Die Gründungsteams Fravia und Harzton überzeugen mit ihren Geschäftsideen beim Event in Wernigerode
Junge Startups aus Sachsen-Anhalt haben im Juni beim Startup Fight Club in Wernigerode für ihre Geschäftsidee gekämpft. Statt mit Boxhandschuhen, Kopf- und Mundschutz ging es mit starken Worten und kreativen Inszenierungen in den Boxring. Mittendrin: die Gründungsteams Fravia und Harzton der Hochschule Harz. Sie haben sich in kurzen Pitch-Runden den 14 anderen Teams aus Sachsen-Anhalt gestellt. Und das mit Erfolg: Die sechs Studierenden konnten sich zwei Plätze in der Top Ten sichern, das Frauenteam hat sich zudem den Publikumspreis geholt.
Das Team Fravia, bestehend aus den Studentinnen Hannah Höpfner, Lene Böttcher und Jana Meyer, entwickelt eine zyklusbasierte Kalender-App, die Frauen dabei unterstützt, ihren Alltag im Einklang mit ihrem individuellen Zyklus zu gestalten. Basierend auf den persönlichen hormonellen Phasen gibt die App maßgeschneiderte Empfehlungen für Sport und Ernährung sowie optimale Terminvorschläge - sei es für Vorstellungsgespräche, Arzttermine oder soziale Verabredungen. „Fravia hilft Frauen, ihre körperliche und mentale Energie gezielt zu nutzen und bewusster durch den Alltag zu gehen“, sagt die 19-jährige Jana Meyer. „Wir haben im bisherigen Prozess schon sehr viel gelernt und freuen uns, heute diese wunderbare Erfahrung sammeln zu können.“ Für die Gründerinnen war die Teilnahme vor allem eine Möglichkeit, ihre Vision einem breiten Publikum vorzustellen und wertvolle Rückmeldungen zu erhalten. Und das haben sie: Fravia hat sich den Publikumspreis gesichert.
Mit Harzton ging ein weiteres Gründungsteam der Hochschule Harz an den Start. Lucas Hoffmann, Felix Bornecke und Hannes Stolle verfolgen das Ziel, Jugendlichen den Zugang zum Produzieren eigener elektronischer Musik zu vereinfachen. Dafür entwickeln sie eine All-in-One-Hardwarelösung in Kombination mit einer fachübergreifenden Lernreihe. Auch für sie stand weniger der Wettbewerbsgedanke als vielmehr die Chance im Vordergrund, ihre Idee sichtbar zu machen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. „Man kann eigentlich nur gewinnen. Alleine die Chance, sich zu präsentieren und Erfahrungen zu sammeln ist extrem wertvoll“, erklärt der 24-jährige Felix Bornecke.
Direkt in Ringnähe präsentierte sich die Hochschule Harz als offizielle Partnerin des Events mit einem eigenen Stand. Den Gründungsservice vertraten Sebastian Lampe und Jasmin Strnd vom Gründerwald sowie Sophie Moneke vom Application Lab. Beide Angebote werden durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Gemeinsam unterstützen die Projekte gründungsinteressierte Studierende, Mitarbeitende und Alumni und begleiten diese von der ersten Idee bis zur realen Gründung, inklusive fachlicher Beratung durch den gesamten Gründungsprozess und Hilfe bei der Beantragung von Fördermitteln.
„Der Startup Fight Club ist eine tolle Veranstaltung für Gründerinnen und Gründer. Sie können ihre Ideen vor großem Publikum vorstellen, der Boxring schafft eine lockere Atmosphäre – und das Feedback von der Jury und dem Publikum sind sehr wertvoll“, sagt Gründungsberaterin Sophie Moneke. „Gründende treffen hier direkt auf Investoren, können Beratungsangebote wahrnehmen und sehen, was andere Teams in petto haben – genau solche Kontakte bringen Ideen weiter“, betont Gründerin Jasmin Strnad den Netzwerkgedanken des Events, das erstmals in Wernigerode ausgetragen wurde. „Wir freuen uns, dass wir den Startup Fight Club dieses Jahr als offizieller Partner unterstützen konnten und zwei unserer Gründerteams so erfolgreich aufgetreten sind. Beide Teams in den Top Ten und der Publikumspreis für Fravia – das ist beim größten Pitch-Wettbewerb Sachsen-Anhalts ein starkes Signal für die Hochschule“, ergänzt Sebastian Lampe.
Für die Hochschule Harz sei die starke Präsenz vor Ort ein echter Gewinn. „Ein solcher Auftritt zeigt nicht nur eindrucksvoll, wie lebendig und dynamisch die regionale Startup-Szene mittlerweile ist, sondern er liefert auch den direkten Beweis dafür, dass die praxisnahe Ausbildung an unserer Einrichtung handfeste Früchte trägt“, bekräftigt der Gründungsberater. Anstatt theoretisches Wissen nur in den Hörsälen zu belassen, gelinge es den Studierenden, innovative Konzepte direkt in die Realität umzusetzen und auf die ganz große Bühne zu bringen. „Es wird deutlich, dass die Hochschule Harz ein echter Nährboden für Gründergeist ist: Hier entstehen aus akademischen Fragestellungen und kreativen Ideen zukunftsfähige Geschäftsmodelle, die sich auch im harten Wettbewerb mit Startups aus dem gesamten Bundesgebiet erfolgreich behaupten können.“
Du liebäugelst mit einer Gründung?
Für das exist Gründungsstipendium können sich Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Forschende aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bewerben, die Einreichung erfolgt gemeinsam mit der jeweiligen Institution. Bei Bewilligung erhalten die angehenden Gründerinnen und Gründer ein Jahr lang eine finanzielle Unterstützung, mit der sowohl eigene Lebenshaltungskosten als auch Sachmittel und Coachingbudget für das Start-up-Vorhaben abgedeckt werden. Das Application Lab der Hochschule Harz unterstützt den Bewerbungsprozess mit fachlicher Beratung sowie Hilfe bei der Ausformulierung und Einreichung des Antrags. Zudem wird zu weiteren Fördermöglichkeiten wie beispielsweise ego.-Gründungstransfer informiert.
Darüber hinaus steht das Team des Projekts gründerwald 4.0 als zentrale Anlaufstelle rund um Existenzgründung und Unternehmertum an der Hochschule Harz bereit. Auf ihrer Website ist zudem der im Rahmen des Projekts GLEIHHA entwickelte Gründungsleitfaden mit zahlreichen Tipps und Handlungsempfehlungen einsehbar. Neben dem Beratungsangebot werden vom gründerwald-Team auch regelmäßige Info- und Vernetzungsevents organisiert.
25.06.2026
Autor/Autorin: Sebastian Lampe, Karoline Klimek
Fotograf/Fotografin: © Karoline Klimek (6), Svenja Kretzschmar (2)
Bildrechte: © Hochschule Harz