Zwei Redner während einer Podiumsdiskussion bei der WiföLab-Tagung 2026

Wirtschaftsförderung im Wandel

Tagung des WiföLAB 2026

Die WiföLAB-Tagung 2026 an der Hochschule Harz brachte Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaftsförderung, Wissenschaft und Verwaltung zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der kommunalen Wirtschaftsförderung zu diskutieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Jürgen Stember und Dr. Mandy Ebers vom Fachbereich Verwaltungswissenschaften.

Das WiföLAB – das Labor für Wirtschaftsförderung an der Hochschule Harz – fungiert dabei als Plattform für Austausch, Forschung und Praxisentwicklung und wird derzeit weiter modernisiert. Unter dem Leitmotiv „Innovative Wirtschaftsförderungen – zwischen schwierigen Rahmenbedingungen, neuen Strategien und innovativem Organisationsmanagement“ stand insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie sich Wirtschaftsförderungen angesichts wachsender Komplexität, knapper Ressourcen und struktureller Veränderungen zukunftsfähig aufstellen können.

Strategische Steuerung und datenbasierte Ansätze

Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass klassische Ansätze der Wirtschaftsförderung zunehmend an ihre Grenzen stoßen. So betonte Klaus Effing, Vorstand der KGSt und einer der Kooperationspartner der Veranstaltung: „In meinem Grußwort und in der Podiumsdiskussion habe ich betont, dass wir Wirtschaftsförderung künftig stärker auf Wirkung und Steuerung ausrichten müssen – und dass Digitalisierung sowie KI dabei wichtige Hebel sein können. Die Tagung hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Potenzial in diesen Ansätzen steckt, wenn sie gemeinsam weitergedacht werden.“

Diese Perspektive zog sich durch viele Beiträge der Tagung. Insbesondere der Einsatz von Business-Intelligence-Lösungen und datenbasierten Entscheidungsgrundlagen wurde als zentraler Baustein für eine stärker strategisch ausgerichtete Wirtschaftsförderung diskutiert. Praxisbeispiele zeigten, wie datengetriebene Analysen zur Priorisierung von Maßnahmen, zur Erfolgsmessung und zur zielgerichteten Steuerung eingesetzt werden können.

Breites Themenspektrum: Von Organisation bis Technologie

Die Tagung deckte ein breites Spektrum an Themen ab, die derzeit für Wirtschaftsförderungen relevant sind. In verschiedenen Formaten wurden unter anderem folgende Aspekte vertieft:

  • neue Organisationsmodelle und agile Steuerungsansätze
  • interkommunale Kooperationen
  • digitale Werkzeuge wie CRM-Systeme und Geodatenanwendungen
  • Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz
  • nachhaltige Standortentwicklung und Transformationsprozesse

Dabei wurde deutlich, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen. Vielmehr geht es um das Zusammenspiel von Strategie, Organisation und Technologie sowie um die Fähigkeit, Veränderungen aktiv zu gestalten.

Austausch zwischen Forschung und Praxis

Ein zentrales Merkmal der Tagung war die enge Verzahnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen. Neben etablierten Formaten boten insbesondere die sogenannten „Doktor-Pitches“ Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten zu Themen wie Innovationssysteme, Gründungsökosysteme und Smart Regions. Diese Beiträge zeigten, wie wissenschaftliche Analysen zur Reflexion und Weiterentwicklung praktischer Ansätze beitragen können – und umgekehrt, wie Praxisprobleme neue Forschungsfragen anstoßen.

Nachhaltigkeit und langfristige Ausrichtung

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Wirtschaftsförderung nachhaltiger und langfristiger ausgerichtet werden kann. Beiträge aus der Forschung, unter anderem aus dem Umfeld des Wuppertal Instituts, machten deutlich, dass ökologische und ökonomische Zielsetzungen zunehmend zusammen gedacht werden müssen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass hierfür nicht nur neue Instrumente erforderlich sind, sondern auch ein verändertes Rollenverständnis der Wirtschaftsförderung – weg von reiner Projektarbeit hin zu strategischer Entwicklung und aktiver Steuerung regionaler Transformationsprozesse.

Fazit: Hoher Bedarf an Weiterentwicklung und Vernetzung

Die Tagung hat verdeutlicht, dass der Bedarf an Austausch, Orientierung und Weiterentwicklung in der Wirtschaftsförderung weiterhin hoch ist. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass bereits zahlreiche Ansätze existieren, auf denen aufgebaut werden kann – insbesondere im Bereich datenbasierter Steuerung, interkommunaler Zusammenarbeit und organisatorischer Innovation.

Neben den inhaltlichen Impulsen bleibt vor allem der fachliche Austausch als wesentlicher Mehrwert bestehen. Netzwerke wurden gestärkt, Perspektiven erweitert und konkrete Anknüpfungspunkte für die eigene Praxis geschaffen. "Abschließend lässt sich festhalten: Das WiföLAB in Halberstadt bietet nicht nur den Rahmen für den Austausch – sondern auch einen Ort, an dem zentrale Zukunftsfragen der Wirtschaftsförderung gemeinsam weitergedacht werden", so das Fazit von Prof. Dr. Stember.

04.05.2026
Autor/Autorin: Mandy Ebers
Fotograf/Fotografin: © Emanuel Hesse
Bildrechte: © Emanuel Hesse

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Prof. Dr. Jürgen Stember

FB Verwaltungswiss.
Tel +49 3941 622 419
Raum D113, Haus D, Halberstadt

Dr. Mandy Ebers

FB Verwaltungswiss.
Tel +49 3941 622 434
Raum D111, Haus D, Halberstadt