Daniel Szarata, Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt, im Vorlesungssaal der Hochschule Harz am Fachbereich Verwaltungswissenschaften

Vom Alumnus zum Oberbürgermeister

„Schon früh war mir klar – ich will in die Politik“

Am 1. Januar 2021 wird Daniel Szarata das Amt des neuen Oberbürgermeisters der Stadt Halberstadt antreten. Der Doppelabsolvent des Fachbereichs Verwaltungswissenschaften über seine Studienzeit, Investitionen in kluge Köpfe und neue Herausforderungen.

Vertrautes Terrain ist das Gebäude der Hochschule Harz am Domplatz in Halberstadt – einige Jahre seines Lebens hat Daniel Szarata während seines Studiums hier verbracht. Als er durch das große Glasportal die Räumlichkeiten seiner Alma Mater betritt, werden sofort Erinnerungen wach: „Bereits während meiner Schulzeit habe ich ein Praktikum am Fachbereich Verwaltungswissenschaften absolviert, damals noch am alten Standort in der Wilhelm-Trautwein-Straße. Auf Anraten meiner Familie fiel dann die Entscheidung, Europäisches Verwaltungsmanagement zu studieren. Der europäische Kontext spielte zur damaligen Zeit eine immer wichtigere Rolle, die Zahl der Vorgaben und Richtlinien seitens der EU stieg und ich war sehr froh, dass ich mich damit während meines Studiums näher beschäftigen konnte. Schon früh war mir klar – ich will in die Politik.“

 

Die Facetten Europas

Europa als Schwerpunkt des Curriculums sollte ihm auch in seinem späteren Berufsleben von großem Nutzen sein. Nach seinem Abschluss 2007 – vor dem Bologna-Prozess noch als Europäischer Diplom Verwaltungsmanager – war er zunächst im Justiziariat des damaligen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt tätig, später in der Förderservice GmbH der Investitionsbank des Landes. „Nach meiner Zeit in der Förderservice GmbH kehrte ich ins Wirtschaftsministerium zurück und arbeitete im Referat für Europäische Zusammenarbeit als Finanzmanager von EU-Projekten mit ganz unterschiedlichen Ländern: zum Beispiel Spanien, Tschechien, Österreich oder Lettland. Besonders beeindruckt haben mich die verschiedenen kommunalen und lokalen Administrationen im europäischen Vergleich. Hier sind viele Länder besser aufgestellt als Sachsen-Anhalt. Nicht unerheblich dabei ist die Sprachbarriere. Mitarbeiter zu haben, die fließend Englisch sprechen, ist meiner Meinung nach für eine Verwaltung sehr wichtig“.

Eine umfassende Sprachausbildung wurde ihm während seines Studiums des Europäischen Verwaltungsmanagements zuteil. Als zweite Fremdsprache wählte er damals Spanisch: „Bei meinem sechsmonatigen Auslandsstudium im spanischen Saragossa, konnte ich meine Kenntnisse vertiefen – oft hat mir aber auch mein Englisch weitergeholfen“, berichtet Szarata augenzwinkernd.

Mit Weitblick

Wichtige Erfahrungen aus seinen Auslandssemestern haben den Verwaltungswissenschaftler geprägt. Nach drei Jahren in der Praxis entschloss er sich, neben dem Beruf ein Master-Studium an seiner Alma Mater aufzunehmen, um sein Wissen weiter zu vertiefen. „Alle Studierenden, die sich für das berufsbegleitende Master-Studium Public Management entscheiden, brauchen viel Durchhaltevermögen. Es ist eine Investition in die eigene Bildung, die sich auszahlt: Die Master-Studierenden setzen sich mit wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen auseinander und schaffen durch ihr flexibles Denken und Handeln zielorientierte Lösungen für komplexe Sachverhalte“, erklärt Prof. Dr. Thomas Schneidewind, Dekan des Fachbereichs und Studiengangskoordinator für den Master Public Management.

Als Doppel-Alumnus kann Daniel Szarata dies nur unterstreichen: „Für mich war der Austausch mit meinen Kommilitonen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Praxis und die Auseinandersetzung mit den wissenschaftlichen Theorien, die seitens der Professoren vermittelt wurden, sehr spannend. Besonders das Modell des sogenannten New Public Managements mit innovativen Ansätzen zur Personalführung und zum Prozessmanagement haben mich sehr interessiert“.

Neue Aufgaben

Wichtige Kenntnisse, die ihm auch in seiner neuen Funktion als Oberhaupt der Stadt Halberstadt ab Januar 2021 von Nutzen sein werden. So hat der junge Politiker schon vor Amtsantritt zwei Schwerpunkte ins Auge gefasst. Neben einem modernen Personal- und Prozessmanagement strebt er eine Europäisierung an. Auch ein Wiederaufleben der umfangreichen Städtepartnerschaften der Domstadt und gegenseitige Besuche von Schulen könnten auf dem Programm stehen. Das trägt dazu bei, dass junge Menschen schon früh ihren Horizont erweitern und den „europäischen Spirit“ erleben, den der zukünftige Oberbürgermeister aus eigener Erfahrung sehr schätzt. Auch in finanzpolitischer Hinsicht gibt es bereits erste Ideen: „Da demnächst weniger Strukturfondsmittel zur Verfügung stehen werden, müssen wir neue Wege gehen, um weitere europäische Unterstützung zu erhalten.“ So plant er Investitionen in kluge Köpfe und die Teilnahme an EU-Projekten.

Der Dekan und Professor für Public Management, Thomas Schneidewind, wünscht dem zukünftigen Oberbürgermeister viel Erfolg für seine neuen Aufgaben: „Als Hochschule ist uns die regionale Einbindung seit der Gründung des Fachbereichs vor über 20 Jahren sehr wichtig. Aus dieser Tradition heraus arbeiten wir in zahlreichen Projekten und gemeinsamen Aktivitäten zusammen. Wir danken dem amtierenden Oberbürgermeister und freuen uns auf eine Fortsetzung dieser sehr guten Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.“

Weitere Informationen zu den Studiengängen Bachelor Europäisches Verwaltungsmanagement und Master Public Management finden Interessierte unter:

https://www.hs-harz.de/europaeisches-verwaltungsmanagement/
https://www.hs-harz.de/public-management-ma/

24.09.2020
AutorIn: Mandy Ebers, Fotografie: Tim Bruns
Bildrechte: © Hochschule Harz

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Mandy Ebers

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