Am Mittwoch, dem 10. Juni, um 17 Uhr, laden der Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz und die Halberstädter Roland-Initiative zu einem gemeinsamen Gastvortrag in den Hörsaal N113 auf den Halberstädter Campus ein. Unter dem Titel „Deglobalisierung oder Reglobalisierung? Geostrategische Machtverschiebungen und sicherheitspolitische Neuordnung des Welthandels“ spricht Prof. Dr. Oliver C. Ruppel über aktuelle Umbrüche im internationalen Handelssystem. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die tiefgreifenden Veränderungen der globalen Ordnung: Handelskonflikte, Zollschocks, konkurrierende Industriepolitiken, geopolitische Rivalitäten und weltweite Krisen machen deutlich, dass internationaler Handel zunehmend auch eine sicherheitspolitische Dimension erhält. Zugleich geraten zentrale Grundlagen der multilateralen Handelsordnung unter Druck – darunter verbindliche Regeln, unabhängige Streitbeilegung und der Grundsatz der Nichtdiskriminierung. Der Referent beleuchtet, ob diese Entwicklungen auf eine Deglobalisierung hindeuten oder ob sich neue Formen der wirtschaftlichen und politischen Vernetzung herausbilden.
Prof. Dr. Oliver C. Ruppel ist Professor für Wirtschafts- und Völkerrecht an der Stellenbosch University in Südafrika. Er leitet das dortige Institut für Entwicklung und Rechtsstaatlichkeit sowie das Forschungszentrum für Klimaschutzrecht an der Universität Graz und ist Honorarprofessor an zahlreichen Universitäten weltweit. Während seiner Laufbahn war Ruppel u.a. Gründungsdirektor des Regionalprogramms der Konrad-Adenauer-Stiftung für Klimawandel und Energiesicherheit in Subsahara-Afrika, Gründungsinhaber eines Lehrstuhls der Welthandelsorganisation sowie Direktor des nationalen Menschenrechts- und Dokumentationszentrums von Namibia. Von 2015 bis 2025 war er zudem Fellow am Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie in Leipzig. Als Leitautor leistete er einen Beitrag zu den wissenschaftlichen Grundlagen des Pariser Klimaabkommens von 2015.