BLK-Anrechnung

Projektinhalte


Kurzbeschreibung

Das Hauptanliegen des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung von Verfahren zur Anrechnung von außerhochschulischen Qualifikationen. Das Vorhaben fokussiert dabei zwei Untersuchungsschwerpunkte. Zum einen soll ein Verfahren entwickelt werden, das unter Berücksichtigung der Qualifikationen aus der beruflichen Bildung, Bewerbern ohne Hochschulzugangsberechtigung den Zugang zum akademischen Bildungssektor ermöglicht.

Auf Grundlage einer flächendeckenden Recherche sollen dabei bestehende Immaturenprüfungen weiterentwickelt und als Verfahren für die Hochschulzugangsberechtigung nutzbar gemacht werden. Zum anderen soll unter Einbeziehung von Methoden zur Kompetenzmessung und -bilanzierung ein standardisiertes und transparentes Verfahren zur Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf ein Hochschulstudium entwickelt werden.

Das Projekt trägt daher dazu bei, den Bereich der beruflichen Bildung und den Hochschulbereich enger zu verzahnen und somit im Sinne der Ziele des BLK- Modellversuchsprogramms die Durchlässigkeit zwischen sekundärem und tertiären Bereich zu erhöhen.


Wesentliche Inhalte

Im Rahmen des Lebenslangen Lernens (LLL) kommt insbesondere den Weiterbildungsmöglichkeiten, berufsbegleitend, als Fernstudium oder in Teil- oder Vollzeit, wachsende Bedeutung zu. Insbesondere besteht die Notwendigkeit, den akademischen Bildungssektor auch für Personen ohne Hochschulzugangsberechtigung zu öffnen. Nach §27 Abs. 4 HSG-LSA kann in diesen Fällen eine Prüfung zur Feststellung der Studienbefähigung (Immaturenprüfung) abgelegt werden.

Im Rahmen einer umfassenden Erhebung der Rahmenbedingungen und Inhalte bisher existierender Immaturenprüfungen soll das Prüfungskonzept unter Berücksichtigung und Anrechnung bereits erlangter Qualifikationen aus der beruflichen Bildung weiterentwickelt und den aktuellen Anforderungen und Gegebenheiten angepasst werden.

Weiterhin eröffnen sich durch die Modularisierung und Verwendung eines Leistungspunktsystems neue Möglichkeiten für Berufstätige bzw. Berufserfahrene zur hochschulischen (Weiter)Bildung. Es muss nicht mehr ein gesamtes Studium absolviert werden, vielmehr können z. B. einzelne Module belegt, die Credits erworben und gutgeschrieben werden. Andererseits sollen berufliche Qualifikationen und Erfahrungen mit einfließen. Derzeit werden Verfahren zur Anrechnung derartiger Leistungen sehr individuell als Einzelfallprüfung gehandhabt.

Die Hochschule Harz beabsichtigt innerhalb des Projektes, geeignete Verfahren zu entwickeln, welche die Abläufe transparent, effizienter und für alle Hochschulen anwendbar gestalten werden. Erste Vorgaben bzgl. der Bewertung von Leistungen aus der beruflichen Bildung machten BMBF, KMK und HRK über eine gemeinsame Erklärung vom 8.07.2003, in der sie dazu aufriefen, "Leistungspunkte, die für gleichwertige Studien- und Prüfungsleistungen in der beruflichen Bildung vergeben worden, in einer Höhe anzurechnen, die den Leistungsanforderungen des jeweiligen Studienganges entspricht.

Im Rahmen des BLK-Modellversuchsprogramms Entwicklung eines Leistungspunktsystems an Hochschulen beteiligte sich die Hochschule Harz zusammen mit weiteren sieben Fachhochschulen verschiedener Bundesländer im BLK-Verbund 1 an der "Entwicklung eines Leistungspunktsystems an einer Hochschule in allen Fachbereichen" (Laufzeit: 01.10.2001 - 30.09.2004). Die in diesem Zusammenhang erarbeiteten Empfehlungen zu einem Leistungspunktsystem und zu erwerbende Kompetenzen sollen im zu beantragenden Projekt nutzbar gemacht werden. Darauf aufbauend sollen die Qualifikationen und Kompetenzen, die in der Berufsausbildung oder -erfahrung erworben wurden, definiert und beschrieben werden und auf diese Weise den Vergleich und die Anrechnung der Leistungen auf das Studium erleichtern/ermöglichen.

Prof. Dr. Georg Westermann

Projektleiter

Rektorat
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