Eine Woche voller Impulse

Das war die Nachhaltigkeitswoche 2026

Von Radeln bis zur Imkerei – wie vielfältig Nachhaltigkeit und Umweltschutz gelebt werden kann, zeigte einmal mehr die Nachhaltigkeitswoche der Hochschule Harz im Juni. Mit einem bunten Programm machte das Team des Umweltmanagements deutlich, dass sich Nachhaltigkeit als Querschnittsthema in alle Bereiche des (Hochschul-)Lebens erstreckt. Neben informativen Workshops und Vorträgen kamen so beispielsweise auch Kunst und aktivierende Sportangebote nicht zu kurz. Seit zehn Jahren gibt es die Nachhaltigkeitswoche bereits und demonstriert jedes Jahr aufs Neue, wie tief verankert Umweltschutz, ressourcenschonendes Verhalten und Co. an der Hochschule Harz sind.

Natur erleben und nachhaltige Zusammenhänge verstehen

Bereits vor Beginn der Woche konnten die Teilnehmenden die Natur mit allen Sinnen erleben. Früh am Samstagmorgen stand eine Vogelstimmenwanderung in Kooperation mit dem Nationalpark Harz auf dem Programm, bei der die heimische Tierwelt im Mittelpunkt stand. Teilnehmerin Charlotte Repp berichtet: „Es war echt schwer, um 4 Uhr morgens aufzustehen, aber es hat sich gelohnt. Normalerweise schlafe ich da und kann so viele Vogelstimmen um die Uhrzeit gar nicht hören.“

Am Dienstag ging es dann zum hochschuleigenen Imker, der Einblicke in die faszinierende Welt der Honigbienen gab. Dabei konnten die Teilnehmenden selbst den Hochschul-Honig „Campusgold“ schleudern und den Alltag eines Imkers kennenlernen. Hochschulmitarbeiterin Mara-Lisa Da Silva verrät: „Ich bin schon das dritte Mal dabei und jedes Mal begeistert, weil es unglaublich viel Spaß macht und ich Honig liebe.“

 

Kreativ werden beim Upcycling

Später am Tag stand praktischer Klimaschutz auf dem Programm. In einem Upcycling-Workshop lernten Studierende und Mitarbeitende, wie aus ausgedienten Hochschul-Planen individuelle Taschen entstehen können. Unter Anleitung der Hobbyschneiderin Melanie Köllmann entstanden kreative Unikate. Besonders die Verarbeitung von Reißverschlüssen stellte für viele zunächst eine Herausforderung dar. Die Kursleiterin zog dennoch ein positives Fazit: „Ich war etwas nervös, ob alles klappt, aber alle haben ihre Reißverschlüsse am Ende selber eingenäht.“ Der Workshop machte deutlich, wie durch Wiederverwendung von Materialien Ressourcen geschont und gleichzeitig neue Produkte geschaffen werden können.

Nachhaltigkeit im digitalen Raum

Im Rahmen der GenerationenHochschule wurde ein Blick auf das digitale Erbe geworfen. Im Mittelpunkt stand die Frage, was mit Online-Konten, E-Mails und digitalen Daten geschieht, wenn Menschen versterben. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen erhielten Einblicke in praktische Aspekte digitaler Nachlassregelung, der Livestream der Veranstaltung ist weiterhin auf dem YouTube-Kanal der Hochschule Harz abrufbar.

Gemeinsam in Bewegung

Am Mittwoch fiel zugleich der Startschuss für das Stadtradeln. Die Aktion wurde vom Landkreis initiiert und motiviert dazu, Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Insgesamt beteiligten sich 28 Fahrerinnen und Fahrer der Hochschule Harz in fünf Teams und erradelten im Zuge der dreiwöchigen Aktion 7112 Kilometer. Seit 2024 nimmt die Hochschule am Stadtradeln teil und setzt damit ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Mobilität und aktiven Klimaschutz.

Passend dazu hielt das Gesundheitsmanagement verschiedene Bewegungs- und Gesundheitsangebote bereit: Stretching-Einheiten, Workshops und Fitnessmessungen luden dazu ein, sich mit dem eigenen Gesundheitsverhalten auseinanderzusetzen.

 

Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung

Ein weiterer Schwerpunkt der Woche lag auf dem Thema Bildung. Im Rahmen des vom Qualitätsmanagement organisierten Tags der Lehre standen KI-Kompetenzen in der Lehre im Mittelpunkt. Ergänzt wurde das Programm durch einen Beitrag der Umweltbeauftragten der Hochschule, Andrea Heilmann, die den Ressourcenverbrauch digitaler Technologien und deren Auswirkungen auf die Umwelt thematisierte. Dabei konzentrierte sie sich nicht allein auf die negativen Auswirkungen, sondern hob gleichzeitig auch die Vorteile hervor. „KI kann einen wertvollen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz leisten z.B. als Frühwarnsysteme und Intelligente Bewässerungssysteme für Stadtbäume, Simulation von Verkehr aber die verstärkte Nutzung trägt zu einer höheren Umweltbelastung in allen Lebenszyklusphasen bei", so Heilmann.

Wald im Wandel

Einen besonderen kulturellen Akzent setzte die Eröffnung einer Fotoausstellung in der Rektoratsvilla. Die Vernissage widmete sich den Veränderungen der Harzer Wälder durch Sturmereignisse und Borkenkäferbefall und knüpfte damit unmittelbar an die Partnerschaft der Hochschule Harz mit dem Nationalpark Harz an.

Fairtrade und Empowerment

Am Donnerstag rückten soziale Nachhaltigkeit und globale Verantwortung in den Mittelpunkt. Das Gleichstellungsbüro gestaltete einen Empowerment-Tag mit verschiedenen Angeboten und Austauschmöglichkeiten.

Ein „faires Frühstück“, das von der Wernigeröder Thomas-Müntzer-Schule, die das Label „Fairtrade Schule trägt, unterstützt wurde. Bei fair gehandelten Produkten kamen so Studierende, Mitarbeitende und Gäste miteinander ins Gespräch. Unter den Besuchern war auch Roman Müller, stellvertretender Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH. Er betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Stadt: „Jede zusätzliche Aktion der FairTradeTown Wernigerode, bei der die Hochschule Harz mitwirkt, ist bereichernd.“

Erstmals konnten in diesem Jahr die Teilnehmenden der Nachhaltigkeitswoche bei den Workshops und Vorträgen, aber auch beim Essen in der Mensa, Stempel sammeln und damit an einem Gewinnspiel teilnehmen. Ab fünf gesammelten Nachhaltigkeitsstempeln gab es einen Kapuzenpullover zu gewinnen. Insgesamt sechs Gewinnerinnen und Gewinner konnten über ihren Gewinn freuen.

Zum Abschluss der Woche zog die Organisatorin der Nachhaltigkeitswoche, Jeannette Israel-Schart aus dem Team des Umweltmanagements der Hochschule Harz, ein positives Fazit: „Die diesjährige Nachhaltigkeitswoche zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig Nachhaltigkeit gedacht und gelebt werden kann. Durch die Kooperationen innerhalb und außerhalb der Hochschule entstand ein Programm, das Wissen vermittelte, zum Mitmachen einlud und neue Perspektiven eröffnete. Das Angebot an Veranstaltungen zeigte, wie breit Nachhaltigkeit verstanden werden kann – von Naturerlebnissen über Gesundheitsförderung und Upcycling bis hin zu Fragen der Digitalisierung und Mobilität.“

13.07.2026
Autor/Autorin: Jeannette Israel-Schart
Fotograf/Fotografin: © Marlene Lotz; Jeannette Israel-Schart
Bildrechte: © Hochschule Harz

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Jeannette Israel-Schart

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