Zwei Personen schauen auf die Homepage vom Zukunftszentrum digitale Arbeit Sachsen-Anhalt

Denn das Digitale liegt so nah

Hochschule Harz unterstützt regionale Wirtschaft mit „Zukunftszentrum“

Fachkräftemangel, Pandemie, volle Auftragsbücher: Die Digitalisierung hat aktuell starke Gegenspieler, denn die Umstellung von betrieblichen Prozessen fordert einen gewissen Aufwand. Mit gezielter Beratung und Schulung hat die Hochschule Harz über mehr als zwei Jahre vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei unterstützt. Das Engagement im Rahmen des „Zukunftszentrums digitale Arbeit Sachsen-Anhalt“ stieß auf großes Interesse und noch mehr Fragen.

Digitalisierung in Pflege, Tourismus und Handwerk

Dem Angebot der Hochschule folgten etwa 20 Betriebe aus Pflegebranche, Tourismus und Handwerk bzw. Fertigung mit Sitz im Harz. „Um bestmögliche Unterstützung bieten zu können, haben wir Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen wie der Arbeits- und Organisationspsychologie, der Unternehmensberatung, dem Technischen Innovationsmanagement und der Medien- und Spielekonzeption zusammengebracht“, erklärt Elisabeth van Bentum. Die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Personalmanagement leitete das Wissenschaftsteam, das sich von November 2019 bis Juni 2022 an dem landesweiten Programm „Zukunftszentrum digitale Arbeit Sachsen-Anhalt“ beteiligte.

Digitale Prozesse: Wissen und Erfahrungen fehlen

„Vielen Betrieben ist klar, dass digitale Anwendungen zur Lösung ihrer aktuellen Herausforderungen beitragen können“, sagt van Bentum. Und obwohl das Thema schon seit Jahren diskutiert werde, fehle es für konkrete Schritte oft noch an Wissen und Erfahrungen zu wichtigen Fragen: Welche Anwendung passt überhaupt zu dem, was wir erreichen wollen? Wie ändern wir unsere Arbeitsweise? Was müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukünftig können?

Beratung, Weiterbildung, Förderatlas

Um Antworten zu finden, konnten die Betriebe bis zu fünf kostenlose Beratertage bei den Hochschul-Expert:innen wahrnehmen. Für die Qualifizierung von Mitarbeiter:innen entwickelte das Team aus den drei Fachbereichen der Hochschule 17 einzelne Learning-on-demand-Module zur Digitalisierung von Unternehmensprozessen, in der Pflege und im Tourismus. Wichtige Hinweise zu Fördermöglichkeiten rundeten das Informationsangebot ab. „Wir haben uns in verschiedener Hinsicht um einen niedrigschwelligen Zugang bemüht bis dahin, dass die Weiterbildungsmodule und auch der Förderatlas weiterhin kostenlos zur Verfügung stehen“, so van Bentum.

Neue Software, Website, Homeoffice

Christian Biermann würde den Informationsbedarf insbesondere von KMU sogar „extrem“ nennen. „Letztlich gab es mehr Interesse als wir am Ende bedienen konnten“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachbereich Automatisierung und Informatik. Er beriet verschiedene Unternehmen, schulte ihre Mitarbeiter:innen und erstellte gemeinsam mit den Verantwortlichen Digitalisierungskonzepte. „Die Betriebe sind mit sehr konkreten Fragen auf uns zu gekommen“, so der Wirtschaftsinformatiker. Neben klassischen IT-Aufgaben wie der Installation einer Software oder einer Website trat pandemiebedingt eine ganz besonders in den Fokus: Wie ermöglichen wir Mitarbeiter:innen das Homeoffice? Darauf neben dem operativen Geschäft eine technisch und rechtlich einwandfreie Antwort zu finden, ist für die meisten KMU unmöglich. „Mit unseren Konzepten hingegen konnten einige schon den Schritt in Richtung Umsetzung gehen, zum Teil mit eigenen Mitteln, zum Teil mit Fördermitteln“, so Biermann.

Angebote weiterhin kostenlos abrufbar

Mit dem 30. Juni 2022 endete planmäßig das Engagement des Hochschul-Teams am landesweiten „Zukunftszentrum Digitale Arbeit Sachsen-Anhalt“, das sich selbst als Service- und Beratungsplattform sieht. Sie wird unter der Feder des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung weitergeführt. Die Förderung liegt beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, beim Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie beim Ministerium für Arbeit, Soziales Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt. „Die durchweg positive Resonanz zeigt, dass wir mit unserem Angebot aus Beratung und Qualifizierung sowie der breiten fachlichen Expertise an der Hochschule Harz offenbar einen Nerv getroffen haben. Die Unterstützung von KMU im Rahmen der digitalen Transformation muss mittelfristig noch weiter intensiviert werden“, resümiert van Bentum.

 

Informationen und Kontakt

Wer die Weiterbildungsmodule und den Förderatlas des Hochschul-Teams nutzen möchte, findet die aktuellen Links auf der Projektwebsite.

Neben der Hochschule Harz beteiligten sich von 2019 bis 2022 auch die Hochschule Merseburg und die Handwerkskammer Halle (Saale) an dem „Zukunftszentrum“. Informationen zum laufenden Angebot unter Federführung des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung sind auf dieser Website zu finden: www.zukunftszentrum-sachsen-anhalt.de/

Von der Hochschule Harz brachten sich insgesamt fünf Professorinnen und Professoren sowie jeweils ein bis zwei wissenschaftliche Mitarbeiter:innen in die Teilprojekte ein:

Team Prof. Dr. Ulrich Fischer (Fachbereich Automatisierung und Informatik): Teilprojekt „Pflege 4.0“

Team Prof. Dr. Hardy Pundt (Fachbereich Automatisierung und Informatik): Teilprojekt „Tourismus.digital“

Team Prof. Dr. Hans-Jürgen Scheruhn (Fachbereich Automatisierung und Informatik): Teilprojekt „Digitalen Betrieb gestalten“

Team Prof. Dr. Elisabeth van Bentum (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften): Gesamtprojektleitung

Team Prof. Dr. Jens Weiß (Fachbereich Verwaltungswissenschaften): Umsetzung der Learning-on-demand-Module

 

19.08.2022
Autor/Autorin: Claudia Aldinger
Fotograf/Fotografin: © Anna Gerold
Bildrechte: © Hochschule Harz

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