Nur mit Engagement kann eine Demokratie auf Basisebene funktionieren.

Weit mehr als eine halbe Million Menschen ist bundesweit ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert – in Ortschaftsräten, Stadträten, Kreistagen oder als ehrenamtliche Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister.

Wir freuen uns, dass wir Teil der Fachtagung zum kommunalpolitischen Ehrenamt sein durften, welche die Hochschule Harz gemeinsam mit dem Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung realisiert hat. Der Verband mit rund 2.400 Mitgliedern fördert die Beteilung von Bürgerinnen und Bürgern an stadtplanerischen Prozessen und ist in diesem Bereich ein Forschungsförderer und Qualifikationsakteur von herausragender Bedeutung.

In letzter Zeit finden sich immer weniger Menschen, die für kommunalpolitische Ehrenämter kandidieren wollen – Befunde, die im Rahmen der Tagung durch den vhw und die
Kolleginnen und Kollegen von der Universität Leipzig im Detail vorgestellt wurden.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Sinkende Gestaltungsmöglichkeiten aufgrund klammer kommunaler Kassen, Hass und Hetze in den Sozialen Medien, wachsendes politisches Desinteresse und Sitzungszeiten, die für junge Menschen, Eltern und Beschäftigte in Schichtarbeit schwer einzuhalten sind.

Diese Rahmenbedingungen tragen auch zur Unterrepräsentation ganzer gesellschaftlicher Gruppen bei, genannt seien hier etwa Frauen, Alleinerziehende oder auch Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Fachtagung ging daher der wichtigen Frage nach: Wie gewinnen wir Menschen für kommunalpolitisches Engagement – und wie schaffen wir Bedingungen, unter denen sie bleiben?

Als Hochschule mit einem Fachbereich für Verwaltungswissenschaften ist diese Frage für uns nicht nur von wissenschaftlichem Interesse. Viele unserer Absolventinnen und Absolventen arbeiten später in kommunalen Verwaltungen oder sind ehrenamtlich engagiert. Gerade die Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung sind in ihrer Arbeit darauf angewiesen, dass engagierte, kompetente und am Gemeinwohl interessierte Menschen in den ehrenamtlichen Gremien sitzen.

Mit Impulsvorträgen, vier Workshops, einer Podiumsdiskussion und wertvollen Einblicken aus Verwaltung, Kommunalpolitik, Verbänden, Bildungswerken und Wissenschaft wurde nicht nur auf die Probleme und ihre Ursachen, sondern vor allem auch auf mögliche Lösungsansätze geschaut.

 

Bericht des vhw zur Tagung

Autor/Autorin: Christian Reinboth / Stefanie Krebs 
Fotograf/Fotografin: © Hochschule Harz
Bildrechte: © Hochschule Harz