Vom Anfang bis zum bitteren Ende…

Die Veröffentlichung unseres gemeinsamen Buches „Hotelmarketing und -management“ kann endlich kommen!

Ich weiß gar nicht genau wo ich wirklich anfangen soll mit schreiben, also versuche ich es einfach mal von vorne. Ich soll einen Blogartikel schreiben. Seit September letzten Jahres sind meine Kolleg:innen und ich unter die eifrigen Blogschreiber (ITF-Tourismus-Blog) gegangen. Im monatlichen Wechsel widmet sich jeder meiner lieben Kolleg:innen seinem Spezialgebiet oder Lieblingsthemen. Lange habe ich das Thema vor mir hergeschoben, weil ich gerade erst das Schreiben eines Fachbuches zusammen mit meinem Kollegen Martin Linne beendet habe. Ich war also gedanklich und geistig ziemlich leeeeeer. Habe ich doch all mein Fachwissen über die Hotellerie die letzten Monate in unser gemeinsames Buch „Hotelmarketing & -management“ gesteckt. Also über welches Themengebiet und welchen Schwerpunkt schreiben? Ich stand auf dem Schlauch und so fing ich an den Blogartikel zu schieben und meinen Kolleg:innen zunächst, einem nach den anderen, den Vortritt zu lassen. Gott sei Dank ging das auch! Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem kein Schieben mehr möglich ist… Ich muss und bin dran… doch über welches Thema soll ich schreiben. Da bringt mich mein Kollege auf eine geniale Idee: Schreib doch über die Veröffentlichung Eures Buches! Also - gesagt, getan!

Ich muss erwähnen, dass ich noch nie vorher ein Fachbuch geschrieben habe, und hätte ich gewusst was auf mich zukommt, dann hätte ich vermutlich dankend ABGLEHNT! Ihr müsst wissen, ich liebe das Schreiben von Kurzkolumnen, kleinen Geschichten, aber ein Buch bzw. ein Fachbuch… das war noch nie dabei…! Ich bin jemand der unter Druck am besten arbeiten kann. Also was macht man, man schiebt das Schreiben, solange, bis das „Bein so langsam dick wird“ und der Druck größer. PROKRASTINATION nennt man sowas. Aufschieben bis nichts mehr geht. Ich habe also langsam angefangen, um dann am Ende alles zu geben.

Gewöhnlich verbinde ich das Schreiben mit einer kreativen Schreibauszeit an der See. Ich liebe diese Auszeiten am Meer zum Schreiben oder auch zum auf- und abarbeiten von unerledigten und über das Semester liegen gebliebenen Dingen. Eine Woche igle ich mich ein, in einem Apartment direkt an der See. Was hatte ich im Gepäck? Zwanzigtausend Bücher, eine Grobstruktur der Gliederung, meinen Laptop und alles was man zum Wohlfühlen braucht. Also alles auf Anfang… Produktiv war ich definitiv, aber bis zum Ende des Buches hat es lange nicht gereicht. Also wieder schieben - Stück für Stück! Der Semesterbeginn naht und dieser bedarf bekanntlich auch einer gewissen Vorbereitungszeit. So rutscht das Schreiben auf der Prioritätenliste nach unten und der Termin der Abgabe im Juli immer weiter nach oben... Was mache ich falsch?

Eine leichte Druckphase beginnt und ich versuche mir familiäre Freiräume zu schaffen. Es ist nicht immer einfach, sich auch das Verständnis der Familie einzuholen, haben auch sie ein Recht auf gemeinsame Wochenenden. Es wird langsam eng und ich fühlbar angespannter. Die Struktur der Gliederung wächst und wächst und manchmal denke ich, ich sehe kein Land mehr…

Ich schreibe bis ich nicht mehr kann. Manchmal weiß ich schon gar nicht mehr, was ich da eigentlich schreibe. Worte verlieren sich im Computer… Gedanken verlieren sich im Raum… Gott sei Dank finden sich innerhalb des Freundes- und Familienkreises eifrige Leser, die das ein - oder andere geschriebene Wort auch mal kritisch bewerten und mir unterstützende Unterlagen zur Verfügung stellen. Dann endlich nach gefühlt 150 Abbildungen und 270 Seiten kann die Abgabe der Rohfassung erfolgen.

Jetzt bin ich endlich FREI von ALLEM waren meine ersten Gedanken und was mach ich nur mit der mir übrig gebliebenen Zeit? Die Korrektur der Dateien zieht sich, unzählige Abbildungen und der nicht zu verachtende Umfang des Buches, lassen die Veröffentlichung von März auf Juni 2022 rutschen. Ich empfinde das als nicht zu schlimm, denn meine Devise:

„Qualität braucht Zeit.“ oder wie mein „CoSchreiber“ so schön sagte: „Qualität setzt sich durch.“

Doch so langsam bin ich nun doch aufgeregt und merke eine leicht ansteigende Nervosität in mir. Die finale Fassung erreicht uns per Mail und wir werden gebeten, das Dokument für den Druck freizugeben. Völlig panisch rufe ich am Vorabend meinen Kollegen an, dass ich das Skript nochmal überarbeiten muss. Ein fataler Fehler, der sich meines Erachtens eingeschlichen hat. Blutdruck, Schnappatmung, Chaos im Kopf… was soll ich tun… das Buch nochmal anfassen? Gedanklich bin ich schon wieder in der Überarbeitung und am Schreiben… HILFE! Ist das die Panik vor der Panik? Wahrscheinlich schon… denn am Ende wird alles GUT und die Freigabe für den Druck kann schnell erfolgen!

Abschließend ist ein Grundlagenbuch für Studierende und Praktiker aus der Hotellerie entstanden, in dem neue theoretische Ansätze dargestellt und verarbeitet werden sowie dem Leser praxisnahe Einblicke in das operative Hotelmanagement gegeben werden.

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

Erkenntnis des Schreibens: Wir sind ALLE nicht fehlerfrei und das macht uns menschlich und nahbar!

Ines Karnath


27.05.2022

Autor/Autorin:
Ines Karnath


Fotograf/Fotografin:
Ines Karnath

 


 

 

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