gehörte er dem Beirat der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) an.
Nachhaltigkeitsmanagement in der Tourismusindustrie, insbesondere:
Themen
Im Kontext der Tourismusindustrie hat die Implementierung eines fortgeschrittenen Nachhaltigkeitsmanagements in den letzten zwei Dekaden an Stellenwert gewonnen. Dieser Wandel ist insbesondere als Reaktion auf umfassende gesellschaftliche Transformationen zu betrachten, welche die Etablierung nachhaltiger Praktiken von einer optionalen zu einer obligatorischen Komponente innerhalb der touristischen Wertschöpfungskette gemacht haben.
Deutschland nimmt dabei sowohl im Hinblick auf die Angebots- als auch die Nachfrageseite eine besondere Rolle ein. Ob in den Segmenten Luftverkehr, Kreuzfahrtindustrie, Hotelwirtschaft, Reiseorganisation oder Geschäftsreisen, exemplarische Fallstudien (Best Practice Beispiele) illustrieren eindrucksvoll die derzeitigen Möglichkeiten und Kapazitäten im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements.
Wissenschaftliche Forschung nimmt diese Progression auf und untermauert empirisch das umfangreiche Potenzial, das durch eine suffizienzorientierte Lebens- und Wirtschaftsführung erschlossen werden kann.