Duales Studium im Hotel

Ein Tourismusmanagement-Studium mit Hands-On-Erfahrungen

Josephine Kotzem studiert den Bachelorstudiengang Tourismusmanagement (B.A.) in der dualen Variante. Ihre Praxisphasen verbringt sie im Naturresort & Spa Schindelbruch und den Hotel & Spa Suiten FreiWerk im Südharz, zwei Standorten der Ritter von Kempski Privathotels & Resorts. Dort lernt sie sämtliche Abteilungen – von Service bis Housekeeping – kennen und erlebt, wie der Arbeitsalltag im Hotel aussieht. Im Interview erzählt Kotzem, welche Erfahrungen sie in den Praxisphasen sammelt, wie sie das duale Studium wahrnimmt und weshalb sie sich erneut dafür entscheiden würde.

Alle Facetten der Hotellerie kennenlernen

Ihre Begeisterung für die Hotellerie entdeckte Josephine Kotzem bei ihrer ersten Arbeitsstelle in einem Fünf-Sterne-Hotel in Österreich. Dort sammelte sie erste praktische Erfahrungen und stellte schnell fest, dass sie sich eine berufliche Zukunft in dieser Branche vorstellen kann. „Die Entscheidung für ein duales Studium fiel dann, weil ich die Kombination aus Praxis und Theorie sehr interessant fand. Gerade in der Tourismusbranche ist das aus meiner Sicht sinnvoll. Und es ist natürlich eine tolle Unterstützung, während des Studiums schon ein Gehalt zu bekommen“, erzählt Kotzem. Bei der Suche nach einem Praxispartner überzeugte sie besonders das Nachhaltigkeitssiegel GreenSign, mit dem das Naturresort & Spa Schindelbruch im Südharz ausgezeichnet ist. „Das Thema Nachhaltigkeit war für mich zentral, als ich nach möglichen Praxispartnern Ausschau gehalten habe“, so Kotzem.

Während ihrer Praxisphasen lernt Kotzem verschiedene Einrichtungen der Ritter von Kempski Privathotels & Resorts kennen. So war sie bereits im Restaurant Silberstreif sowie den Hotel & Spa Suiten FreiWerk tätig und lernt aktuell den Servicebereich des Naturresort & Spa Schindelbruch kennen. „Im Moment arbeite ich in der Spätschicht, das heißt mein Arbeitstag beginnt meistens um 15 Uhr“, erzählt Kotzem. „Ich starte mit der Vorbereitung meines Arbeitsplatzes, decke Tische ein und unterstütze beim Verräumen des Frühstücks. Anschließend beginnt der Abendservice, bei dem ich einzelne Tische schon selbst übernehme. Der Teil macht mir besonders viel Spaß, weil ich den direkten Kontakt zu den Gästen sehr mag.“

Zwischen Hörsaal, Arbeit und Privatleben

Im dualen Studienmodell wechselt Kotzem regelmäßig zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Betrieb. In den ersten Semestern standen für sie vor allem betriebswirtschaftliche Grundlagen auf dem Lehrplan. „Bisher hatte ich drei Theoriesemester, die sehr auf den Bereich BWL fokussiert waren. Das ist zwar noch nicht eins zu eins auf meine Praxisphasen übertragbar, aber sobald ich wieder an der Hochschule bin, möchte ich gerne eine Berufsfeldorientierung zum Thema Hospitality Management belegen“, berichtet Kotzem. Trotzdem hilft ihr die praktische Erfahrung bereits dabei, Inhalte aus den Vorlesungen besser einzuordnen. „Ich erhalte bei Fragen Unterstützung durch meinen Praxispartner und zu vielen Vorlesungsthemen fallen mir sofort konkrete Beispiele aus der Praxis ein.“

Neben Studien- und Praxisphasen sammelte Josephine Kotzem auch an der Hochschule Harz zusätzliche Erfahrungen. Zwei Semester lang arbeitete sie als studentische Hilfskraft am Institut für Tourismusforschung. Da sie ausbildungsintegrierend studiert, absolviert Kotzem 2027 zudem eine Prüfung bei der IHK. Dieses Engagement erfordert vor allem ein gutes Zeitmanagement. „Ich kann das duale Studium durchaus empfehlen, aber man sollte sich darüber bewusst sein, dass es ein großer Aufwand ist“, erzählt Kotzem. „Auf der anderen Seite steigere ich mein Durchhaltevermögen und kann auch aus den Praxisphasen sehr viel mitnehmen. Ich durfte zum Beispiel an einer Wein- und einer Barschulung teilnehmen. Außerdem denke ich, dass ich nach dem Studium bessere Chancen habe, weil ich schon einiges an Praxiserfahrung mitbringe.“

Einstiegschancen nach dem Studium

Bevor sie ihren Bachelor abschließt, möchte Josephine Kotzem noch eine internationale Perspektive des Tourismus kennenlernen: „Ich möchte gerne ein Auslandssemester machen, am liebsten sehr weit weg: vielleicht in Singapur oder Südamerika.“ Ganz abschließen möchte Kotzem ihre akademische Laufbahn danach jedoch noch nicht. „Nach dem Bachelor würde ich gerne noch einen Masterabschluss machen, vielleicht in Richtung Nachhaltigkeit, verknüpft mit dem Thema Management“, so Kotzem. Das ist vor allem für ihren späteren Berufswunsch relevant. „Mein Ziel ist es, später eine Führungsposition in der Hotellerie zu übernehmen. Dazu möchte ich wissen, wie jede Abteilung aufgebaut ist und wie alles funktioniert. Ich möchte das große Ganze sehen können.“

Auch aus Sicht des Praxispartners bieten duale Studiengänge gute Perspektiven für den Berufseinstieg. Julia Deidok, Mitarbeiterin HR und Ausbildungsbeauftragte der Ritter von Kempski Privathotels & Resorts, betont, dass praktische Erfahrung in der Hotellerie besonders wertvoll sei. „Für uns ist es ein großer Vorteil, wenn Studierende bereits während ihres Studiums Einblicke in den Hotelalltag bekommen und verschiedene Abteilungen kennenlernen“, so Deidok. Das Ziel sei dabei eine langfristige Zusammenarbeit, wofür es in der Struktur des Hotels verschiedene Einsatzmöglichkeiten gibt. Absolventinnen und Absolventen könnten beispielsweise an der Rezeption, im Service oder im Bereich Reservierung einsteigen. Langfristig seien auch Führungspositionen realistisch. „Eine Leitungsposition ist auf jeden Fall ein gutes Ziel. Viele Mitarbeitende entwickeln sich bei uns über die Jahre weiter, zum Beispiel in Richtung Abteilungsleitung“, erzählt Deidok. Entscheidend sei dabei insbesondere die persönliche Motivation. „Wichtig ist vor allem, dass jemand engagiert ist und sich aktiv weiterentwickeln möchte“, sagt Deidok. „Man merkt recht schnell, wer Lust hat, Verantwortung zu übernehmen und etwas für seine Zukunft zu tun. Und genau solche Menschen sind für uns besonders wertvoll.“

An der Hochschule Harz werden 10 Bachelorstudiengänge in der dualen oder institutionellen Variante angeboten. Einmal monatlich findet außerdem eine Online-Infoveranstaltung zum dualen Studium statt. Dort können sich Interessierte unverbindlich informieren und ihre Fragen stellen.

28.07.2026
Autor/Autorin: Telja Reinersmann
Fotograf/Fotografin: © Telja Reinersmann, Christiane Friedrich
Bildrechte: © Hochschule Harz

Themen:

Teilen:

Christiane Friedrich

Koordination dualer und institutioneller Studienvarianten

Professional Center
Tel +49 3943 659 825
Raum 2.407, Haus 2, Wernigerode
Sprechzeiten Mo.- Fr. 8.00 – 12.00 Uhr

Christin Alshut

Koordination dualer und institutioneller Studienvarianten

Professional Center
Tel +49 3943 659 294
Raum 2.407, Haus 2, Wernigerode
Sprechzeiten Mo.- Fr. 8.00 – 15.00 Uhr