Können Temperaturunterschiede für die Erzeugung elektrischer Energie genutzt werden? Das Forschungsprojekt „Theresa – Thermoelektrische regenerative Stromautarkie“ an der Hochschule Harz will auf diesem Gebiet forschen und erhält dafür Unterstützung aus dem Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalt. Auf seiner Sommertour unter dem Motto „Energie&Innovation“ hat Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann am Freitag, den 17. Juli, einen Förderbescheid über 732.256 Euro übergeben.
„Die Energiewende braucht nicht nur den Ausbau erneuerbarer Energien, sondern auch innovative Lösungen, um bislang ungenutzte Energiequellen zu erschließen“, erläuterte Willingmann. „Genau hier setzt die Forschung der Hochschule Harz an. Das Projekt verbindet Materialwissenschaften, Energietechnik und konkrete Anwendungsperspektiven und stärkt damit Sachsen-Anhalt als Wissenschafts- und Innovationsstandort.“
Im Rahmen des Projekts werden die Wissenschaftler den Einsatz thermoelektrischer Generatoren (TEG) erforschen, die bislang ungenutzte Temperaturunterschiede in elektrische Energie umwandeln können. Dazu werden neue thermoelektrische Materialien entwickelt, leistungsfähige elektronische Systeme konzipiert und verschiedene Anwendungsmöglichkeiten – etwa an Gebäudefassaden, technischen Anlagen oder in Schächten – untersucht. Darüber hinaus soll die Technologie mit Photovoltaik- und Solarthermieanlagen kombiniert werden, um deren Effizienz weiter zu steigern.
Thermoelektrische Generatoren erzeugen Strom aus Temperaturdifferenzen und können damit Energiepotenziale nutzen, die bislang weitgehend unerschlossen sind. Die Forschung soll dazu beitragen, CO₂-neutrale und energieeffiziente Technologien weiterzuentwickeln und neue Einsatzfelder für die Thermoelektrik zu erschließen. Zugleich stärkt das Projekt die Profilbereiche Energieforschung, Materialwissenschaften und nachhaltige Technologien an der Hochschule Harz und schafft neue Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit Wirtschaft und Forschung.
Mit dem Förderprogramm „Sachsen-Anhalt Wissenschaft STEP“ stellt das Wissenschaftsministerium insgesamt 85 Millionen Euro an EFRE-Mitteln für Forschungs- und Innovationsprojekte bereit. Das Interesse der Wissenschaftseinrichtungen war außerordentlich groß: Mehr als 200 Projektanträge wurden eingereicht, 73 Vorhaben konnten bewilligt werden.
„Die große Resonanz auf das Förderprogramm zeigt, wie leistungsfähig unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind“, betonte Willingmann. „Mit Wissenschaft STEP stärken wir gezielt Forschung in strategischen Zukunftsfeldern – von der Energietechnik über die Digitalisierung bis hin zu den Materialwissenschaften. Damit schaffen wir die Grundlage dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse schneller den Weg in wirtschaftliche Anwendungen finden und Sachsen-Anhalt seine Position im europäischen Forschungsraum weiter ausbauen kann.“
Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt vom 17. Juli 2026.