Zwei Studierende berichten von ihren Erfahrungen
Theorie im Hörsaal, Praxis im Unternehmen: Ein duales Studium verbindet beide Bereiche eng miteinander. Für Sophie Masberg und Lasse Scheller, Studierende der Hochschule Harz, ist dieser Weg zugleich eine Entscheidung für ihre Heimatregion. Beide stammen aus Salzgitter und absolvieren den Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre mit Praxisphasen bei der Salzgitter Flachstahl. Warum sie sich für ein duales Studium entschieden haben und weshalb ihr Praxispartner schnell feststand, berichten sie im Interview.
Wer in Salzgitter aufwächst, kennt sie: die „Hütte“. So wird die Salzgitter Flachstahl in der Region häufig genannt. Für Lasse Scheller gehört das Werk schon lange zum Alltag. Von seinem Zuhause aus kann er die Anlagen sehen, in seiner Fußballmannschaft arbeiten mehrere Mitspieler im Unternehmen und auch sein älterer Bruder ist bei einem Partnerunternehmen beschäftigt. „Wenn man hier aufwächst, ist die Hütte einfach präsent“, sagt Scheller. Auch Sophie Masberg hatte früh Berührungspunkte mit dem Unternehmen. Bereits in der sechsten Klasse lernte sie die Salzgitter Flachstahl beim Girls‘ Day kennen, später folgten Schulveranstaltungen und Vorträge. „Man kennt das Unternehmen einfach“, erzählt Masberg. „Es gibt fast immer jemanden im Bekanntenkreis, der hier arbeitet.“
Als die Entscheidung für ein duales Studium gefallen war, stand auch die Wahl des Praxispartners schnell fest. Masberg und Scheller möchten in der Region bleiben und wohnen weiterhin in Salzgitter. Für sie ist das duale Studium eine sinnvolle Verbindung von Theorie und Praxis. „Ein Studium war mir auf jeden Fall wichtig“, erzählt Lasse Scheller. „Aber die Erfahrung im Unternehmen ist eine ideale Ergänzung. Nach 13 Jahren Schule wollte ich etwas Praktisches machen.“ Sophie Masberg ergänzt: „Ich wollte neben dem Studium arbeiten und praktische Erfahrungen sammeln. Bei der Salzgitter Flachstahl fand ich es besonders spannend, Einblicke in den Betrieb zu bekommen und gleichzeitig ein Netzwerk aufzubauen.“
Bisher haben Scheller und Masberg vor allem Theoriephasen absolviert. Auf ihre Praxiszeiten freuen sie sich besonders und haben bereits konkrete Vorstellungen davon, wie ein idealer Arbeitstag aussehen kann. „Meine bisherigen Einblicke waren abwechslungsreich und ich gehe davon aus, dass es auch in den kommenden Praxisphasen spannend bleibt“, sagt Masberg. „Als erstes werde ich im Nachwuchsmarketing eingesetzt, worüber ich mich sehr freue.“ Beide Studierende schätzen die Mischung aus Teamarbeit, Verantwortung und vielseitigen Aufgaben, die sie im Unternehmen erwartet. Die Aussicht auf eine praktische Anwendung ihrer Studieninhalte motiviert sie zusätzlich.
Inhaltlich knüpft das Studium an Interessen an, die für Scheller und Masberg bereits in der Schule entstanden sind. Besonders wirtschaftliche Themen im Politikunterricht hätten sie neugierig gemacht, erzählt Masberg. Im Studium werden diese Grundlagen nun vertieft. Ob Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, Unternehmensführung oder Wirtschaftsmathematik: Während der Theoriesemester lernen Masberg und Scheller unterschiedliche Aspekte eines Unternehmens kennen. Dieses Wissen können sie später in den Praxisphasen direkt anwenden. „Ich lerne einfach besser, wenn ich Dinge sofort in die Praxis umsetzen kann“, sagt Scheller. Für Sophie Masberg hat sich aus den Studieninhalten bereits eine mögliche Berufsperspektive ergeben: „Im Studium habe ich einiges zum Personalmanagement gelernt, angefangen bei der Personalbeschaffung. Ich kann mir gut vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten und freue mich besonders darauf, in meinen Praxisphasen weitere Einblicke in das Thema zu bekommen.“
Neben Studium und Arbeit kommt auch das klassische Studierendenleben nicht zu kurz. Während der Theoriephasen pendeln Sophie Masberg und Lasse Scheller zum Campus in Wernigerode. „Durch die Orientierungstage habe ich schnell Anschluss gefunden“, berichtet Scheller. „Auf dem Campus gibt es einen tollen Zusammenhalt, unter anderem durch die Unterstützung von Studierenden aus höheren Semestern“. Sophie Masberg verbringt ebenfalls gerne Zeit auf dem Campus: „Es ist ein sehr schöner Ort, und in der Umgebung kann man super spazieren gehen. Besonders die Veranstaltungen der Hochschule, wie das Campusfieber, gefallen mir.“
Auch beim Praxispartner sind die Vernetzungsmöglichkeiten vielfältig: Kontakte zu Auszubildenden, Unterstützung durch Lehrmaterialien oder ergänzende Kurse an der Berufsschule erleichtern den Einstieg. „Das duale Studium ist für uns eine echte Win-win-Situation: Wir begleiten Talente von Anfang an auf ihrem Weg und bereiten sie gezielt auf die Herausforderungen in unserem Unternehmen vor. Durch die enge Verzahnung von Theorie und Praxis wachsen unsere Studierenden nicht nur fachlich, sondern auch persönlich über sich hinaus. So schaffen wir die perfekte Verbindung aus frischem Wissen und echter Praxiserfahrung“, so Volker Mittelstädt, Leiter der Ausbildung.
Neben Betriebswirtschaftslehre (B.A.) bietet die Hochschule Harz neun weitere duale und institutionelle Studiengänge an. Einmal im Monat findet außerdem eine Online-Infoveranstaltung statt, in der Interessierte unverbindlich alle Fragen zu Bewerbung, Praxispartnersuche und Ablauf des dualen Studiums stellen können.
31.03.2026
Autor/Autorin: Telja Reinersmann
Bildrechte: © Hochschule Harz, Salzgitter Flachstahl