Gruppenbild der Studierenden und Beteiligten des Projektes im Rahmen des Förderprogramms "Demokratie leben"

Jugendbeteiligung im Landkreis Harz: eine Situations- und Ressourcenanalyse

Masterstudierende der Hochschule Harz haben untersucht, wie es um Demokratiearbeit und Jugendbeteiligung in der Region bestellt ist.

Was bewegt junge Menschen im Landkreis Harz? Welche Möglichkeiten haben sie, sich einzubringen? Und wie können Demokratiearbeit und gesellschaftliche Teilhabe langfristig gestärkt werden? Mit diesen Fragen haben sich Studierende des Masterstudiengangs Public Management in einem zweisemestrigen Team- und Praxisprojekt im Rahmen einer Situations- und Ressourcenanalyse für den Landkreis Harz und die Welterbestadt Quedlinburg intensiv beschäftigt.

Forschung, direkt vor der Haustür

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Robert Nadler und Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen entstand eine umfassende Situations- und Ressourcenanalyse, die den Auftraggebern des Projekts (Landkreis Harz und die Welterbestadt Quedlinburg) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ Handlungsempfehlungen für die weitere Arbeit gibt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert.

"Das Kooperationsprojekt bot den Studierenden die Möglichkeit, wissenschaftliche Methoden auf eine konkrete gesellschaftliche Fragestellung anzuwenden. Für die Praxispartner ist die Analyse eine gute Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Damit wurde ein wichtiger Beitrag für die Region geleistet.", fasst Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen die Ziele des Projekts zusammen.

Was die Zahlen sagen

Am Anfang stand die Analyse verschiedener statistischer Daten zur wirtschaftlichen und sozialen Lage. Vorteile für den Landkreis Harz sind die besondere geografische Lage, kulturelle und naturräumliche Ressourcen sowie eine aktive Vereinslandschaft, die gute Voraussetzungen für Begegnung, Teilhabe und ehrenamtliches Engagement ermöglichen. Die Alterung und der Rückgang der Bevölkerung sind die größte Herausforderung. Für die zahlenmäßig kleine, aber für demokratische Prozesse besonders wichtige Zielgruppe der Jugendlichen müssen deshalb besondere Angebote und niedrigschwellige Möglichkeiten der Mitwirkung geschaffen werden.

Strukturen stärken!

Positive Beispiele zeigen, wie Demokratie, Teilhabe und Gemeinwohl vor Ort praktisch gelebt werden. An die vorhandenen lokalen Strukturen und die engagierte Arbeit kann angeknüpft werden, um die demokratische Kultur weiter zu stärken. Dabei spielen die Sichtbarmachung und Stärkung bestehender zivilgesellschaftlicher Ressourcen eine große Rolle. Die Beteiligten wünschen sich feste Stellen statt einer aufwendigen Projektförderung. Klare Zuständigkeit und Formate, die zur Lebenswelt junger Menschen passen. Victor Luft, der das Projekt im Rahmen seines Masterstudiums begleitete, bringt es auf den Punkt:

„Die Diskrepanz zwischen vorhandenen Angeboten und ihrer tatsächlichen Nutzung liegt weniger an fehlenden Strukturen als an einem Passungsproblem: Die Formate sprechen die Lebenswelt junger Menschen schlicht nicht an. Das ist der Hebel, an dem angesetzt werden muss."

Die Handlungsempfehlungen der Studierenden sind entsprechend konkret: bessere Vernetzung von Schulen und außerschulischen zivilgesellschaftlichen Akteuren, eine stärkere Fokussierung auf die Realschulen, strukturelle Absicherung bestehender Ansätze, Stärkung von Jugendbeiräten und Jugendparlamenten, flächendeckende mobile Jugendarbeit – und mehr Demokratie- und Medienbildung.

Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse: Vom Bericht in die Praxis

Zum Projektabschluss präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Studentin Marleen Dressel fasst zusammen, worauf es jetzt ankommt:

„Strukturelle Verstetigung bedeutet, dass bewährte Ansätze nicht mehr von Förderperiode zu Förderperiode neu erkämpft werden müssen. Es braucht langfristige Budgets, feste Personalstellen und klare Zuständigkeiten – damit Demokratiearbeit als dauerhafte Aufgabe verstanden wird, nicht als zeitlich begrenztes Projekt."

Neben der Präsentation des Abschlussberichtes gab es Raum für Diskussion und Austausch – und vor allem für die entscheidende Frage: Was passiert im nächsten Schritt? Denn darum geht es am Ende: nicht um einen Bericht, der in der Schublade verschwindet, sondern um Impulse, die etwas bewirken.

Das Projekt ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!" und wurde von Masterstudierenden der Hochschule Harz unter Leitung von Prof. Dr. Robert Nadler und Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen im Auftrag des Landkreises Harz und der Welterbestadt Quedlinburg durchgeführt.

24.08.2026
Autor/Autorin: Tim Bruns / Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen
Fotograf/Fotografin: © Hochschule Harz
Bildrechte: © Hochschule Harz

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Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen

Professur für Allgemeines Verwaltungsrecht

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Prof. Dr. Robert Nadler

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